Flixbus ist der mit Abstand größte Betreiber von Fernbussen – und ein datengetriebener Mobilitätsanbieter. Neben Bussen setzt Flixbus jetzt auch auf Züge. Die reibungslose Abwicklung der Bezahlvorgänge sind zentraler Bestandteil des Erfolgs und der internationalen Expansion.

Die Zahlen sprechen Bände: 2019 nutzten laut Nachrichtengentur Reuters rund 62 Millionen Fahrgäste die Angebote von Flixbus. Das war im Vergleich zum Vorjahr ein Zuwachs um 37 %. Mit 400.000 täglichen Verbindungen könne Flixbus für sich in Anspruch nehmen, der Welt größter Anbieter von Busreisen zu sein, zitiert Reuters Flixbus-Chef und Mitgründer Andreas Schwämmlein.

Starke Konkurrenz zum Start

Ein starker Erfolg, im sechsten Jahr nach dem Start. Als 2013 der Markt für Fernbusstrecken endlich liberalisiert wurde, versuchten viele Unternehmen, sich auf dem neuen Markt zu etablieren, darunter auch finanzkräftige Schwergewichte sie die Deutsche Post oder der ADAC. Flixbus startete als Kooperation mit regionalen Busunternehmen, die Münchner boten zunächst Städteverbindungen in Deutschland und seinen Nachbarn. Flixbus verzichtete auf die Busflotte und ließ Partner die Fahrten durchführen. "Das Unternehmen kümmert sich um die Streckenplanung und -genehmigung, die Marketing- und Pressearbeit sowie den Kundenservice und die Koordination des operativen Betriebs", beschreibt fernbusse.de die Anfänge des Start-ups.

Gründerteam: Dennis Kraus, Andreas Schwämmlein und Jochen Engert
© Flixbus
Gründerteam: Dennis Kraus, Andreas Schwämmlein und Jochen Engert

Schneller Erfolg von Flixbus im Preiskampf

Vom Start weg wurde um Preise gekämpft. Zeitweise kostete ein Busticket von Frankfurt nach München weniger als die Anschlussfahrt im Öffentlichen Nahverkehr am Ziel. Flixbus konnte diesen Preiskampf für sich entscheiden: 2015 fusionierte das Start-up mit Konkurrent Mein-Fernbus, 2016 übernahm es die Busse der Post. Im gleichen Jahr expandiert Flixbus international – auch durch Übernahmen. So kaufte Flixbus im Mai 2019 Eurolines, ein Unternehmen, das in 25 Ländern operierte. Zuletzt schnappten sich die Münchner im August 2019 Kamil Koc, den Marktführer für Busreisen in der Türkei. Seine Busse und Streckenangebote werden gerade ins Flixbus-Netz integriert. Laut Spiegel fuhr Kamil Koc 61 Städte in der Türkei an und beförderte 2018 mehr als 20 Millionen Menschen.
Neuerdings auch per Bahn durch Europa, außerdem bietet Flixbus inzwischen auch Mitfahrdienste mit Autos
© Flixbus
Neuerdings auch per Bahn durch Europa, außerdem bietet Flixbus inzwischen auch Mitfahrdienste mit Autos

Expansion in Europa

Inzwischen ist Flixbus in 30 Ländern vertreten, darunter auch in den USA, wo die Münchner mit den bekannten Greyhounds an der Westküste konkurrieren und Städte in Kalifornien, Nevada und Arizona verbinden. Längst gehören nicht nur eigene Busse zur Flotte, mit Flixtrain baut das Unternehmen einen eigenen Bahn-Service in Deutschland auf und plant laut Reuters, noch in diesem Jahr damit auch in Schweden zu starten. Nicht zuletzt gibt es in Frankreich auch noch Flixcar, einen Mitfahrdienst, der unter Tochter Flixmobility funktioniert.

Daten helfen, Verbindungen und Services zu verbessern

Flixbus wird von Daten getrieben. Erfolgskonzept sei ein "durch und durch datenbasiertes Geschäftsmodell", schreibt Annette Henkel 2018 im changelog.blog. Strecken, die wirklich Einnahmen und Erträge bringen, werden durch die Analyse von Kundendaten identifiziert, ebenso werden Verbindungen durch Daten optimiert und an tatsächliche Fahrwünsche angepasst. Zum Optimierungspotenzial gehörten luat Henkel auch "Technologie-Innovationen, wie ein unkompliziertes Buchungs- und Ticketingsystem, die Flixbus-App zum Buchen, GPS-Livetracking und ein automatisiertes Delay-Management". Letzteres, so Henkel, lasse die Deutsche Bahn in mancherlei Hinsicht alt aussehen.

Welche Bedeutung die Erfassung, Verarbeitung und Analyse der Millionen von Datenpunkten haben, zeigt außerdem ein Blick in die Mitarbeiterstruktur: 55 % des Teams arbeitet in der Entwicklung und im Datenmanagement. Es ist diese Kombination aus Technologie-Startup, E-Commerce-Plattform und Transportunternehme, die digitale Technik gekonnt mit Mobilitätswünschen verknüpft und daraus ein attraktives Angebot strickt. 

