Schlagerfuzzi oder doch Retail Marketing-Rockstar?

Von Gastautor | 12. Februar 2016 |

So rockt das Retail Marketing
Marketer und Werber fühlen sich gerne mal wie Rockstars. Sascha Martini, Chief Executive Officer bei Razorfish Deutschland, zieht in einem Gastbeitrag für etailment Parallelen zur Welt der Retail-Unternehmen und den Stores als Konzertsälen sowie Pure-Playern als Streaming-Anbieter.

 

So rockt das Retail Marketing
Sascha Martini, Razorfish. Die Agentur betreut Kunden wie Ikea, DHL und Audi
Wenn man sich in der aktuellen Musiklandschaft umsieht, entdeckt man recht schnell: Echte Rockstars gibt es heute nur noch selten. Vielmehr drängt sich der Eindruck einer latenten Eintönigkeit auf. Zwar sind die Namen bunt, die Kostüme schrill und die Bühnenauftritte spektakulär. Doch das gewisse Extra, das den urwüchsigen Rockstar hinlänglich vom Musikpromi unterscheidet, fehlt.

Was einen echten Rockstar ausmacht, hat sich Adobe etwas genauer angeschaut. Aber eben nicht in der Musikbranche, sondern im Marketing. Schließlich haben Marketing-Profis überraschend viel mit „echten” Rockstars gemeinsam. Allzu häufig stehen sie im Mittelpunkt, müssen mit ihrer Performance mitreißen und überzeugende Geschichten erzählen, ihre Marke oder ihr Produkt immer wieder neu inszenieren und nicht zuletzt aus Kunden echte Fans machen. Insgesamt wurden vier verschiedene Rockstar-Typen in der Marketing-Welt identifiziert – vom Heart Melter und Creative Mastermind über den Gitarren Smasher bis hin zum Bad Boy.

Die Parallelen zur Welt der Retail-Unternehmen sind hier schnell gezogen. Gerade in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung schießen neben den Marken nationaler wie globaler „Brick and Mortar“-Businesses eine Vielzahl neuer und aufregender Geschäftsmodelle geradezu wie Pilze aus dem Boden. Ihr zum Teil erdrutschartiger Erfolg lässt vermuten, dass es sich bei ihnen um neue Rockstar-Typen handelt.

Doch ist das auch wirklich der Fall?

"Die Herausforderung der Stunde für das Retail Marketing liegt darin, das Shoppingerlebnis im Laden vor Ort um die Annehmlichkeiten der digitalen Welt zu ergänzen"

Was man festhalten kann: Mit den neuen, digitalen Playern ist zeitgleich eine ungekannte Form der Kundenzentriertheit eingezogen. Wie nie zuvor stehen die Wünsche der Konsumenten im Mittelpunkt und werden dank immer ausgereifterer technologischer Möglichkeiten über digitale Touchpoints bedient.

In der Retailbranche hat dies für ein enormes Spannungsfeld gesorgt: Auf der einen Seite die traditionellen Offline-Unternehmen mit realen Verkaufsräumen, auf der anderen Seite die reinen Online-Unternehmen mit virtuellem Shop im Internet. Durch ihr unbegrenztes Warenangebot sowie die unbeschränkte Erreichbarkeit haben letztere schnell eine enorme Fangemeinde um sich scharen können.

So rockt das Retail Marketing
Der innovative Retail Rockstar verschmilzt Online und Offline zu einem begeisternden Einkaufserlebnis


Um in Kürze nicht vor gänzlich leeren Konzertsälen zu spielen, gilt es darum nun für die Offline-Businesses genau die Hits ins Repertoire zu übernehmen, die die Kunden am liebsten hören bzw. erleben möchten. Oder anders gesagt: Die Herausforderung der Stunde für das Retail Marketing liegt darin, das Shoppingerlebnis im Laden vor Ort um die Annehmlichkeiten der digitalen Welt zu ergänzen. Wie das konkret funktionieren kann, macht die digitale Store-Umgebung Razorshop anschaulich. Die Entwicklung von Razorfish Global schlägt eine Brücke zwischen Online und Offline, so dass auch der stationäre Einzelhandel den digitalen Wandel für sich nutzen kann.

"Ich sende meinem Kunden keine Werbebotschaft, sondern versorge ihn mit Services, die für ihn tatsächlich relevant sind"

Mithilfe moderner Technologie wird der Kunde hier auf einer sehr individuellen Ebene angesprochen und erhält Angebote, die genau auf seine Vorlieben zugeschnitten sind. Zudem ist der Razorshop darauf ausgelegt, dem Kunden die Selbstbedienung zu erleichtern. So kann man sich z.B. über einen digitalen Screen darüber informieren, ob ein Produkt in der gewünschten Größe vorrätig ist oder es leuchten Regalfächer auf, um den gesuchten Artikel im Store schneller auffindbar zu machen.

Der Offline-Einkauf wird so zu einem begeisternden Erlebnis, bei dem sich alles rund um den Kunden dreht. Das heißt für das Retail Marketing: Ich sende meinem Kunden keine Werbebotschaft, sondern versorge ihn mit Services, die für ihn tatsächlich relevant sind. Das Ziel ist, Mehrwerte zu schaffen, über die sich die Marke mit positiven Erfahrungen auflädt. Und der Retail-Rockstar für den Kunden hautnah erlebbar wird. Schlägt man den Bogen zurück in die Musikwelt bedeutet das: Natürlich kann man ein Konzert streamen. Aber das ersetzt in keinem Fall das sinnliche Erlebnis live vor Ort.

Der digitale Wandel bietet Marken die Chance, zum Rockstar zu werden. Das heißt, sich neu zu erfinden, selbstbewusst Profil zu zeigen, ungekannte Wege zu gehen und seine Fans immer wieder aufs Neue zu begeistern und zu inspirieren. Erfolgreich werden dabei diejenigen Verantwortlichen im Retail Marketing sein, die ein konsequentes Omnichannel-Markenerlebnis erschaffen. In einem Setting, in dem überwiegend den digitalen Touchpoints die Aufmerksamkeit gilt, darf man das enorme Potenzial des physischen Shops nicht übersehen. Denn hier kann ein Markenerlebnis entstehen, das über den schnellen Online-Einkauf hinausgeht und echte Retail-Rockstar Geschichte schreiben kann.

So rockt das Retail Marketing
Die Store-Umgebung Razorshop erkennt beim Einreten den Kunden und reagiert auf ihn mit personalisierten Botschaften wie Aktionen und Coupons, die er auf dem eigenen Smartphone erhält oder auf den großen Digital Signage Screens sehen kann. Zudem wird der Verkäufer von der Ankunft des Kunden informiert. Auf seinem Tablet kann er seine Kundenhistorie aufrufen und im Verkaufsgespräch mit gezielten Empfehlungen auf die Wünsche des Kunden eingehen


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Thema: Marketing

Schlagworte: Omnichannel

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