Digitale Kommunikationsmittel haben sich auch im beruflichen Alltag durchgesetzt. Doch gerade im Einzelhandel sind viele Mitarbeiter davon ausgeschlossen, weil sie bei ihrer Arbeit praktisch nie vor dem Computer sitzen. Im Lager oder an der Kasse erfüllen sie dennoch wichtige Aufgaben, die sich direkt auf das Kundenerlebnis auswirken. Das Start-up Beekeeper will digitale Tools auch für diese Mitarbeiter nutzbar machen und hat dafür eine mobile Plattform entwickelt.

Mitarbeiter mit Kundenkontakt sind diejenigen im Einzelhandel, die von außen zuerst wahrgenommen werden. Obwohl sie dadurch viel Verantwortung tragen, sind sie häufig nicht in die interne Kommunikation eingebunden, da sie ohne PC - häufig sogar ohne eigene Firmen-E-Mail - arbeiten. 

Das schweizerisch-deutsche Start-up Beekeeper will das ändern und hat eine Mitarbeiter-Plattform entwickelt, die Arbeitskräfte im Außendienst und an der Verkaufs- und Lagerfront nicht länger außen vor lässt. Die App kann auf den privaten Smartphones genutzt werden und soll es Arbeitgebern erleichtern, Mitarbeiter einzubeziehen und wichtige Informationen an die gesamte Belegschaft zu verteilen. 
Die Beekeeper-Gründer (v.l.n.r.): Flavio Pfaffhauser, heute Chief Innovation Officer, Andreas Slotosch, heute Chief Growth Officer, Daniel Sztutwojner, heute Chief Customer Officer, und Cristian Grossmann, heute CEO
© Beekeeper AG
Die Beekeeper-Gründer (v.l.n.r.): Flavio Pfaffhauser, heute Chief Innovation Officer, Andreas Slotosch, heute Chief Growth Officer, Daniel Sztutwojner, heute Chief Customer Officer, und Cristian Grossmann, heute CEO
Mittels einer offenen Programmierschnittstelle (API) und Apps im Beekeeper Marketplace können auch bestehende Systeme wie Lohnabrechnung, Urlaubs- und Schichtplanung sowie Daten- oder Aufgabenteilung nahtlos integriert werden. Im Etailment-Interview stellt CEO Dr. Cristian Grossmann die Beekeeper-Lösung vor.

Mal ehrlich und ohne Buzzwords: Wie würden Sie Ihren Eltern das Start-up erklären?
Wie selbstverständlich kommunizieren wir im Berufsalltag nicht mehr über Fax und Telefon, sondern über das Internet. Mittlerweile gibt es unzählige Programme und Dienste, die die Zusammenarbeit auch aus dem Homeoffice ermöglichen.
All das gilt aber nicht für 80% der Arbeitskräfte auf dieser Welt. Sie stehen am Fließband, sitzen hinter der Kasse, pflegen Kranke oder liefern Pakete aus. Sie sitzen in ihrer Arbeit praktisch nie vor dem Computer. Damit sind die meisten digitalen Tools für sie entweder unzugänglich oder unpraktisch.
Beekeeper will das ändern. Mit einer App, die auf dem Smartphone aller Mitarbeiter sofort startklar sein kann und die alles zusammenbringt, was man im Job braucht: wichtige Unterlagen, Schichtpläne und Formulare, interaktive To-do-Listen, Chats, Firmennews etc. Und das Beste: Jeder kann die App jederzeit nutzen, unabhängig davon, wo er sich gerade befindet, ob am Arbeitsplatz, im Außendienst oder auf einer Zugfahrt.

Wie beschreiben Sie Ihr Geschäftsmodell einem möglichen Partner in einem Tweet (280 Zeichen)?
Beekeeper ist das Betriebssystem für Frontline-Unternehmen. Wir ersetzen alte Arbeitsweisen durch eine intuitive mobile Plattform, die gewerblichen Mitarbeitern alles griffbereit liefert, was sie brauchen, um ihre Arbeit so gut wie möglich zu machen. 

Welche Unternehmen/Kunden konnten Sie bereits überzeugen?
Zu den Kunden in Deutschland gehören Einzelhändler wie Hirmer und Butlers, Mann+Hummel, die Tönnies-Gruppe oder auch die Berliner Stadtreinigung. International arbeiten wir auch mit einer Vielzahl von Krankenhäusern und Hotels wie z. B. der Marriott-Gruppe zusammen.

Mit wem würden Sie gerne ins Geschäft kommen?
Beekeeper kann jedem Unternehmen weiterhelfen, dessen Belegschaft größtenteils ohne Schreibtisch arbeitet. Als besonders hilfreich hat sich unsere Lösung allerdings im Einzelhandel, der Fertigung, der Baubranche, dem Gesundheitswesen und der Hotellerie erwiesen.


Was war die wichtigste Erkenntnis seit dem Start?
Dass die Arbeiter an der Frontline viel mehr können und wollen, als man ihnen zutraut.

Auf welche Erfolgszahl sind Sie besonders stolz?
Eine Million Menschen nutzen Beekeeper, um ihren Arbeitsalltag besser zu machen.

Welche Schlagzeile würden Sie gerne in fünf Jahren über Ihr Start-up in einer Wirtschaftszeitung lesen?
"Der deutsche Arbeitsminister empfiehlt allen gewerblich tätigen Unternehmen den Einsatz der Beekeeper-App"

Start-ups ohne Buzzwords

Sie sind Gründer eines innovativen und spannenden Unternehmens im Umfeld von Handel und FMCG? Können auch Sie Ihr Start-up ohne Buzzwords erklären? Dann melden Sie sich bei uns jederzeit unter ulrike.sanz@dfv.de.

Alle bisher vorgestellten Start-ups finden Sie unter etailment-Startups.de.

MEHR ZUM THEMA: 


Die Everstox-Gründer Felix Haberland, Johannes Tress und Boris Bösch (von links)
© Everstox
Start-ups

Everstox will die Logistik dezentralisieren


Handschriftliche Botschaften werden von mehr Kunden gelesen als gedruckte, sagt Ink-Links-Gründer Maximilian Krist.
© Ink Links
Start-ups

Ink Links: Füller und Tinte als Brücke zur Offline-Welt


Durch Wischen über den Bildschirm des Smartphones stöbern Jooli-Nutzer durch die Produktvideos.
© Jooli
Start-ups

Jooli will Online-Shopping unterhaltsamer machen