Kurz vor 9: DPD und GLS planen Paket-Maut, Etsy, Zooplus, DHL, Hermes, Cashcloud, iBeacon, Flipboard, Weihnachts-Prognose

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 12. November 2013 |

DPD
Wenn der DPD-Mann nur einmal klingelt
DPD/GLS:  Absage an Service. Weil Online-Einkauf immer weiter wächst, mehr Stress und Kosten für die Logistiker bedeutet, sollen sich die Kunden gefälligst selbst mehr Mühe geben und sich das Paket - bitte schön - selbst in den Paketstationen abholen, wenn sie beim ersten Klingeln nicht da sind, meldet Die Welt. Keine Mehrfach-Zustellungen mehr, so lautet nämlich unisono der Tenor von DPD und GLS, mit denen ich so meine eigenen Erfahrungen hatte. GLS-Chef Rico Back: „Wir brauchen einen Bewusstseinswandel. Onlinebesteller müssen sich ihre Sendungen selbst abholen“. DPD-Chef Arnold Schroven: „Wenn wir unser Netz an Paketshops wie geplant ausgebaut haben, werden wir darüber nachdenken, ob wir weniger Zustellversuche machen.“ Mehr Service gibt es dann nur noch gegen Aufpreis. Also quasi eine Art Paket-Maut. Oh, grad kommt noch die Meldung herein, dass das Verkehrsministerium weniger Straßen bauen und bestehende Straßen zurückbauen will, weil die Leute soviel Auto fahren.

Jetzt lesen: Etsy dreht die Zeit zurück und Hermes nimmt Pakete überall.


Zooplus:
Vielleicht lag es ja am Schildkrötenfutter, das ist schließlich eines der großen Umsatzsegmente im Tiernahrungsbereich neben Katzen- und Hundefutter. Jedenfalls hat Zooplus nun erstmals Gewinn gemacht: 1,7 Millionen Euro im 3. Quartal (vor Steuern). Als Gesamtumsatz peilt Zooplus 415 Millionen Euro an. Da wurde aber auch gespart und an der Effizienz gedreht. Bei der Logistik. Gut. Aber auch am Marketing. Binnen Jahresfrist habe sich der Umsatzanteil, den Zooplus für Marketing ausgibt, in etwa halbiert, schreibt die Wiwo. Das könnte sich langfristig noch rechnen rächen.

 
Miacosa: Bislang setzte das Curated-Shopping-Start-up Miacosa auf Promis aus Funk und Fernsehen. Damit ist nun Schluß. Stattdessen sollen Youtube-Stars nach eigenem Gutdünken Produkte vorstellen. Der Einsatz der Videoblogger könnte sich viral auszahlen. OnetoOne


Deutsche Post DHL: Die Deutsche Post DHL hat im 3. Quartal weniger Umsatz gemacht. Minus 2,5 Prozent auf 13,5 Milliarden Euro. Aber "Dont panic" heißt es. Ursache waren nach Konzernangaben vor allem negative Währungs- sowie weitere anorganische Effekte. Bereinigt um diese Einflüsse holte die Deutsche Post ein Umsatzplus von 3,4 Prozent herein. Das operative Ergebnis stieg um 7 Prozent. Für das Gesamtjahr wird ein Konzern-EBIT zwischen 2,75 und 3,0 Milliarden Euro angepeilt.


Hermes: Das ist ja mal praktisch, um seine Retouren wieder bequem in den Prozess zu geben. Die Hermes Logistik Gruppe Deutschland (HLGD) startet testweise einen Mobilen Mitnahmeservice mit Überall-Paketabgabe. Online frankierte Päckchen und Pakete können ab sofort überall einem für Hermes tätigen Zusteller mitgegeben werden, etwa wenn dieser eine andere Sendung zustellt oder auf der Straße angetroffen wird. Das Angebot ist aufpreisfrei und gilt ausschließlich für Sendungen mit ausgedrucktem Online-Paketschein. Kassiert wird durch den Zusteller vor Ort. Der Test von Hermes läuft bis bis zum 21. Dezember 2013.


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Cashcloud: Handys mit NFC sind ja immer noch eher so häufig wie ein Baum in Island. Da könnte Cashcloud beim mobilen Bezahlen mit einem NFC-Sticker helfen. Eine virtuelle NFC-Bezahlkarte wird als Aufkleber auf die Rückseite des Smartphones geklebt. Kooperationspartner ist MasterCard. Zusätzlich braucht es noch die cashcloud-App eWallet. Mobilbranche


Digitale Welt:


Etsy: Mit einer globalen Werbekampagne geht der Handarbeits-Marktplatz Etsy an den Start. Im Mittelpunkt der Web-Spots stehen die handwerklichen Künste von Etsy-Verkäufern. Die passend zur Weihnachten-Aktionsseite heimelig inszenierten Spots (Beispiel) sollen die Magie des Selbstgemachten demonstrieren und zeigen in einer Rückblende wie das Produkt in der Geschenkbox entstand. Etsy


Le Printemps: 10 Prozent Umsatz mit Mode im E-Commerce peilt die französische Warenhauskette Le Printemps an, die erst kürzlich den französischen Online-Shop Place des Tendances übernommen hatte. Helfen soll dabei auch eine Sortimentserweiterung im Online-Bereich und die Nutzung zusätzlicher Kundendaten nach der Übernahme.  TextilWirtschaft


