Bald ist Ostern, der Urlaub steht an, ihr Partner ist schon voller Vorfreude, aber sie können diese noch nicht teilen? Schreibtisch? Voll. Ablage? Voll. Mailbox? Voll. Projektplan? Hinter der Zeit. Internet? Irgendwas will immer geklickt werden. Social Media-Gedöns? Zieht sie immer wieder rein. Da droht schnell die Vermeider-Falle und man muss plötzlich noch viel auf den letzten Drücker erledigen. Diese Infografik fasst die wichtigsten Zeitdiebe kompakt zusammen, gibt Lösungstipps und liefert eine Map zur Selbstanalyse. Was dabei rauskommt? Eine Anti-Vermeidungsstrategie am konkreten Beispiel: Des Schreibens dieses Beitrags.

Innerer Beobachter versus innerer Schweinehund

Zeitmanagement-Grafiken? Boring! Nicht ganz.

Diese bietet eine schöne Map zur Selbstanalyse. Sehr vereinfacht in der Darstellung, wirkt aber: Eine tiefgründige Selbstanalyse ist hier nicht das Ziel, sondern: Es einfach mal zu machen. Denn: Wer sich die Mühe macht kurz herausbekommen zu wollen, zu welchem Vermeidertyp er gehört, weckt damit automatisch den "inneren Beobachter" in sich. Die Voraussetzung, um zwischen "Wahrnehmen" und "Handeln" (und "Nichthandeln") noch einen Slot in die seine "innere Prozesskette" einzufügen. Das "Innehalten" und den anschließenden Dialog mit sich selbst. "Innehalten" kann der beste Freund werden, wenn man sich darin ein bisschen übt: "Muss ich darauf sofort reagieren, nur weil ich emotional angetriggert bin?" Innehalten. "Gerade keine Lust, das verschiebe ich auf m...". Innehalten. "Ich habe nicht mehr genug Zeit, um meine Aufgabe fertig zu bekommen, jetzt gerate ich in P...". Innehalten.

Am lebenden Objekt, also "Live und in Echtzeit"

"Dieser Beitrag hat doch gar nichts mit E-Commerce zu tun und (küchen-) psychologisch lehnst du dich mal ganz schön weit aus dem Fenster. Den kannst du so nicht ablie...". Innehalten. "Doch das kann ich, denn a) kriege ich Nutzwert und Unterhaltung bestimmt noch irgendwie auf einen Nenner, b) man kann auch mal ein Offtopic bringen, c) bin ich zeitlich unter Druck und habe keine Zeit nach einem neuen Thema zu suchen, woraus d) folgt: Abliefern ist besser als Rumgrübeln, warum heute nichts anderes geklappt hat und darüber die Gefahr droht, heute gar nichts zu bringen." "Aber wenn du dir negative Kommentare einfängst?" "Dann ist das halt so. Das muss ich dann aushalten. Vielleicht ziehe ich mir eine blutige Nase, aber der Beitrag "versendet" sich irgendwann und am Ende bleibt dann immer noch das "Plus" durch d): Angekündigt und abgeliefert haben." "Na gut, hau ihn raus." "Siehste."

Ein solcher innerer Monolog gegen den eigenen Perfektionsanspruch und die Hemmungen, die sich daraus ergeben können, lässt sich natürlich auch auf andere Tätigkeiten übertragen. Die obersten Maximen sollten dabei immer sein: Was sich in Teilen erledigen lässt, braucht man nicht in Gänze zu vermeiden. Und: Jede Form von Erledigung/Ergebnis ist besser als auf der Suche/Überlegung nach etwas Besserem zu keiner Lösung gekommen zu sein. Glauben sie nicht? Na dann gehen sie mal zu einem Projekt-Meeting nur mit einem "perfekten" Ideenansatz im Kopf, den sie aber noch nicht ausarbeiten konnten. Ihr Kollege hat eine "Standard-Lösung" als fertige Präse parat. Wer steht gegenüber der Projektgruppe besser da? "Siehste".

Viel Spaß bei der Selbstanalyse und einer anschließenden Bekämpfung der Top 10 Zeitkiller. Grafik: Officetime