Amazon will in einem Pilotprojekt ausgewählte stationäre Händler fit für das Internet machen. etailment begleitet in den kommenden Monaten ausgewählte Händler des Pilotprogramms auf ihrem Weg in die digitale Zukunft.

Fast ist die Neugierde greifbar, als die Händler an dem kalten Freitagmorgen in Berlin eintrudeln: Der Onlineriese Amazon hat zum Auftakt des Förderprogramms „Unternehmer der Zukunft – lokal und um die Welt“ 23 „kleine“ Händler in sein Entwicklungszentrum in Berlin eingeladen. 
Bei der Initiative will Amazon kleine Unternehmen fürs Digitalzeitalter rüsten. Seit Oktober 2016 konnten sich kleine Firmen mit bis zu 20 Mitarbeitern für eine Teilnahme am Programm bewerben, indem sie ihre größten Herausforderungen auf dem Weg zum Erfolg in einem kurzen Anschreiben skizzierten.

Bei dem neudeutsch Kickoff genannten Termin treffen die ausgewählten Unternehmen erstmals auf ihre Coaches, allesamt Internetprofis, die sie in den kommenden Monaten auf den Weg in die digitale Zukunft begleiten werden. 
Vorzeige-Beispiel Flixbus: Vortrag von Gründer Daniel Krauss in Berlin
© Amazon
Vorzeige-Beispiel Flixbus: Vortrag von Gründer Daniel Krauss in Berlin
Bei den Händlern reicht die Bandbreite von familiengeführten Modegeschäften über biologische Reinigungshersteller bis zum Fliesen- und Badhändler. In den kommenden Monaten erarbeiten die Teilnehmer ihren E-Commerce-Aktionsplan und setzen ihn um. Auf ihrer Agenda steht beispielsweise, den stationären Laden um einen Onlineshop zu erweitern, europaweit zu exportieren und die eigene Marke online zu etablieren. 
„Wir wollen online mehr Kunden gewinnen – bisher haben wir vorwiegend in unserer Umgebung verkauft“, nennt zum Beispiel Tobias Gellhaus als Beweggrund für seine Bewerbung am Pilotprogramm. Er führt in zweiter Generation den Freudentaler Kinderladen, einen Babyfachmarkt aus dem Baden-Württembergischen Freudental. „Von den Profis zu lernen ist eine riesige Chance für uns.“ 

„Von den Profis zu lernen ist eine riesige Chance für uns.“

Tobias Gellhaus, Freudentaler Kinderladen
Jedes der 23 Unternehmen steht vor unterschiedlichen E-Commerce-Herausforderungen, die sie im Programm anpacken wollen. So will der Hofladen Kratzer aus Gablingen bei Augsburg seine landwirtschaftlichen Produkte im Internet vertreiben – nach einem nicht erfolgreichen ersten Versuch.

Vor allem solle künftig die Einzigartigkeit der hauseigenen Nudelprodukte im Internet besser erkennbar werden: „Wenn ein Kunde von unserem Hof fährt, hat er das Gefühl, etwas ganz Besonderes in seiner Einkaufstasche zu haben. Genau dieses Gefühl soll er künftig auch beim Öffnen eines Pakets haben“, sagt Andreas Kratzer, der Betreiber des Hofladens. 
„Im digitalen Zeitalter sind Risikobereitschaft und Experimentierfreude gefragt. Als Pioniere in ihren Bereichen werden die Unternehmer auch mal Fehler machen. Das Programm hilft ihnen dabei, die Kosten des Scheiterns zu minimieren und ihr Wachstum zu beschleunigen“, ist Markus Schöberl, Director Händlerservices Amazon Deutschland und Initiator des Programms, überzeugt.

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