Das Jahr ist zwar gerade erst vier Monate alt und die Unsicherheit, wie es weiter gehen wird, ist riesig. Ob im Sommer die Fußball Europameisterschaft und später die Olympischen Spiele stattfinden können, ist mehr als fraglich, doch für den Handel wären sie ein Segen. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie von Ebay Ads, nach der die vergangenen Großereignisse einen Schub für das Konsumverhalten auslösten. Diese Chance verpasst Knuspr im Rhein-Main-Gebiet, denn der Einstieg des E-Food-Händlers in die Region erfolgt erst im November. Aber immerhin passt es für die Weihnachtssaison, in der der Handel dann mit einem neuen Siegel für Weihnachtsbäume werben kann.

///// HANDEL NATIONAL

Knuspr eröffnet zweiten deutschen Standort
Im Sommer will Knuspr in München den ersten Standort in Deutschland in Betrieb nehmen, nun hat der E-Food-Anbieter die Lage des zweiten Lagers bekannt gegeben. Im Rhein-Main-Gebiet wird in Bischofsheim eine 7.000 Quadratmeter Lagerfläche in ein Logistikzentrum umgebaut, die Eröffnung soll im November erfolgen. Die Leitung der beiden Zentren liegt beim CEO Erich Comor, der Aufbau einer regionalen Crew für das Rhein-Main-Gebiet soll in den nächsten Wochen erfolgen. Insgesamt sollen bis zum Jahresende an beiden Standorten rund 200 Mitarbeiter tätig sein. CEO Comor verspricht Produkte von regionalen Erzeugern und eine Belieferung der kompletten Liefergebiete und nicht nur ausgewählter Stadtteile.

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Durch datengestütztes Marketing Kundenzufriedenheit und Umsatz steigern
Der Einsatz von Daten zur erfolgreichen Steuerung von Marketingstrategien ist kein neues Konzept. Allerdings wurden Kundendaten noch bis vor kurzem in ihrem Wert unterschätzt und folglich zu selten von Markenunternehmen weltweit genutzt. Lesen Sie hier, wie man durch datengestütztes Marketing die Kundenzufriedenheit und den Umsatz steigern kann.

Neues Siegel für Weihnachtsbäume
Ja ist denn heut‘ schon Weihnachten? Noch ist beim Blick auf den Kalender Zeit, aber die Frage der Bestellung der Bäume taucht, nicht zuletzt durch die in Deutschland immer größer werdende Holzknappheit, bald auf den Listen auf. Nun hat der Verband natürlicher Weihnachtsbaum e.V. in Zusammenarbeit mit Gutachtern ein neues Gütesiegel für Weihnachtsbäume entwickelt. Dieses Naturbaumsiegel soll den Kunden bei ihren Wünschen nach einer Verstärkung von Umwelt- und Klimaschutz einen umwelt- und ressourcenschonenden Anbau der Bäume zertifizieren. Der Handel soll das Siegel als Verkaufshilfe einsetzen können. Die vom Verband entwickelten 23 Kriterien dienen zu einer Bestätigung der Einhaltung des Artenschutzes sowie der Limitierung von Pflanzenschutzmitteln oder Dünger.

Webinar zur Sorgfaltspflicht entlang der Lieferkette
Die Lieferketten geraten immer stärker ins Blickfeld der Gesetzgeber, aber auch der Unternehmen. Nun hat das Kabinett Anfang März das neue Sorgfaltspflichtengesetz beschlossen. Geplant ist, dass es noch vor der Bundestagswahl verabschiedet wird, damit es dann 2023 in Kraft treten kann. Das Gesetz verpflichtet die Unternehmen, die Lieferketten ihrer Waren zu überprüfen. Zu den Prüfkriterien gehören die Menschenrechte und die Umweltschutzbestimmungen. Für Unternehmen mit mehr als 5.000 Beschäftigten greift das neue Gesetz ab 2023, für Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern ab 2024. Der TÜV Rheinland informiert Unternehmen am 4. Mai in einem Webinar über das neue Gesetz und die sich ergebenden Folgen und Auswirkungen auf Unternehmenspolitik und -praxis. In der einstündigen Veranstaltung informiert ein TÜV-Experte über den Geltungsbereich und die genauen Anforderungen sowie die Definitionen und Bedeutungen der Sorgfaltspflichten. Zu weiteren Informationen und Anmeldung geht es hier.

Baur Gruppe mit Rekordzahlen
Die Baur Gruppe hat das vergangene Jahr mit einem Außenumsatz in Höhe von 993 Millionen Euro, einem Plus von 17 Prozent, einen neuen Rekordwert erreicht. Nach einem Bericht von Onlinemarktplatz sei besonders das Unternehmen Baur mit der Webseite Baur.de ein wesentlicher Motor gewesen. Die Umsätze seien um 22 Prozent angestiegen, die Zahl der Besucher auf 114 Millionen, ein Zuwachs um 36 Prozent. Dabei stiegen die Kunden verstärkt auf Bestellungen über mobile Endgeräte um, zwei Drittel erfolgten auf diesem Weg, 40 Prozent mehr Umsatz als im vergangenen Jahr seien über die App geflossen. Auch für die Unito-Gruppe, unter deren Dach die Marken Otto, Universal, Quelle, Ackermann und Lascana aktiv sind, sei es mit dem Umsatz um 20 Prozent nach oben gegangen. In den nächsten Jahren solle es hier zu einem weiteren Ausbau des Angebots kommen, zu dem auch eine verstärkte Aufnahme nachhaltiger und regionaler Produkte gehöre.


