Wer sich in der Handelslandschaft umhört, dem werden Shop-Versuche bei Facebook immer noch als Experiment, noch dazu mit ungewissem Ausgang, dargestellt. Gerade deutsche Unternehmen treibt bei F-Commerce immer die Angst vor der kleinen Umsatzzahl um.
Über die man zuweilen auch ganz froh zu sein scheint, angesichts der Befürchtung, IT-Infrastruktur und Warenwirtschaftssystem könnten nicht mithalten, wenn plötzlich Shopping bei Facebook ein Massenphänomen wird.
Ein Grund für die Schüchternheit der Händler: Wer sich mit Freunden im Netzwerk zum Dialog trifft, der will nicht shoppen, fühlt sich eher gestört, so die These.
Doch das muss nicht sein, wenn sich der Verkauf an einige Grundregeln hält.
An Umsatz ist schließlich einiges machbar. Wer einige Regeln, alte Kaufsmannstugenden im Grunde, beachtet, der kann auch von Facebook profitieren.
Regel Nummer 1. Nicht aufdrängen. Fab.Com, Anbieter für Deisgner-Möbel und Wohnaccessoires bietet beispielsweise einen Live Feed, der zeigt was andere Fab-Fans mögen, kaufen, retweeten. Aber: der Feed mit den eigenen Einkäufen wird nicht automatisch auf die Pinnwand gespült, sondern man muss ihn per Opt-in aktivieren, um selbst als Nutzer namentlich erkannt zu werden.
Regeln Nummer 2. Gesprächsthemen anbieten. Wer verkaufen will, erreicht das oft auch über Umwege. Wettbewerbe und Umfragen können das Interesse an Einzelprodukten und Sortimenten steigern.
Regel Nummer 3. Schaufenster sein. Seien wir ehrlich: Die Shops auf Facebooks ähneln durchweg eher Webshops kurz nach Erfindung des Akustikkopplers. Fab.com und die gehypten digitalen Pinnwände wie Pinterest und Pinspire, zeigen das Stöbern in Warenwelten eine extrem soziale Komponente hat, die dann Kaufimpulse auslösen kann. Diese Lust am Stöbern reizen die F-Commerce Lösungen noch gar nicht aus.
Regel Nummer 4: Begleitende Werbung. Es ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit an der gerne gespart wird. Die Nutzung der Werbemöglichkeiten auf Facebook mit ihren Möglichkeiten Kunden zielgerichtet anzusteuern, macht vielleicht überhaupt erst Kunden auf die Shopping-Optionen aufmerksam. Wer sich allein auf die Einbindung auf der Fanpage verlässt, muss sich über eine verlassene Ladenzeile im Netzwerk nicht wundern.
Regel Nummer 5: Konzentration. Gerade in der Startphase kann es sinnvoller sein, sich auf Hardcore-Fans zu konzentrieren und diese mit einem ausgewählten Sortiment zu erreichen oder ihnen sogar spezielle Produkte noch vor dem Start im klassischen Webshop anzubieten. Somit entsteht für die Kunden ein Mehrwert. Der Porzellanhersteller Kahla bietet beispielsweise einen Fanshop mit ausgesuchten Produkten.
Facebook-Kunden sehen sich als VIPs
Regel Nummer 6. Sharing beachten: Besonders gut kommen solche Produkte an, deren Kauf man gerne Freunde mitteilt und die gut verschenkt werden können.
Regel Nummer 7. Belohnung. Facebook-Kunden sehen sich als Kunden mit VIP-Status. Exklusive Angebote, spezielle Serviceleistungen und kleine Belohnungen werden gerne gesehen. Schon mal darüber nachgedacht, den Facebook-Kunden beim Kauf eine kostenlose digitale Rose oder andere rein virtuelle Güter zu schenken, die sie dann an Freunde weiterreichen können?
Regel Nummer 8: Keep it simple. Siehe auch Regel Nummer 3. Bei der Gestaltung der Landingpage zum Facebook-Shop und bei den ”Call to Action”-Funktionen muss es einfach und kurz bleiben. Es muss schnell gehen. Schließlich ist der Kunde ja eigentlich aus anderen Gründen bei Facebook.
Regel Nummer 9: E-Mail wirkt. Der Tod der E-Mail ist ziemlich übertrieben, bilanziert Fab.com. Doch welcher Newsletter wird genutzt, um den besonders am Unternehmen interessierten Newsletter-Abonnenten zusätzlich auf die Fanpage oder gar den Facebook-Shop aufmerksam zu machen?
Weitere Erkenntnisse: Studie von BBDO Proximity zum Facebook Commerce
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Ein Kommentar
CANCOM hat auch einen kleinen Facebook-Shop. Mit dem CANCOM Accessory – Kit -> http://bit.ly/sus5HP
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