Sterben die Innenstädte schneller?

Starbucks hat Sorgen. Der Umsatz blieb zuletzt hinter den Erwartungen zurück. Am Kaffee kann es nicht liegen. Der schmeckt wie immer. CEO Howard Schultz hat einen ganz anderen Grund ausgemacht: den E-Commerce. Nach dieser Logik dürften die Innenstädte sogar noch schneller ausdünnen, als bisher gedacht.
Sterben die Innenstädte schneller?


Wer durch die neue Shopping Mall des Skyline Plaza schlendert, dieser Desert Hall des stationären Handels in Frankfurt, der kann sich wirklich als König Kunde in den Läden fühlen. Über weite Strecken hat er nämlich all die Shops ganz für sich allein. Lediglich der Food-Court ist um die Mittagszeit gut besucht. Doch nur dann. Der Mangel an Laufkundschaft könnte auch für die Imbissbuden noch zum Problem werden.

CEO Howard Schultz sieht für Starbucks laut Businessweek schon allüberall Nöte auf die Kette zukommen. Denn je mehr die Kunden im Web einkaufen, desto seltener flanieren sie durch die Innenstädte, desto seltener schlürfen sie ihren Latte bei Starbucks.
 
Schultz: "The large slowdown we saw in the month of December in traffic was very broad based. It wasn’t unique to any particular region. It wasn’t unique to any particular day-part or product set or product line. There was just fewer people out there shopping, and so fewer people for us to capture and provide some great experiences in our stores.”

Binnen drei Jahren hat sich die Zahl der Laufkunden in US-Geschäften vor den Festtagen nahezu halbiert. Kein Wunder also, wenn selbst Traditionshäuser wie Sears Flagship-Stores mitten in Chicago schließen.
 
Doch auch aus einem anderen Blickwinkel wird das Online-Wachstum, jährlich rund 12 Prozent Zuwachs bis 2017 erwartet AT Kearney laut der Studie "The 2013 Global Retail E-Commerce Index" für den deutschen E-Commerce-Markt, zum Problem.

Wenn nämlich die Sushi-Bars und Kaffeehäuser in der City mangels Laufkundschaft ihre Mieten nicht mehr zahlen können und die Kaffeemaschine zum Alteisen geben, dann veröden die Innenstädte zusätzlich. Dann fehlt wiederum den Läden jener Teil der Kundschaft, der einfach nur für Kaffee und Kuchen in die Stadt kam und mal eben in den Shop reinguckte. Da würde es Brick & Mortar also auch nicht mehr helfen, den Kunden mit ausgeklügelten mobilen Strategien anzusprechen. Der ist ja schließlich nicht mal mehr ansatzweise in der Nähe.

Potenzieren dürfte sich das Problem noch, wenn es Rewe, Allyouneed und Co auf die Reihe bekommen, dem eher zurückhaltenden Verbraucher einen durchweg vertrauenswürdigen Lebensmittel-Onlinehandel zu bieten - und Starbucks den Latte gleich heiß ins Büro liefert.

Foto oben: Abandoned department store in Germany - Shutterstock

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Thema: E-Commerce

Schlagworte: Multichannel

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Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Klaus Lieske
    Erstellt 2. Februar 2014 14:25 | Permanent-Link

    Den Laden wird niemand ernsthaft vermissen

  2. Björn Mark Styles
    Erstellt 2. Februar 2014 16:48 | Permanent-Link

    Sie sollten sich auch mal fragen, ob das eventuell auch mit ihren stetigen Preiserhöhungen zu tun haben könnte!

  3. Gerd Manz
    Erstellt 2. Februar 2014 18:42 | Permanent-Link
    Gerd Manz

    es gibt mittlerweile in jeder Stadt Inhaber geführte Kaffee Röstereien
    mit sehr schönen Angeboten

    ich muß so einen US Konzern nicht unterstützen!!

  4. Marc
    Erstellt 20. Februar 2014 10:56 | Permanent-Link

    Der Einzelhandel wartet ab bis der Kunde kommt, Innovationen wie früher bleiben aus.

    @Gerd Manz
    nur weil ein Inhabergeführter Shop vor Ort, soll er besser sein?
    genau solche Kommentare spiegeln die Kluft (entweder oder)
    schlussendlich entscheidet aber der Käufer über Preis-/Leistung

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