Händler können bei der neuen Überbrückungshilfe III auch Investitionen in den Aufbau des Online-Shops geltend machen, Anbieter von gebrauchter Kleidung können sich einem Hilfspaket von Mädchenflohmarkt anschließen. Der stationäre Handel hat mit dem Self-Scanning einen neuen Weg gefunden, um die Kunden zurückzuholen. Jeff Bezos, CEO von Amazon, hat seinen Rücktritt für das dritte Quartal 2021 angekündigt. Amazon hat den Fragenkatalog für den Handel mit Großbritannien angepasst. Der Digitalkunde wird 2021 eine immer wichtigere Position einnehmen, aber seine Loyalität zu den Marken wird schwächer.

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Überbrückungshilfe III auch für Digitalinvestitionen
Die Bundesregierung hat die Bedingungen für eine Unterstützung durch die Überbrückungshilfe III geändert. Nach einem Bericht der Onlinehändler News können in der modifizierten Fassung neben Posten wie Mieten, Leasingraten, Pachten oder betrieblichen Stromkosten auch Investitionen in die Digitalisierung als erstattungsfähige Kostenpositionen angesetzt werden. Dazu gehören der Aufbau eines eigenen Online-Shops oder der Anschluss an eine der großen Plattformen. Der Maximalbetrag beträgt 20.000 Euro. Die Antragstellung soll im Februar freigeschaltet werden, die Auszahlung der Unterstützungsgelder startet im März.

Mädchenflohmarkt will Second-Hand-Boutiquen unterstützen
Die Online-Secondhand-Plattform Mädchenflohmarkt ruft im Rahmen des Lockdown eine Soforthilfe-Aktion für den lokalen Handel ins Leben. Mit Hilfe der Kooperation sollen die lokalen Second-Hand-Boutiquen und -Händler ihre Produkte kostenfrei über einen größeren Raum anbieten können. Das Angebot, das sich vorwiegend an Geschäfte richtet, die über keinen eigenen Online-Shop verfügen, läuft bis zum 30. Juni 2021. Eine Verkaufsprovision fällt nicht an, für den Concierge-Service, in dem die Plattform die Abwicklung übernimmt, werden 50% berechnet.


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Mehr Chancen durch Self-Scanning
Die Technik des Self-Scanning wird im europäischen Lebensmitteleinzelhandel immer beliebter, die Quote liegt bei rund 50%. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Schweizer Unternehmens Scandit, einem Produzenten dieser technischen Anwendung, berichtet Ibusiness. Bereits eingesetzt wird "Scan and Go" von 38% der 116 befragten Händler, 21% haben diesen Schritt ins Auge gefasst. Mit Hilfe des Scanning wollen sie die Kunden wieder in die Geschäfte zurückholen, 68% von ihnen sehen dies als Chance für den stationären Handel, um dies zu erreichen. Dabei sehen sie die App auf dem Smartphone als wichtigstes Werkzeug, 60% geben an, dass die Kunden durch die Technologie auch weitere Produktinformationen erhalten möchten. Als weitere Gründe für die wachsende Popularität des "Scan and Go" geben sie die niedrigere Zahl der Kontakte zwischen Kunden und Personal sowie kürzere Wartezeiten an der Kasse an.

Amazon-Chef Jeff Bezos hört auf
Jeff Bezos, Gründer und CEO von Amazon, hat seinen Rücktritt als Vorstandschef angekündigt. Der Wechsel an der Konzernspitze soll im dritten Quartal 2021 stattfinden. Sein Nachfolger wird Andy Jassy, der heute Leiter der AWS-Plattform, dem Cloud-Geschäft des Konzerns, ist. Bezos wird dann Vorsitzender des Verwaltungsrats. Amazon erreichte im vierten Quartal 2020 einen Gesamtumsatz von 125,6 Milliarden US-Dollar.

Amazon aktualisiert Brexit-Fragen
Amazon hat den Fragenkatalog bezüglich Brexit, dem Partnered Carrier Program und dem Freihandelsabkommen zwischen Großbritannien und der EU aktualisiert, heißt es bei Tamebay. Dazu kommen weitere Informationen zu den Veränderungen im Warenverkehr mit Nordirland. Amazon hat das Partnered Carrier Program um einige Angebote mit Gültigkeit bis zum 31. März ergänzt, allerdings ist das Programm derzeit wegen Problemen mit den Genehmigungen diverser Warendienste ausgesetzt. Im FAQ-Sektor von Amazon sind nun die Zollvorgaben und -bestimmungen zwischen Großbritannien und der EU abrufbar. Für den Warenverkehr zwischen Großbritannien und Nordirland gilt eine dreimonatige Übergangsfrist bezüglich der Zollerklärungen, erhältlich sind Informationen über die Ausnahmen.

///// TRENDS & TECH

Digitale Kunden sind weniger auf Marken ausgerichtet
Nicht zuletzt durch die Coronakrise hat sich in den vergangenen Monaten ein neuer Kundentyp entwickelt, für den das digitale Einkaufen und das Kauferlebnis im Mittelpunkt stehen, so lautet das Fazit des Adobe Digital Trends Report 2021. Für die Untersuchung wurden rund 13.000 Marketing- und IT-Experten aus Europa, dem Nahen Osten und Afrika befragt. Gleichbleibend mit dem stärker digitalen Kaufverhalten (64% sehen hier ein Wachstum) haben sich das Bewusstsein und die Loyalität für Marken abgeschwächt, wie 30% feststellen konnten. Die Marketing-Spezialisten sehen sich hier besonders gefordert, vorwiegend gehe es um eine schnelle und genaue Erfassung der Kundendaten und ihre Umsetzung in entsprechende Aktionen und Maßnahmen, heißt es im Bericht. Dieses auf den neuen Kundentyp zugeschnittene Kundenerlebnis hat für 71% der Befragten zu einem "signifikant besseren Ergebnis" geführt.

Autoretouch gewinnt den Cloud Award
Das Start-up Autoretouch hat für seine Bildbearbeitungstechnologie "Ghost Mannequin AI" den Cloud Award erhalten. Das im vergangenen Jahr gegründete Stuttgarter Unternehmen, Finanzinvestor ist die Modehandelskette Breuninger, hat sich auf die Entwicklung einer KI-basierten Bildbearbeitungs-Technologie für den Modehandel spezialisiert. Mit Hilfe der Ghost Mannequin AI können Produktbilder für den Einsatz in Online-Shops bearbeitet und auf die entsprechende Webseite angepasst werden. Das finale Produktbild wird automatisiert aus den vorliegenden Produkt- und Inlay-Aufnahmen erstellt, zur Technologie gehört auch eine Self-Service-Preisgestaltung. Der internationale Cloud Award wird jährlich an Start-ups vergeben.