Die Smartphone-Bank N26 ist zum wertvollsten deutschen Start-up aufgestiegen. 3,1 Milliarden Euro soll das Berliner Unternehmen derzeit nach einer abgeschlossenen Finanzierungsrunde wert sein. Doch wenn es um die Zufriedenheit der Mitarbeiter und Bewerber geht, ist bei N26 die Situation nicht sehr rosig. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung.

Die Startupnight, Deutschlands größte Start-up-Messe, hat herausfinden wollen, wie zufrieden die Mitarbeiter der 100 wertvollsten deutschen Start-ups beziehungsweise der ausländischen Start-ups mit deutschen Büros eigentlich sind. Dafür haben die Studienmacher die Firmenbewertungen ermittelt und die Metriken des Arbeitgeber-Bewertungsportals Kununu ausgewertet. Berücksichtigt wurden nur die Start-ups, die sich in den letzten zehn Jahren gegründet und Investitionen von mindestens zehn Millionen Euro erhalten haben. Das Ergebnis ist ein Nackenschlag für eines der großen deutschen Start-up-Aushängeschilder. Die Smartphone-Bank N26, die inzwischen mehr als 670 Millionen Dollar bei Investoren holen konnte, landet in der Untersuchung auf dem drittletzten Rang. Die Mitarbeiter bewerten das Unternehmen mit einem Score von 3,82 zwar überdurchschnittlich gut, doch vor allem Bewerber ziehen den Gesamtwert von N26 deutlich runter. Job-Aspiranten kritisieren vor allem das automatisierte Bewerber-Management über einen Chatbot und eine mangelnde Wertschätzung.

Ranking der Start-ups aus Mitarbeiter- und Bewerbersicht.
© Kununu/Startupnight/horizont.net
Ranking der Start-ups aus Mitarbeiter- und Bewerbersicht.
Noch schlechter als N26 schneiden nur der sächsische Airbus-Zulieferer Cotesa und das Berliner Start-up Infarm ab, das Kräuter und Gemüse in smarten Glasschränken heranwachsen lässt und verkauft. Unter den Jungunternehmen, die in puncto Mitarbeiterzufriedenheit mit am schlechtesten abschneiden, finden sich auch Home24, Wimdu, Lieferheld und Getyourguide.

"Unsere Analyse zeigt, dass Firmenbewertungen allein nicht ausreichen. Neben Investitionsrunden und Exitplänen, sollten die Unternehmen auch an ihre Mitarbeiter denken", erklärt Cem Ergün-Müller, Gründer der Startupnight.

Die zufriedensten Mitarbeiter sitzen bei Blinkist

Besonders happy sind die Mitarbeiter von Blinkist. Die Wissens-App, die aus Berlin betrieben wird und im Grunde genommen Sachbücher zusammenfasst und digitalisiert, hat laut der Untersuchung die zufriedensten Mitarbeiter.

18 Mitarbeiter und 3 Bewerber bewerten das Start-up mit einem Score von 4,85 von 5 möglichen Punkten. In den Kategorien Arbeitsatmosphäre und Work-Life-Balance kann das Unternehmen sogar die Bestnote 5,0 für sich beanspruchen.

LeanIX auf Rang zwei vor Signavio

Das in Bonn ansässige Unternehmen LeanIX landet im Ranking der arbeitnehmerfreundlichsten Start-ups auf Platz zwei. Das Unternehmen, das Überblick in der IT-Architektur garantieren soll, erreicht einen Score von 4,77. Die Top drei wird durch Signavio komplettiert. Das Unternehmen mit Sitzen in Berlin und dem Silicon Valley kann einen Score von 4,58 vorweisen.

Der Beitrag erschien zuerst bei Horizont.net.

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