Berlin weist global betrachtet die beste Mobilitätsinfrastruktur von 31 Großstädten auf der ganzen Welt auf. Das ist das Ergebnis der Studie "Mobility Futures" des Marktforschers Kantar. Bewertet wurde anhand des sogenannten "City Mobility Index", der maßgeblich vom Zugang zu einer Vielzahl von öffentichen Verkehrsmitteln und Mitfahrgelegenheiten abhängt. Auch eine zweite deutsche Stadt schafft es im Ranking in die Top 5.

Berlin liegt mit einem Score von 90,7 knapp vor Auckland mit 90,0. Moskau auf Platz drei verbucht 84,1 Punkte. Auf Platz fünf der Städte mit dem besten Zugang zu städtischer Mobilität für ihre Bürger liegt München. Am schlechtesten schneiden Johannesburg, Sao Paulo und Nairobi ab, die allesamt aufgrund ihrer begrenzten öffentlichen Infrastruktur auf dem letzten Platz des Rankings landen.
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Insgesamt wurden 31 Großstädte für die Studie ausgewertet. Sie basiert auf mehr als 20.000 Interviews mit Bewohnern aus diesen Städten und Tiefeninterviews mit 53 Mobilitätsexperten. Ziel der Studie ist es, als Informationsgrundlage für die Planung und Entwicklung des städtischen Verkehrs auf der ganzen Welt zu dienen und zur Entwicklung von Geschäftsstrategien für neue und bestehende Akteure im Verkehrs- und Mobilitätssektor beizutragen, so Kantar.

The City Mobility Index Top 10

Ranking City Score
1 Berlin 90.7
2 Auckland 90.0
3 Moscow 84.1
4 New York 82.9
5 Munich 79.5
6 Milan 79.0
7 Montreal 78.5
8 Warsaw 78.4
9 London 75.1
10 Paris 74.7

Das gute Abschneiden von Berlin und München wird etwas getrübt durch die Tatsache, dass die beiden deutschen Städte einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Einzelfahrern aufweisen (Berlin 30%, München 26%). Dadurch rangieren sie im zweiten Teil der Studie, dem "Green Commuters Index", deutlich weiter hinten und sind nicht in den Top 10 gelistet.

Jochen Dimter, Leiter Mercedes-Benz Vans Vertrieb Deutschland
© Mike Auerbach
Mobilität

"Im innerstädtischen Verkehr ist die Zukunft elektrisch"

Hier können der Analyse zufolge die asiatischen Städte punkten und sind führend beim klimaschonenden Pendeln: Tokio liegt auf Platz Eins gefolgt von Peking und Singapur. Dies sei auf einen geringen Anteil an Einzelfahrern und einen hohen Anteil an Fußgängern, Radfahrern und Nutzern des ÖPNV zurückzuführen. In Europa gelte London aufgrund seines ausgedehnten Bahn- und U-Bahn-Netzes als umweltfreundlichste Pendlerstadt.

The Green Commuter Index Top 10

Ranking City Score
1 Tokyo 84.7
2 Beijing 78.6
3 Singapore 73.3
4 Nairobi 72.3
5 London 69.6
6 Copenhagen 68.5
7 Seoul 68.1
8 São Paulo 66.4
9 Amsterdam 65.2
10 Moscow 64.6
Die "Mobility Futures"-Studie von Kantar zeige auch, dass viele Auto-Pendler nach alternativen Wegen suchen würden, um sich in der Stadt zu bewegen. Bei ihnen wachse der Wunsch zu Fuß, mit dem Fahrrad oder als Beifahrer im Auto unterwegs zu sein.

Gleichzeitig kommt Kantar zu dem Ergebnis, dass ein Großteil der Pendler nach wie vor sehr am eigenen Auto hänge, sei es als Statussymbol, aus Bequemlichkeit oder aufgrund fehlender Alternativen. Die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs löse zudem deutlich häufiger negative emotionale Reaktionen aus als die Nutzung anderer Verkehrsmittel, so eine Studienerkenntnis.

Auch der "Kantar Cycle Index", der die Anzahl an Pendlern zeigt, die mit dem Fahrrad fahren, ist in der Untersuchung inbegriffen. Amsterdam und Kopenhagen sind demnach die Heimat der "Super-Radfahrer" der Welt und rangieren hier auf Platz Eins bzw. Zwei, Peking rundet die ersten drei Plätze ab.´Eine weitere Erkenntnis: Die Bewohner der Städte Südostasiens benutzen laut Studie besonders viele unterschiedliche Reise- bzw. Verkehrs-Apps, um in ihrer Stadt mobil zu sein. In China hingegen ist die durchschnittliche Anzahl der Apps niedriger als im Rest der Welt, da Auto- und Bike-Sharing-Anbieter bereits in andere weit verbreitete Apps wie Baidu, Alipay und WeChat integriert sind, um ihre Angebote noch besser zugänglich zu machen.

Laut Guillaume Saint, Global Automotive & Mobility Lead bei Kantar, zeige die Studie, wie wichtig es sei, die mit Moblilität verbundenen Bedürfnisse und emotionalen Reaktionen der Menschen zu verstehen und als Schlüssel für eine Verhaltensänderung einzusetzen. "Die Menschen nutzen eher Verkehrsmittel, die Freude in ihren Alltag bringen. Die Auswahl des Verkehrsmittels ist eher eine Entscheidung für den Lebensstil als die bloße Art, sich zu fortzubewegen", so Saint.

Der Beitrag erschien zuerst bei Horizont.net.

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