Die „Datenpower“ eines Unternehmens ist die neue „Währung“ des digitalen Wandels,
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etailment-Expertenrat

Wie man aus guten Daten wirklich klug wird



#Wertvolle Daten aus dem Payment-System#/ZT#

In so einem System ist ein reibungsloser und unkomplizierte Bezahlprozess von zentraler Bedeutung für den Erfolg: Fahrgäste buchen Tickets auf der Website und per App und können dabei wählen, wie sie bezahlen wollen: mit Karte, über Bankverbindungen, mit Paypal, Google Pay und mehr. Als Zahlungsdienstleister kooperiert Flixbus seit 2016 mit Adyen. In einem Anwendungsbericht erläutert Flixbus-Mitgründer Daniel Krauss die Bedeutung der Daten, die beim Bezahlen gewonnen werden: "Wir müssen verstehen", so Krauss, "wo sich unsere Kunden befinden, wo sie gerne hin möchten, über welche Kanäle sie buchen und welchen Preis sie gewillt sind zu zahlen."

paydirekt hat den Checkout-Prozess gerade erst übersichtlicher und intuitiver gestaltet. Das Commitment der Sparkassen-Finanzgruppe zu paydirekt sei "unverändert klar und eindeutig", sagt Frank Büttner.
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Payment

Bargeld oder Smartphone? - 10 Thesen zur Zukunft



Antworten darauf gäben die Payment-Daten: "Die Reports, die wir von Adyen aus dem Backend erhalten, und die Art und Weise, wie diese aufgebaut sind, helfen uns enorm weiter", sagt Krauss. Sie helfen Flixbus, Angebote weiterzuentwickeln und Service zu verbessern. Als Zahlungsdienstleister akquiriert Adyen einen Teil der Zufriedenheit von Flixbus-Kunden für sich: Fahrgäste in allen Ländern könnten auf jene populären Zahlungsmethoden zugreifen, die sie kennen und denen sie vertrauen. Flixbus bietet folglich in unterschiedlichen Regionen unterschiedliche Bezahlverfahren ein.

Ein schlechter Checkout-Prozess provoziert Kaufabbrüche
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Payment

Wie der Check-out die Konversionsrate pushen kann

Regionale Zahlverfahren sind ein Erfolgsfaktor

Von diesen gibt es mehr als gedacht: Schon mal von Bancontact gehört? In Belgien führt dieser Kartenanbieter die Konkurrenz an – online wie in Geschäften vor Ort. Das Unternehmen hat 15 Millionen Karten in Umlauf gebracht – mehr als die belgische Bevölkerung Köpfe zählt. Auch Dankort, die nationale Debit-Karte Dänemarks, dürfte eher unbekannt sein. Sie wird oft mit einer Visa-Karte kombiniert und funktioniert daher auch in den Geschäften, die nicht mit Dankort zusammenarbeiten.

Die Flixbus-App ermöglicht den mobile Checkin, aber auch das Bezahlen von Tickets
© Flixbus
Die Flixbus-App ermöglicht den mobile Checkin, aber auch das Bezahlen von Tickets
In Österreich und der Schweiz (aber nicht nur dort) ist wiederum SOFORT eine der wichtigsten Zahlmethoden im Internet, in den Niederlanden indes iDEAL, ein Interbankensystem, bei dem alle Geldinstitute mitmachen. In Schweden und in der Schweiz nutzen Kunden außerdem oft Samsung Pay, ein Smartphone-Wallet für den POS und dank Magnetic Stripe Transmissions außerdem für Terminals. Polen überweisen gerne Kaufsummen, Online-Banking nutzen 75 %, daneben kommen dort verschiedene Wallets sowie Kreditkarten zum Einsatz. Lokale Spezialität ist noch Dotpay: Inklusive Tests kontne Flixbus diese in nur einem Monat in seine Systeme integrieren. Drei Monate nach Start entfielen bereits 42 % der Zahlungen auf Dotpay. Gute Payment-Dienstleister wie Adyen kennen diese regionalen Bezahl-Spezialitäten und integrieren sie in ihr Angebot. 

Omnichannel ist gefragt: Sogar junge Kunden suchen online und lassen sich im Laden inspirieren.
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Point of Sale

Mit Payment den Service und die Datenlagen pushen

Strategische Ziele mit dem Payment verbinden

Als Flixbus 2018 in die USA expandierte, war eines der strategischen Ziele,  Autorisierungsraten bei Kartenzahlungen zu erhöhen und den Anteil abgelehnter Transaktionen zu verringern: „Adyen hat uns mit local Acquiring in den USA geholfen, was nicht nur einen positiven Effekt auf den Umsatz, sondern auch auf unsere Profitabilität hatte", sagt Krauss. "Durch local Acquiring konnten wir unsere Bank Declines um 21 % verringern."

Doch vor allem stehen Komfort und einfaches Bezahlen im Mittelpunkt der Zusammenarbeit. "Egal, ob ein Fahrgast das Ticket über die App oder die Webseite bucht, egal, ob er sich dabei in Europa, Lateinamerika oder Asien aufhält – die Erfahrung mit dem Bezahlen soll gleichbleibend einfach sein."