In Südkorea kaufen mehr Kunden als sonst auf der Welt ihre Lebensmittel online, in Singapur wird mehr Make-up über das Smartphone recherchiert als über den Desktop-Computer und Chinesen schreiben im Gegensatz zu den wortkargen Finnen deutlich häufiger eine Rezension in Bewertungsportalen. Das sind einige der Ergebnisse des „Consumer Barometer“ von Google, für das TNS Infratest mehr als 150.000 Onliner weltweit zu ihrer Mediennutzung und zum Online-Shopping befragt hat. Dabei kommen durchaus auch spannende Erkenntisse über deutsche Kunden im Web zu Tage.

Jeder dritte Internetnutzer in Südkorea kauft Lebensmittel im Online-Supermarkt – ein Viertel von ihnen über das Smartphone. Von einer solchen Akzeptanz für Essbares aus dem Web können Händler hierzulande nur träumen. In Deutschland beträgt die Online-Quote bei Lebensmitteln gerade einmal 1,6 Prozent.

42 Prozent aller Einkäufe für Puder und Lipgloss In Singapur werden via Smartphone recherchiert, nur 36 Prozent über den Computer. In Deutschland sind es fünf Prozent, die Make-up-Käufe über das Smartphone vorbereiten, und immerhin 16 Prozent, die über den PC recherchieren.

Kanadas Konsumenten sind im weltweiten Vergleich indes äußerst resistent gegen Online-Shopping. Nur 21 Prozent ihrer letzten Käufe fanden online statt. Ähnliches Bild in Portugal – hier sind es 17 Prozent. Die E-Shopping-Heroes sind die Südkoreaner: Jeder zweite Kauf erfolgte zuletzt online. In Deutschland sind es immerhin 
35 Prozent.

Jeder zweite Online-Shopper in Hongkong sucht sich dort passende Haushaltsgeräte wie etwa Waschmaschinen per Smartphone aus. Zum Vergleich: Der deutsche Online-Shopper präferiert den Computerscreen für die Recherche, das Smartphone ist nur bei 14 Prozent relevantes Recherche-Device für weiße Ware.

In China ist der Mitteilungsdrang nach einem Shopping-Bummel besonders groß. Jeder dritte Befragte der Volksrepublik hat seinen letzten Kauf online bewertet. Das ist Weltspitze. Die Finnen sind dagegen zumindest im Internet so wortkarg, wie man ihnen allgemein nachsagt. Nur drei Prozent äußern sich nach einem Online-Kauf in Bewertungsportalen. Die Deutschen sind mit sechs Prozent ebenfalls eher zurückhaltend.


Mehr Daten unter: www.consumerbarometer.com. Dort finden sich onlinerepräsentative Daten zu den digitalen Konsumenten in 56 Ländern. Dazu hat das Marktforschungsinstitut TNS Infratest Mitte 2014 im Auftrag von Google mehr als 150.000 Onliner befragt (pro Land 3.000 digitale Konsumenten online beziehungsweise 1.200 in persönlichen Interviews). Auch die Märkte Österreich und Schweiz wurden mit eigenen Länderdaten erfasst. Aus den Daten lassen sich leicht eigene Tabellen erstellen.