Internationalisierung: Luxodo startet durch

Von Klaus Janke | 26. Juni 2013 | 1 Kommentar Kommentieren

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Den zweiten Geburtstag hat die Shopping-Plattform Luxodo gerade gefeiert - in bester Stimmung, weil der Luxus-Spezialist wächst und wächst. Vor einem Jahr waren noch rund 40 mittelständische Luxus-Händler angeschlossen, mittlerweile sind es 70. Ihnen bietet Luxodo einen Platz in einer Art virtuellen Shopping-Mall für Mode, Lifestyle, Design und Beauty. Das Hamburger Unternehmen kümmert sich um Präsentation, Marketing und die Abwicklung des Kaufprozesses. Vertragspartner beim Kauf bleiben aber die einzelnen Händler. Das Konzept geht auf. Jetzt forciert Luxodo die Internationalisierung. etailment sprach mit Geschäftsführer Mathias von Bredow über die Strategie.

Herr von Bredow, Sie haben sich auf die Fahnen geschrieben, Luxodo zu einer internationalen Marke zu machen. Wie weit sind Sie?

Nach Deutschland und Österreich sind wir gerade beim Markteintritt in Italien und Frankreich. In Italien arbeiten wir nun mit Caron Market in Arona zusammen und haben auch Italia Independent als Partner gewonnen, das mit Filialen vor allem im Raum Mailand und Turin vertreten ist. Italia Independent startet mit Sonnenbrillen, das Sortiment soll aber ausgeweitet werden. In Frankreich kooperieren wir zudem mit Le66, das seinen Sitz an der Champs Elysées in Paris hat. Die Internationalisierung hat für uns zwei Aspekte: Wir gewinnen auf der einen Seite Partner aus den jeweiligen Ländern, die unser Portfolio bereichern. Auf der anderen Seite gewinnen wir das Land als weiteren Absatzmarkt und sind auch dort – zunächst über die englischsprachige Version unserer Website – präsent.

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Welche Bedeutung hat das internationale Geschäft für Luxodo?


Bereits 2014 wollen wir bis zu 20 Prozent des Umsatzes im Ausland machen. 2016 planen wir, bei etwa 50 Prozent zu liegen. Wir bereiten deshalb die Expansion in weitere europäische Länder vor.

Wie läuft das Geschäft in Deutschland? Welche Händler profitieren besonders von Luxodo, welche weniger?

Händler, die einen intensiven Dialog mit uns pflegen, die viel Ware zeigen und auf Trends reagieren, können gut verkaufen. Wenn es gut läuft, liegt der Luxodo-Anteil am Gesamtumsatz des Händlers zwischen 5 und 10 Prozent. Wir peilen langfristig an, 20 bis 25 Prozent des jeweiligen Händlerumsatzes über unseren Onlineshop abzuwickeln. Über Luxodo schaffen es die Händler vor allem, ihren Absatzmarkt auszubauen. 78 Prozent der Online-Umsätze, die sie machen, kommen nicht aus ihrer Heimatregion.

Wie hoch ist die Provision, die die angeschlossenen Händler an Luxodo entrichten?

Wir behalten mehr als 20 Prozent des Umsatzes nach Retouren ein. Auf Retouren berechnen wir den Händlern keine Provision.

Wie hoch ist Retourenquote?

Die Quote liegt langfristig bei etwa 25 Prozent. Damit können wir ganz gut leben. Sie müssen bedenken: Unser durchschnittlicher Warenkorb liegt bei über 350 Euro. Niemand belastet bei diesen Beträgen seine Kreditkarte in der Absicht, den Artikel ohnehin zurückzuschicken.

Besteht bei einem Konzept wie Luxodo nicht die Gefahr, dass sich die Händler gegenseitig einen Preiskampf liefern?

Nein. Natürlich kommt es teilweise vor, dass die Partner bestimmte Artikel zu unterschiedlichen Preisen anbieten. Aber der niedrigste Preis gibt bei unseren Kunden nicht immer den Ausschlag. Viele kaufen zum Beispiel prinzipiell bei bestimmten Händlern. Unser Markt ist auch nicht so stark preisgetrieben: Es geht häufig viel mehr darum, bestimmte Artikel überhaupt oder in einer bestimmten Größe zu bekommen. Im Luxus-Markt regiert nicht der Überfluss, sondern die Knappheit.

Sie bieten in Kooperation mit Tiramizoo in zwölf deutschen Großstädten auch Same-Day-Delivery an. Wie wichtig ist dieses Angebot bei Luxusprodukten?

Es ist sehr gefragt, aber nicht entscheidend. Wichtig ist auf jeden Fall die Zustellung nach engen, dreistündigen Zeitfenstern, die wir anbieten.

Wo steht Luxodo kurz nach seinem zweiten Geburtstag? Wie hoch ist der Umsatz?

Wir verzeichnen für die vergangenen zwölf Monate einen Umsatz im mittleren einstelligen Millionenbereich. Luxodo wächst sehr dynamisch: Im 2. Quartal 2013 hat sich der Umsatz auf Monatsbasis gegenüber dem Vorjahr verdreifacht. Die Wiederkaufsquote liegt bei 30 Prozent. Wir sind auf dem besten Weg, das zu werden, was wir uns vorgenommen haben: Wir wollen ein Top-Player im Luxus-Segment werden.

Und wann wird Luxodo schwarze Zahlen schreiben?

Bis zur Profitabilität ist eine Investment-Phase von fünf Jahren nach "go live" vorgesehen. Wir sind sehr zuversichtlich, das zu schaffen.





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Thema: E-Commerce

Schlagworte: Luxodo

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Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Jopie
    Erstellt 27. Juni 2013 16:24 | Permanent-Link

    WOW! This is just a NET-A-PORTER copycat. Compare www.net-a-porter.com with Luxodo. Awkward they couldn't come up with a design by themselves. Serves the German copycat culture. :(

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