///// HANDEL INTERNATIONAL


Amazon I: Verantwortlich für Produkte anderer Anbieter
Amazon hat in Kalifornien einen deutlichen juristischen Schlag erhalten. Ein Berufungsgericht in dem US-Bundesstaat hat entschieden, dass der Online-Konzern nach dortigem Recht auch für Produkte anderer Anbieter verantwortlich sei. Es lehnte die Argumentation Amazons ab, dass Amazon hier nur Marktplatz sei. Die Produkte der anderen Anbieter seien bei Amazon aufgelistet, aber nur mit einem kleinen Hinweis, dass es sich um externe Produkte handle, versehen, berichtet The Verge. Dies sei bereits das zweite Urteil in einem solchen Fall, das in Kalifornien gegen Amazon gefällt wurde. Im konkreten Fall ging es um eine Kundin, die ein Hoverboard eines externen Verkäufers erworben hatte und dann verletzt wurde, als das Board Feuer fing. Amazon hatte argumentiert, man sei nur die Plattform, die Verkäufer und Kunden miteinander verbinde.

Amazon II: Drittnutzung von Kundendaten war bekannt
Bei Amazon ist es in den vergangenen Jahren mehrfach zur Nutzung von Kundendaten durch weitere Anbieter gekommen. In einem internen Papier weise die Unternehmensführung darauf hin, dass 2015 rund 4.700 Mitarbeiter, die auch selbst Produkte verkaufen, Zugriff auf Kundendaten externer Anbieter hatten, berichtet Politico. In einem Fall hätte ein Mitarbeiter diese Daten für die eigenen Verkaufstätigkeiten genutzt. Berichte von Mitarbeitern und Beweise für eine nachlässige Kontrolle des IT-Zugriffs würden zeigen, dass die Bemühungen, diese Fälle zu lösen, nur schwach seien. Im vergangenen Jahr habe CEO Jeff Bezos erklärt, dass er nicht sicher sein könne, dass die internen Regeln für den Einsatz der Kundendaten, eingehalten würden. Im vergangenen November habe die EU-Kommission in einem solchen Fall eine Untersuchung eingeleitet, nachdem es erste Hinweise für Verstöße gegen EU-Recht gegeben habe.


///// TRENDS & TECH

Paysafe kooperiert mit AWS
Paysafe will die von der Plattform angebotenen Programme für Online-Zahlungen in ein cloudbasiertes System überführen und schließt dafür eine mehrjährige strategische Zusammenarbeit mit Amazon Web Services (AWS) ab, teilt das Unternehmen mit. Dabei werden die E-Cash-Lösungen Paysafecard und Paysafecash sowie die digitalen Wallets Skrill und Neteller von Paysafe zu AWS migriert. Ziel dieser Maßnahmen ist die Entwicklung auf Cloudtechnik basierender Produkte für Händlerzahlungen und Verbraucher-Wallets für Geschäfts- und Endkunden. Die E-Cash-Lösungen von Paysafe wurden bereits in die Cloud übertragen. Mit dem Schritt will Paysafe die Kundenakquise und Kundenbindung forcieren und das Produktangebot in Europa und Nordamerika ausbauen. Für Händler soll es in der Folge möglich sein, sich einfacher über eine API-basierte Integration mit dem Paysafe-Netzwerk zu verbinden, kündigt Paysafe an.

Sportliche Großereignisse als Nachfragemotoren
Im kommenden Sommer warten auf den deutschen Einzelhandel gute Verkaufschancen mit Potenzial für gezielte Werbemaßnahmen, so zumindest prognostiziert Ebay Ads die Lage zwischen Juni und August. Denn nach den Ergebnissen der neuen Studie "Sport Event Report 2021" von Ebay Ads führen sportliche Großereignisse, wie sie im Sommer mit den Olympischen Spielen und der Fußball-Europameisterschaft im Kalender stehen, bei deutschen Verbrauchern zu einem Schub bei den Einkaufszahlen. Untersucht hat der Online-Vermarkter von Ebay die vergangenen Olympischen Spiele 2016 und die Fußball-Europameisterschaft (2016) und -Weltmeisterschaft (2018). Dabei gab es beträchtliche Ausschläge. Die größten Sprünge bei den Einkäufen gab es bei der Fanausrüstung (bis zu 1.500 Prozent), aber auch Fernseher (plus zwölf Prozent), Beamer (70 Prozent) und Leinwände (91 Prozent) wurden wesentlich öfter gekauft. Das gesteigerte Produktinteresse könne mit "erfolgreicher Digitalwerbung in direkte Umsätze konvertiert werden", erklärt Matthias Brestrich, Head of Brand Partnerships bei Ebay Ads.

Kundenbewertungen: Diese Fettnäpfchen und Stolperfallen lauern beim Problemdialog
Onlinehändler müssen sich der Herausforderung stellen, dass der Austausch und vor allem der Problemdialog mit Kunden zum großen Teil öffentlich geführt werden - und sollten dies als Chance begreifen. Wie E-Commerce-Unternehmen gezielte Kundeninteraktion als Wettbewerbsvorteil nutzen und was beim Dialog mit unzufriedenen Käufern zu beachten ist, beschreibt Philipp Rodewald, Mitgründer des Social-Listening-Anbieters Webboaurus.