Megatrends wie Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein erweisen sich als geeignete Leitplanken, dem Kunden zu gefallen. Kann ein Filialist beispielsweise mit durchdachtem Zero-Waste-Management punkten, wird das Einkaufen bei ihm mitunter sogar zum Statement. Möglich werden solche Strategien mithilfe von modernen Edge-Computing-Lösungen. Gastautor Norman Merten von der q.beyond AG erklärt, wie sich damit zahlreiche Services anbinden lassen, die von einer zentralen Preissteuerung bis hin zum Echtzeit-Überblick über die Anzahl von Kunden in einer Filiale reichen.

Die Konkurrenz im Einzelhandel ist in den letzten Jahren insbesondere durch vielfältige Online-Services gewachsen. Folglich suchen Retailer nach intelligenten Bindungskonzepten zu ihren Kunden.

Im Fokus der Marketingexperten stehen dabei auch Strategien, den Kunden mit Werten zu überzeugen. Die Vorzüge von Edge-Computing-Lösungen zur Digitalisierung im Einzelhandel sind in diesem Kontext zahlreich. Dabei handelt es sich um intelligente Technik, die Daten sammelt, aggregiert, aufbereitet, analysiert und möglichst zentral für deren Weiterverarbeitung wieder zur Verfügung stellt.
Ganze Sortimente auf Knopfdruck rabattieren: Durchdachte Preissteuerungsstrategien sparen Zeit und können dabei helfen, die Verschwendung von Lebensmitteln zu reduzieren.
© Aleaimage / Getty Images
Ganze Sortimente auf Knopfdruck rabattieren: Durchdachte Preissteuerungsstrategien sparen Zeit und können dabei helfen, die Verschwendung von Lebensmitteln zu reduzieren.
Sie ermöglicht es u.a. Geschäftsprozesse in der Filiale offline-fähig durchführen zu können (z. B. Preiswechsel, Erfassen von MHD-Artikeln). Grundsätzlich ist Edge Computing immer dann sinnvoll, wenn in Echtzeit lokale Daten verarbeitet werden sollen. Eine praxisbewährte Option ist es beispielweise, ein Zero-Waste-Management einzuführen. Dafür braucht es folgende Schritte:

  • Einführung einer Edge-Computing-Lösung (z. B. StoreButler von q.beyond), um die relevanten Daten in der jeweiligen Filiale zu aggregieren
  • Einführung von elektronischen Preisschildern (Electronic Shelf Labels = ESL)
  • Integration einer Zero-Waste-Software
  • Verknüpfung der ESL mit der Zero-Waste-Lösung.

Rabattierung auf Knopfdruck

Am Samstagnachmittag die Frischetheke auf Knopfdruck rabattieren und alle Kunden darüber interaktiv informieren? Oder auch mal spontan einen Abverkauf bestimmter Lebensmittel starten? Retailer profitieren von den vielfältigen Möglichkeiten einer zentrale Preissteuerung. Ohne aufwändige manuelle Anpassungen der Preisschilder können so zu bestimmten Uhrzeiten oder an ausgewählten Tagen auf Knopfdruck die Preise für eine bestimmte Warengruppe fallen.

Ob an heißen Tagen Erfrischungsgetränke vergünstigt werden oder täglich um 17 Uhr Obst und Gemüse im Abverkauf ist, kann jeder Händler individuell und auf seine Marketingstrategie abgestimmt festlegen. Erfahrungsgemäß ist die Resonanz auf Rabattaktionen stets hoch und die Potenziale, die sich aus der zentralen Preissteuerung ableiten, enorm.
Durchdachte Preissteuerungsstrategien können einen wesentlichen Beitrag für eine stärkere Kundenbindung leisten – wenn folgende Rahmenbedingungen stimmen:

  • Kundeninformation sicherstellen: Nur, wenn der Kunde weiß, dass ab einer gewissen Uhrzeit bestimmte Produkte rabattiert sind, kann er davon profitieren und sein Einkaufsverhalten darauf ausrichten.
  • Rabattaktionen müssen sich nahtlos in die Marketingstrategie und daraus folgende Werbeaktionen eingliedern.
  • Niemals langweilig werden: Rabattaktionen sollten idealerweise variieren, um den Kunden dauerhaft zu interessieren.

Denkbar sind zudem individuelle Kundenrabatte und Coupons für den nächsten Einkauf. Damit gewinnen Händler neue Kunden, halten ihre bestehenden Kunden und generieren mehr Umsatz.

Fazit

Öffnet sich der Einzelhandel dem technologischen Wandel, kann er einen wesentlichen Schritt nach vorn schaffen. Edge-Computing-Lösungen gelten dabei längst als Best Practice.

Neben dem Zero-Waste-Management können Händler mit ihrer Hilfe viele weitere interessante Kundenbindungsinstrumente nutzen – und auch administrative Prozesse vereinfachen. So haben Filialisten während einer Pandemie beispielsweise stets in Echtzeit einen Überblick, wie viele Kunden sich im Store aufhalten. Sie können zudem den Kundeneingang über angeschlossene Displays einfach und digital steuern.

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