Wenn beim Versand die Minuten zählen, dann steigen auch die Anforderungen an die erste Meile. Start-ups wittern deshalb in der Intralogistik gute Geschäfte.

Bei Zalando pickt der Roboter

Gerade Zalando hat es immer eilig. Nach ersten Tests mit dem Logistikroboter TORU von Magazino, werden deren mobilen Pick-Roboter nun öfter eingesetzt. Das Besondere: Im Gegensatz zu anderen Automatisierungstechnologien, bei denen nur ganze Ladungsträger wie Paletten oder Kisten bewegt werden können, können die mobilen TORU-Roboter dank Künstlicher Intelligenz sowie 3D-Kameratechnik einzelne Objekte erkennen, greifen sowie transportieren und sind damit in der chaotischen Lagerung einsetzbar. Der Roboter des Münchner Start-ups erhält seine Pick-Aufträge über das Warenwirtschaftssystem des Lagers via WLAN, fährt dann autonom zum richtigen Regal, lokalisiert und identifiziert dort mit seinem Kamera- und Lasersystem den bestellten Artikel, greift ihn mit seinem adaptiven Greifarm und bringt ihn zur Versandstation. Retouren können auf die gleiche Art wieder in das System eingespeist werden.
 Die drei Gründer von Magazino: Nikolas Engelhard, Frederik Branter, Lukas Zanger
© Siemens AG
Die drei Gründer von Magazino: Nikolas Engelhard, Frederik Branter, Lukas Zanger

Automatisierung der Intralogistik

Eine Inventur bedeutet für Einzelhändler immer viel Arbeit. Das Start-up doks.innovation bietet automatische Lösungen, die die Prozesse vereinfachen. Angefangen von der Bestands- und Stammdatenerfassung bis hin zur Auslieferung von Drohnen bietet das Start-up aus Dortmund Automatisierungs-Lösungen, die auf innovativer Sensorik, Robotik und intelligenten Algorithmen beruhen. 

Quantitec wurde 2014 von Ersan Günes (links) und Gonzalo Ibarra gegründet.
© Quantitec
Start-ups

IntraNav - Dirigenten in der Lagerhalle

Kommissionieren per Datenbrille

Picavi hat Pick-by-Vision – die Kommissionierung mit Datenbrillen – von einer Vision zur marktreifen Lösung für die Intralogistik entwickelt. Durch die visuelle Prozessführung, der Mitarbeiter wird mithilfe der Datenbrille Schritt für Schritt durch den Kommissionierprozess und das Lager geführt, ermöglicht der Software-Entwickler und Full-Service-Anbietereinen ermüdungsarmen Betrieb und sorgt eigenen Angaben zufolge für eine Zeitersparnis von bis zu 30 Prozent sowie eine Senkung der Fehlerquote.
Picavi – so lässt sich "frei Hand" mit der Datenbrille kommissionieren
© Picavi
Picavi – so lässt sich "frei Hand" mit der Datenbrille kommissionieren

Fitness-Tracker für Unternehmen

Bewegungs-Tracker helfen der persönlichen Fitness. Das Prinzip kann man aber beispielsweise auch für die Intralogistik nutzen und dadurch Prozesse verbessern. Das Start-up MotionMiners hat dafür eine Lösung. Das Start-up misst manuelle Arbeitsprozesse, Software kann dann aus den aufgenommenen Daten ermitteln, aus welchen Arbeitsschritten der Prozess besteht, wie lange diese dauern und wie oft ein Arbeitsschritt vorkommt. So kann ein Unternehmen Informationen darüber gewinnen, wie die eigenen Arbeitsprozesse schneller und weniger belastend für die Mitarbeiter gestaltet werden können.
Die Gründer von MotionMiners: Sascha Kaczmarek, René Grzeszick, Sascha Feldhorst
© Motionminers
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