Frische ist immer noch einer der großen Knackpunkte beim Online-Einkauf von Lebensmitteln. Künstliche Intelligenz und Machine Learning sollen dem Kunden daher besonders frische Erdbeeren und knackigen Salat garantieren.

Die Frische ist der Lackmustest für den Lebensmittel-Onlinehandel. Hier traut der Kunde den Onlinern noch nicht so recht. Laut einer aktuellen Studie von RichRelevance wollen fast drei Viertel aller Befragten Lebensmittel lieber selbst in die Hand und Augenschein nehmen und so den Frischetest machen.

Dabei kann das Künstliche Intelligenz womöglich sogar besser. Amazon Fresh bestimmt beispielsweise den Reifegrad von Obst testweise mit Algorithmen, um Kunden so möglichst frische Produkte zu liefern und die Abschriften zu verringern. Das soll sogar zuverlässiger arbeiten als die Reifegradüberprüfung per Hand.

„Das automatisierte System zur Reifegraderkennung besteht aus einem Förderband, das die Lebensmittel in Behältern zu einem speziellen Sensor transportiert“, sagt Michael Donoser, Teamleiter der Abteilung „Computer Vision“ bei Amazon Machine Learning. „Der Sensor ähnelt einer normalen Kamera, die jedoch auch Informationen aufnehmen kann, die für das menschliche Auge unsichtbar sind." In Sekundenbruchteilen soll die KI so Frische und Halrtbarkeit einer ganzen Stiege beurteilen.

Dazu wird der Maschine außerdem laufend und mit wechselnden Produktvarianten antrainiert, wie frische Produkte auszusehen haben.

Wie Algorithmen Obst sortieren

Noch ist das aber ein ehrgeiziger Testlauf. Für einen flächendeckenden Einsatz muss das System noch reifen.

Frische ist aber nicht die einzige Hürde, die der Lebensmittel-Onlinehandel noch nehmen muss.

Umfrage: Kunden wollen Lebensmittel sofort

Laut Umfrage von Rich Relevance, Anbieter für Omnichannel-Personalisierungen, sagen 48 Prozent der Verbraucher, dass sie die Lebensmittel sofort brauchen und nicht warten wollen. In der Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen ist dies sogar die Hauptursache dafür, Lebensmittel nicht online einzukaufen. Darüber hinaus gaben 45 Prozent der Befragten an, dass ihnen die Lieferkosten zu hoch seien.

20 Prozent der Befragten an, dass sie die fehlende Auswahl an alternativen Produkten beim Lebensmitteleinkauf im Internet besonders frustriert. Auch die fehlende Beratung (14 Prozent), die wiederholte Eingabe von Präferenzen oder persönlichen Daten (13 Prozent) und die Schwierigkeiten bei der Suche nach Waren, die den Ernährungsbedürfnissen entsprechen (13 Prozent), werden von den Befragten als frustrierend empfunden.

Besonders hilfreich fanden 52 Prozent der insgesamt 500 Befragten in Deutschland die Möglichkeit, Ernährungsvorlieben (fettfrei, glutenfrei) anzugeben, auf deren Basis weitere relevante Produkte und Spezialangebote angezeigt werden. Dass die Lieferung zu einer festgesetzten Zeitspanne zusammen mit anderen Online-Bestellungen erfolgt, fanden 45 Prozent der Befragten nützlich.

Dass nach dem Hinzufügen von Produkten in den Warenkorb relevante oder komplementäre Produkte für beliebte Gerichte oder Rezepte angezeigt werden, kam bei 44 Prozent der Befragten gut an. 42 Prozent finden es besonders hilfreich, wenn Alternativen angezeigt werden, sollte ein bestimmter Artikel nicht vorhanden sein. Dass sich frühere Bestellungen und Favoriten anschauen lassen und dadurch Artikel schneller gefunden werden, konnte bei 41 Prozent der Befragten punkten.

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