Bequemlichkeit zählt. Das macht automatisiertes Shopping in Zukunft so verführerisch. Das Internet of Things und Digitale Assistenten machen das zudem immer leichter. Eine Studie sagt jetzt, in welchen Bereichen Kunden gut und gerne auf den eigenen Klick verzichten können und welche Branchen von Automatismen besser (noch) die Finger lassen.

Semi-Automatisch: Knopfdruck genügt beim Amazon Dash Button. Mit dem Dash Replenishment Service geht Amazon noch einen Schritt weiter und bietet selbstordernde Geräte, die das fehlende Produkt automatisch nachbestellen. Beteiligte Hersteller sind beispielsweise Samsung, Grundig,Siemens, Brother, Bosch.
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Semi-Automatisch: Knopfdruck genügt beim Amazon Dash Button. Mit dem Dash Replenishment Service geht Amazon noch einen Schritt weiter und bietet selbstordernde Geräte, die das fehlende Produkt automatisch nachbestellen. Beteiligte Hersteller sind beispielsweise Samsung, Grundig,Siemens, Brother, Bosch.
Unter den 14- bis 19-jährigen Onlinern können sich schon heute 80 Prozent automatisiertes Einkaufen vorstellen. Bei den Internetnutzern zwischen 20 und 69 Jahren ist es immerhin mehr als die Hälfte, die Produkte des täglichen Bedarfs (Fast Moving Consumer Goods, FMCG) automatisiert bestellen würde. Insbesondere der Faktor Zeit spielt eine große Rolle. 4 von 10 Konsumenten können sich automatisiertes Shopping vorstellen, um den Einkauf alltäglicher Produkte zu verkürzen. Das zeigt die neue Kompaktstudie „Automatisiertes Einkaufen – Hit oder Hype im Handel?“ von ECC Köln und SAP Customer Experience (ehemals SAP Hybris).
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Allerdings gibt es je nach Branche und Produktsegment erhebliche Unterschiede.
Toilettenpapier – klar – das hat selbst bei den größten Anstrengungen nie etwas mit Erlebniseinkauf zu tun. Hier wie auch bei Haushaltspapier und Waschmitteln können sich rund 40 Prozent der jüngeren Internetnutzer und mehr als jeder zweite erwachsene Befragte vorstellen, automatisiert nachzuordern. Dies trifft auch auf Kaffee, Putzmittel, Rasierklingen oder Duschgel zu.

Automatisiertes Shopping - Wozu dann noch Werbung?

Für Marken wäre das indes nicht ganz ungefährlich. Wozu noch TV-Werbung und Online-Banner, wenn der Kunden das Produkt nur noch per Abo bestellt oder schon längst an automatische Systeme „outgesourct“ hat,  internetfähige Haushaltsgeräte je nach Vorlieben und Bedarf automatisch nachbestellen, und der Kunde über Alternativen nicht mehr nachdenken muss und will?

Geringer ist denn auch das Potenzial dort, wo von Haus aus der Einkauf häufiger wechselt. So sieht die Studie weniger Interesse bei Nudeln, Müsli, Joghurt und Wurstwaren, da hierbei verstärkt variiert wird. Außerdem ist das Potenzial immer auch stark von der Zielgruppe abhängig. Frauen präferieren im Vergleich zu Männern eher die gleichen Marken/Varianten und standardisieren so den Einkauf.

Amazon Dash Replenishment

Das bedeutet aber auch: Für automatisierte Nachbestellungen eignen sich jene Produkte, bei denen Deutsche besonders markentreu sind und die sie daher immer identisch kaufen, wie zum Beispiel Waschmittel, Shampoo oder Deo. 87 Prozent der Befragten geben an, sich bei FMCG-Produkten am liebsten immer für gleiche Marken und Varianten zu entscheiden.
Nicht so prickelnd finden Kunden die automatische Bestellung mit dem scannenden Mülleimer. Hier ein Testmodell eines intelligenten Mülleimers von AllyouneedFresh. Der kann den EAN-Code der Verpackung beim Wegwerfen auf Wunsch scannen und das Produkt gleich in den AllyouneedFresh Warenkorb legen.
© Allyouneed
Nicht so prickelnd finden Kunden die automatische Bestellung mit dem scannenden Mülleimer. Hier ein Testmodell eines intelligenten Mülleimers von AllyouneedFresh. Der kann den EAN-Code der Verpackung beim Wegwerfen auf Wunsch scannen und das Produkt gleich in den AllyouneedFresh Warenkorb legen.

Automatisch, aber flexibel - Vorbild Amazon Abo?

Flexibel soll der Automatismus, so das Ergebnis der Onlinebefragung von insgesamt 693 Internetnutzern, trotzdem sein. Wann, wie viele Produkte und in welcher Ausführung geliefert werden sollen – das möchten die Kunden jederzeit ändern können. „Die Deutschen wollen auch bei automatisierten Bestellungen die Kontrolle nicht aus der Hand geben.
Wie bei so vielen anderen Prozessen im Handel gilt auch hier: Der Kauf soll so individuell und auf den Käufer zugeschnitten wie möglich sein. Nur dann ist auch echte Convenience gegeben“, so Dr. Eva Stüber, Mitglied der Geschäftsleitung am IFH Köln.

Wie simpel man derlei lösen kann, kann man sich, so meine eigene Erfahrungen, schon heute beim Amazon-Abo abschauen, dass überaus bedienerfreundlich Korrekturen ermöglicht und mit gestaffelten Rabatten lockt,  je mehr Produkte automatisch geliefert werden dürfen.
Allerdings braucht es für den automatischen Einkauf noch etwas Vertrauen. Ein Auftrag per App (46 Prozent) ist gegenüber komplett automatisierten Bestellvorgängen der Favorit. Und: 30 Prozent bevorzugen noch vor Amazon die Lieferung durch ein Geschäft in der Nähe.
Wo Kunden den Einkauf gerne an eine Maschine abgeben
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