Im deutschen Online-Modehandel zeichnet sich ein positiver Corona-Effekt ab: Wie das Finanztechnologie-Unternehmen After Pay in einer Verbraucherumfrage ermittelte, ist die Zahl der E-Fashion-Käufe seit der zweiten Märzhälfte um 28% gestiegen. In den Niederlanden und Norwegen verzeichnete die Bertelsmann-Tochter sogar Zuwachsraten von 54% und 61%.

Den größten Boom erlebten die hiesigen E-Fashion-Anbieter in der zweiten Aprilhälfte. Damals kletterten das Volumen der Online-Käufe im Vergleich zu der Zeit vor Ausbruch der Pandemie um 53%. Die holländischen Anbieter erreichten ihren Purchase Peak in der ersten Maihälfte, als sich die Zahl der Käufe verdoppelte (101%).

Als Gründe für die starken Zuwachsraten After Pay zwei Faktoren an:

  1. Den Online-Modehändlern ist es während der Corona-Krise gelungen, Verbraucher anzulocken, die ihre Modeartikel zuvor offline gekauft haben. Konkret: In Deutschland hat sich die Zahl der Online-Kunden, die in einem Zeitraum von zwei Wochen Mode eingekauft haben, von 18% auf 25% erhöht. In den Niederlanden stieg der Prozentsatz vom gleichen Niveau sogar auf 28%. Laut After Pay hat sich das soziodemografische Profil von Online-Modekäufern erweitert. Es umfasse nun mehr Männer und Familien mit Kindern sowie Verbraucher, die in Vororten und mittelgroßen Städten leben.
  2. Modekunden kaufen jetzt öfter online ein, was laut After Pay zu einem leichten Anstieg des E-Commerce-Volumens im Modebereich geführt habe. In allen untersuchten Ländern hätten die Modekäufer innerhalb von zwei Wochen 1,3 bis 2,2 Modekäufe getätigt. Dies sei auf unterschiedliche Zeitplanungen zurückzuführen. Zum Beispiel die verschiedenen Termine für Sommerschlussverkäufe in den einzelnen Ländern. Zudem hätten die jeweiligen Regierungen ihre Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen zu unterschiedlichen Zeiten gelockert.


Ferner zeigt die Studie, dass Modekäufer generell auf doppelt so viele Online-Käufe kommen wie Verbraucher, die keine Modeprodukte kaufen. Konkret: „Ein Modekäufer tätigt in der Regel 50% seiner Einkäufe im Modebereich; die anderen 50% verteilen sich auf alle anderen E-Commerce-Kategorien“, heißt es in einer Pressemitteilung zu der Untersuchung, für die 16.500 Verbraucher in Deutschland, den Niederlanden und Norwegen zu ihrem E-Commerce-Verhalten befragt wurden.



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