Cheap Monday: Die schwedische Modemarke Cheap Monday, eine H&M-Tochter, startet in 18 europäischen Ländern, darunter Deutschland, mit einem eigenen Onlineshop, meldet die TextilWirtschaft. Zum Start gibt es eine Pre-Collection vorab im Webshop. Quasi Lockstoff für Online-Kunden.


iBeacon: Mobile Payment, Location Based Services und Indoor-Navigation. All das will iBeacon von Apple können und soll mittels Bluetooth das immer noch winzige NFC-System überflüssig machen. Das könnte den Handel massiv beeinflussen, schreibt jetzt der Guardian. Kein Wunder: Nutzer können über eine aktivierte Bluetooth-Schnittstelle und eine iBeacon-fähige App eine Verbindung zu Bluetooth-Modulen, sogenannten Beacons herstellen. Dies erlaubt eine genaue Messung ihres Standortes mit einer Reichweite von 10 Metern. Kunden können also regalgenau angesprochen werden. Um das Feature in iOS7 hat Apple selbst noch nicht viel Aufhebens gemacht. Achim Himmelreich, Partner bei Mücke, Sturm & Company, wundert das: "iBeacon besitzt ein großes Marktpotenzial und ist sehr erfolgsversprechend". Auch weil es in Läden vergleichsweise kostengünstig eingerichtet werden kann.


Digitale Praxis:

Flipboard: Die App Flipboard, mit der man sich seinen Nachrichtenfeed zu einem schmucken Magazin zusammenbauen und das sogar mit anderen teilen kann, macht es nun leichter, aus Produktfunden im Web eigene bunte Shopping-Magazine zu erstellen. Die sollen in der gerade geupdated Version als Shopping-Kataloge dienen. Das soll Marken und Händlern dazu dienen, weitere Kunden anzusprechen. Neben eigenen Shopping-Katalogen vom Flipboard Team und Star-Kuratoren sind unter anderem auch Banana Republic, Birchbox, eBay, Etsy, Fab, Levi’s und ModCloth zum Start mit eigenen Katalogen vertreten (Erklärvideo). Flipboard-Blog


Marktplätze: eBay hat zusammen mit shopanbieter.de einen Leitfaden zum Verkaufen auf Online-Plattformen veröffentlicht. Die Publikation „Der einfache Weg in den E-Commerce – Fakten und Tipps zum Verkaufen auf Online-Marktplätzen“ will einen praxisnahen Überblick über Chancen und Vorteile von Online-Markplätzen bieten. Dazu gibts Tipps für den Verkauf bei eBay und Co. Der Leitfaden richtet sich sowohl an stationäre Händler als auch Betreiber von Online-Shops, die noch keine oder wenig Erfahrung im Bereich Verkaufsplattformen haben.


Digitales Wissen:


Online-Marketing: Kundenansprache im Blindflug. Nur jeder zehnte Händler hat alle Informationen, die er für Kundengewinnung und -bindung braucht. 32 Prozent der Handelsunternehmen erheben weniger als die Hälfte der Kundendaten, die eigentlich für das Marketing notwendig wären. Das sind die Ergebnisse der artegic Studie Online-Dialogmarketing im Retail 2016. 40 Prozent der Befragten nutzen von den Kundendaten, die im Unternehmen zur Verfügung stehen, weniger als die Hälfte für Marketing und Kundenbindung. Auf deutsch gesagt: Da wird Geld verbrannt.


Xing: Das Business-Netzwerk Xing gönnt sich einen neuen Claim: „For a better working life“.  Von wegen neue Arbeitswelten, neue Services undsoweiter. Ein paar Worte dazu gibt es im Xing-Blog. Falls Sie auch nicht wussten, dass Xing bisher überhaupt einen Claim hatte - ich musste das auch googlen, weil ich es vergessen hatte. Nach "Powering relationships" folgte "Und es hat Xing gemacht" und zuletzt 2011 "Das professionelle Netzwerk".


Digitale Trends & Fakten:



Zahl des Tages: Wie der neue „Adobe Digital Index 2013 Online Shopping Forecast“ prognostiziert, sollen die Online-Einkäufe per Smartphone & Co. im November und Dezember im Vergleich zum Vorjahr hierzulande um 63 Prozent zunehmen. Der Anteil läge dann bei rund 10 Prozent. In Deutschland wird 2013 voraussichtlich der 8. Dezember der verkaufsstärkste Tag werden. etailment


Grafik des Tages:
Rund 65 Prozent der Online-Shopper geben bis zu 499 Euro im Internet für Weihnachtsgeschenke aus - so ein Ergebnis der s-KIX-Umfrage des ECC Köln im Oktober. Laut "ECC-Konjunkturindex Shopper" rechnet jeder Zehnte sogar mit Weihnachtsausgaben im Internet von über 500 Euro.

Kunden Umsatz Weihnachten

Lesetipp des Tages: Auf 68 Seiten berichtet die Redaktion in der etailment Map zum E-Commerce. Das Magazin ist als Printausgabe erschienen und gibt es hier auch als pdf und ePaper.


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Big Data im E-Commerce: Prognose der Kaufabsicht in Real Time

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Thema: E-Commerce

Schlagworte: Hermes, Mobile Payment, Apple, DHL, Xing, Etsy, GLS, DPD

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