Gestern hat Bill Ready, President Commerce bei Google, weitreichende Änderungen bei Google Shopping avisiert. Bereits ab der nächsten Woche wird es in den USA kostenfreie Google Shopping Einträge geben. Im Laufe des Jahres sollen diese kostenfreien Google Shopping Einträge dann global zur Verfügung stehen. Was sind die Folgen?

Google Shopping startete im Dezember 2002 in den USA und knapp sechs Jahre später in Deutschland unter dem Namen Froogle. Damals waren Produkteinträge noch kostenlos. Später wurde Froogle dann zur Google Produktsuche und schließlich zu Google Shopping wie wir es heue kennen – als für Werbetreibende kostenpflichtiges Produkt aus dem Google Ads Ökosystem. 2017 gab es dann weitreichende Änderungen, indem EU-Auflagen durch die Gründung einer eigenen Einheit Rechnung getragen wurde.
Google Shopping dient sich den Händlern an
© Google
Google Shopping dient sich den Händlern an
Bereits nächste Woche werden Google Shopping-Einträge zunächst in den USA kostenlos angeboten. Google hat es sich zum Ziel gemacht, diese Änderungen bis zum Jahresende global auszurollen. Die Suchergebnisse im Google Shopping Tab sollen dann überwiegend aus kostenfreien Produktlistings bestehen.
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Google spricht in seinem Blogeintrag sinngemäß von den disruptiven Änderungen im Retail-Sektor, die durch die aktuelle Pandemie nochmals intensiviert und beschleunigt wurden. Zwischen den Zeilen bemüht man sich fast um altruistische Motive „opportunity for struggling businesses to reconnect with consumers, many cannot afford to do so at scale“.
So sieht Google Shopping derzeit noch in Deutschland aus.
© Google
So sieht Google Shopping derzeit noch in Deutschland aus.
Das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass hier vermutlich anderen Gesichtspunkten Rechnung getragen wird: die Marktmacht von Amazon ist in den letzten Jahren immer weiter gestiegen und insbesondere die Produktsuche verlagert sich sukzessive immer weiter von Google in Richtung Amazon.

Durch die aktuelle Pandemie steigt die Bedeutung des E-Commerce, Amazon gehört mutmaßlich zu den Krisengewinnern. Durch diesen massiven Schritt versucht Google hier gegenzusteuern. Vielleicht ist Änderung schon länger geplant gewesen und vielleicht hat die aktuelle Situation dazu geführt, dass man diese Änderung etwas früher ausrollt.

Die Änderung von Google Shopping bedeutet für viele Retailer zunächst in den USA eine signifikante, kostenfreie Erhöhung ihrer Reichweiten, die Konsumenten finden dann perspektivisch deutlich mehr Produkteinträge als bislang unter Google Shopping. Solche Merchants, für die Google Shopping ggf. bislang aus Margengesichtspunkten nicht attraktiv war, werden nun ihre Produkte listen.

Gerade im Hinblick für neue Merchants dürfte die Aussicht attraktiv sein, dass der Onboarding-Prozess im Merchant Center in den kommenden Wochen modernisiert werden soll. Der Merchant Center in den USA ist seit gestern für neue Händler geöffnet und benötigt dafür kein Google Ads.
Händler, die bereits mit Anzeigen in Google Shopping aktiv sind, müssen nichts weiter tun. Die bezahlten Kampagnen werden um kostenfreie Listings erweitert. Dafür muss lediglich im Google Merchant Center der Menüpunkt „surfaces across Google“ aktiviert werden.

Im Umkehrschluss heißt das, dass die bisherigen Anzeigen auch künftig weiter funktionieren wie bislang und auch weiterhin in den „Ad Slots“ erscheinen, d.h. mit bezahlten Einträgen sichert man sich eine bessere Sichtbarkeit als nur mit den organischen Ergebnissen – im Prinzip wie in der normalen Google Suche.

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