Dass die Belegschaften im Handel in der Mehrheit weiblich sind, ist nichts Neues. Einen überdurchschnittlichen Frauenanteil gibt es aber nicht nur beim Verkaufspersonal, sondern auch auf der Führungsebene.

So liegt laut dem Handelsverband Deutschland der Frauenanteil in der ersten Führungsebene (Geschäftsführer, Inhaber, Vorstand, Filialleitung, Betriebsleitung) im Einzelhandel bei rund 27 Prozent und damit höher als in der gesamten Privatwirtschaft (25 Prozent).

In der zweiten Führungsebene stellten Frauen sogar 40 Prozent, im Vergleich zu 35 Prozent in der Gesamtwirtschaft.

"Quote ist überflüssig"

"Eine gesetzliche Frauenquote ist völlig überflüssig", bekräftigte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth deshalb anlässlich des internationalen Frauentages am vergangenen Donnerstag die Verbandsposition.

Etwa zwei Drittel der 2,9 Millionen Einzelhandelsmitarbeiter sind weiblich. Der Einzelhandel ist laut Genth für Frauen auch deshalb ein attraktiver Arbeitgeber, weil hier Arbeitszeiten familienfreundlich organisiert werden könnten. Etwa die Hälfte aller Handelsmitarbeiter nutzt die Möglichkeit, in Teilzeit zu arbeiten, um neben dem Beruf auch Zeit für die Familie zu haben.

Teilzeit oder Minijobs stünden, so Genth, in der aktuellen Diskussion "zu Unrecht in Misskredit". Viele Mitarbeiter profitierten von der Flexibilität, die diese Beschäftigungsformen ermöglichten.