Den Porsche online oder auf dem Smartphone zusammenstellen, vielleicht sogar während Du auf den Bus wartest: Ist das jetzt das neue Einkaufs- und Markenerlebnis? Der Klick ein Kick? Für ein Produkt, das mehrere Zehn- oder  – im Fall des Carrera – weit über 100.000 Euro kostet? Wollen Autoliebhaber solche Bestellungen nicht mehr zelebrieren? Den Geruch von Leder, Öl und Stahl genießen? Bei einem Glas Champagner den Vertrag unterzeichnen?  Sind das Zeichen der digitalen Zeit? Ein Ausdruck von Bequemlichkeit? Ehrlich – mir wäre das zu alltäglich. Bei aller Liebe zum Ecommerce – Exklusives sollte unbestellbar bleiben. Echt jetzt.

///// HANDEL NATIONAL
Porsche online
Den Porsche online bestellen: Der Sportwagenhersteller startet gerade in Deutschland mit dem Ecommerce durch und will diesen bis 2020 in ganz Europa ausgerollt haben. Bis 2025 wiederum plant das Unternehmen, jeden zehnten Sportwagen online abzusetzen, weiß die Wirtschaftswoche. In den USA wird das Online-Geschäft gerade aufgebaut, in China soll es später ebenfalls angeboten werden. Zur Pressemitteilung geht's hier: Danach kommen online bereits verfügbare neue und gebrauchte Modelle zum Verkauf.

IDNow bekommt Kapital aus USA
Das Münchner Startup IDNow kann mit Kapital der US-Beteiligungsgesellschaft Corsair Capital weiterwachsen und sicher auch besser in die USA expandieren. Für einen Anteil von rund 30 % bezahlte der neue Investor mehr als 35 Millionen Euro, berichtet das Handelsblatt. IDNow bietet 250 Finanzdienstleistern wie der Commerzbank, BNP Paribas, der Royal Bank of Scotland oder N26 ein Verfahren an, mit dem sich neue Kunden per Videoanruf identifizieren und legimitieren können. Das Startup arbeitet bereits an weiteren Identifikationsverfahren – etwa die Onlineprüfung von Ausweisen durch künstliche Intelligenz.

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///// INTERNATIONAL

Google greift nach Fitbit
Google-Mutterkonzern Alphabet will den Smart Watch-Anbieter Fitbit übernehmen, vermeldet die Nachrichtenagentur Reuters. Ob ein Deal zustande kommt, ist unsicher, allerdings legte der Aktienkurs von Fitbit sofort um rund 27 % zu. Die Gerüchte verweisen auf eine Schwäche im Google-Imperium: Während sich Google mit Apple und Samsung für die Entwicklung von Smartphones zusammengeschlossen hat, fehlt dem Konzern ein Link zu Wearables. Die könnten aber in naher Zukunft das Smartphone ablösen – wohl dem, der dann mit drin ist im Geschäft. Gründerszene zeigt wiederum auf, dass diese bei Alphabet gut laufen – im letzten Quartal erzielte der Konzern mehr als 40 Milliarden Dollar Umsatz, davon blieben aber nur 7,5 Milliarden als Gewinn hängen: Alphabet arbeitet entweder nicht rentabel oder gibt zu viel aus.

Bieterkampf um Just Eat
Das hat durchaus ein Geschmäckle, wie der Schwabe sagen würde: In den Niederlanden spitzt sich der Bieterkampf der Unternehmen Takeaway und Prosus um den britischen Lieferdienst Just Eat zu, bobachtet Gründerszene. Takeaway forderte seinen Großaktionär Delivery Hero wegen offensichtlicher Interessenskonflikte zur Zurückhaltung auf. Großaktionär von Delivery Hero ist nämlich der Internetkonzern Prosus, gleichzeitig hält das Unternehmen aber auch Anteile an Takeaway, seit es für eine Milliarde Euro dessen Deutschlandgeschäft mit den Lieferdiensten Pizza.de, Lieferheld und Foodora übernommen hat. Stellt sich die Frage, wer davon profitiert, wenn Takeaway und Prosus ihre Angebote weiter nach oben jazzen. Der beteiligte Dritte? Oder ein Unbeteiligter?


///// TRENDS & TECH

Facebook verliert
Die schlechten Nachrichten rund um Facebook und die dort verbreiteten Fake News zeigen allmählich Wirkung: Zwar gewinnt die Community immer noch neue Nutzer hinzu, die allerdings nutzen sie lange nicht mehr so intensiv wie früher. Seit 2017 sank die Nutzungsdauer pro Monat von 14 auf 9 Stunden. Laut  der US-amerikanischen Umfrage, die Mobiflip zitiert, verbringen vor allem die Jüngeren immer weniger Zeit mit Facebook und wenden sich kleineren Netzwerken zu.

Viel Kapital, wenig Innovation
Uuups – jetzt kommt's dicke: Dass die Digitalwirtschaft, die sich so gerne disruptiv gibt, noch keine wirklichen Werte geschaffen hat, sondern bekannte Geschäfte lediglich verlagert, wird zurzeit weltweit diskutiert. Das Manager Magazin kritisiert jetzt auch die Gründerszene: Trotz Wagniskapital zuhauf  sind wirkliche Innovationen oder Nützliches eher selten. Das hörte sich vor Kurzem noch ganz anders an.

Zahl des Tages
Streamingdienste wachsen schnell: Spotify gibt jetzt an, 113 Millionen zahlende Kunden, im Frühjahr überschritt die Zahl der Abonnenten erstmals die 100 Millionen-Marke, berichtet Mobiflip. Zu den zahlenden Kunden addieren sich noch 135 Millionen Test- und Frei-Accounts, mit denen der Streamingdienst nichts verdient. Mehr Kunden, mehr Umsatz: Der stieg laut Gründerszene um 28 % auf 1,7 Milliarden Dollar.

Favorit der Leser
Er ist ein Klassiker von etailment und erhitzt immer noch die Gemüter: der Beitrag über die miesen Tricks, mit denen Händler auf Amazon ihre Konkurrenten ausstechen wollen. Pflichtlektüre für Händler, die diesen Vertriebskanal nutzen, und ein Plädoyer dafür, ausreichend Personal für die Betreuung und Kontrolle abzustellen.

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