Boykott-Strategie von Adidas kann viele Nachahmer finden

Von Klaus Janke | 5. Juli 2012 |

Der Streit um Adidas und seinen Boykott von offenen Handelsplattformen wie Amazon und Ebay könnte sich zu einem grundsätzlichen Konflikt zwischen Herstellern und E-Commerce-Anbietern auswachsen: Viele Hersteller fürchten offenbar, im Internet verramscht zu werden. „Nahezu alle Markenartikler diskutieren das Thema intern“, erklärt Achim Himmelreich, Vorsitzender der Fachgruppe E-Commerce im BVDW, in der aktuellen Ausgabe von „W&V“. Die E-Commerce-Branche fürchtet bereits, dass von Ausschluss-Klauseln künftig auch andere Onlinehändler betroffen sein könnten.

Die weitere Entwicklung hängt davon ab, wie das Bundeskartellamt die selektiven Vertriebsregeln des Adidas-Konkurrenten Asics bewertet, der bestimmte Online-Händler nicht mehr beliefern will. Nachdem Adidas Ähnliches angekündigt hatte, zogen offenbar einige andere Markenartikler nach, was zu Beschwerden beim Bundeskartellamt führte. "Uns liegen verschiedene Beschwerden von Händlern vor, auch bezüglich der geplanten Änderungen bei Adidas", so Kartellamts-Sprecher Kay Weidner gegenüber „etailment". Er weist darauf hin, dass gegen Adidas – wie in Medienberichten irrtümlich behauptet – aber nicht „ermittelt“ werde. Für die Beschwerden sei übrigens nicht ausschließlich das Bundeskartellamt zuständig: "Händler, die sich durch die Vertriebsregeln ihrer Lieferanten benachteiligt fühlen, können dagegen natürlich auch vor den ordentlichen Gerichten vorgehen", so Weidner.

Relevante Rechtsgrundlage für die Bewertung ist die im Juni 2010 inkraft getretene Neufassung der Gruppenfreistellungsverordnung für vertikale Wettbewerbsbeschränkungen („Vertikal-GVO“) der EU, deren Auswirkungen auf den E-Commerce in begleitenden Leitlinien spezifiziert ist. Danach ist der Ausschluss reiner Online-Händler im Rahmen eines selektiven Vertriebssystems unter bestimmten Umständen möglich. Auch ist es erlaubt, qualitative Kriterien, etwa an die Gestaltung einer Website, zu stellen.  


Kindle Kindle
Drucken Artikel versenden

Thema: E-Commerce

Schlagworte: Amazon, Ebay, Adidas, Asics

zalando

Kurz vor 9: MyParfum und der Trend der Pure Player zum Shop-im-Shop, Amazon Zalando, Imaari, Billa, eBay

MyParfum: Myparfum bastelt mit seiner Idee vom individualisierten Parfum aus dem Web (nach Insolvenz ...

Topartikel

Amazon-toppt-Otto-und-Zalando-im-Mobile-Commerce-8334.jpeg

Infografik: Top 10 der meistgekauften Produkte via Smartphone in Deutschland 2013

comScore veröffentlichte im März 2014 Umfragergebnisse zu den Produktkategorien, die in Deutschland ...
freundin kaufen facebook

Kaufen Sie sich eine "echte" Freundin auf Facebook

Das Wochenende naht. Zeit für ein buntes Thema aus dem Randbereich des E-Commerce. Eine brasilianisc ...
Personalisierung: Wenn die Daten den Kunden verstehen

Personalisierung: Wenn die Daten den Kunden verstehen

Käsetheke – das war das Stichwort im Mail-Betreff als ich mit Andreas Schönenberger ein Interview ve ...
Payment: So zahlen die Deutschen wirklich im Web

Payment: So zahlen die Deutschen wirklich im Web

Zu den Payment-Vorlieben der Deutschen in Onlineshops kursieren ungefähr so viele Studien wie Zahlve ...
Zalando Schrei Jumia

Völker, hört die Signale: Wie und wo Zalando weltweit angreift

Während die Online-Modebranche hierzulande noch darüber grübelt, wie und wann der Berliner Online-Mo ...

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats