So senken Onlinehändler die Bounce Rate ihrer Product Listing Ads

Von Gastautor | 16. September 2016 | 2 Kommentare Kommentieren

Product Listing Ads bei Google sind für Händler ein wichtiges Werbevehikel, um Kunden zu einem Angebot im Webshop zu lotsen.  Doch einmal auf der Produktdetailseite, machen viele Kunden wieder kehrt. Entsprechend hoch ist die Absprungrate, die Bounce Rate. Über 70 Prozent aller User verlassen die Produktdetailseite ohne etwas gekauft zu haben. Felix Schirl, Geschäftsführer des Münchner Technologie-Unternehmens trbo, sagt in einem Gastbeitrag für etailment, wie man den Absprung der Kunden verhindert.


Sucht ein User über Google beispielsweise nach einem Babyphone, dann sieht er neben den organischen Ergebnissen (z.B. der Philips-Website mit entsprechenden Produkten) in der Regel auch Anzeigen in Textform sowie Google Shopping-Anzeigen. Diese sogenannten Product Listing Ads (PLAs) bestehen aus einem Vorschaubild, einer kurzen Information zum Produkt, dem Preis und dem Anbieter. Klickt der User auf diese Anzeige, folgt eine Weiterleitung auf eine Produktdetailseite im Webshop. Wenn ihm das dort abgebildete Babyphone gefällt, kann er es direkt von der Produktdetailseite aus bestellen. Gefällt ihm das Produkt jedoch nicht, begibt sich der User meist direkt wieder zu den Google-Suchergebnissen – und ist als potentieller Kunde für den Shop verloren.

Nichtsdestotrotz sind PLAs ein beliebter Traffic-Bringer, für den Händler gerne einiges investieren. Denn: Sie besitzen in der Regel einen günstigeren Cost per Click (CPC) und auch eine deutlich höhere Klickrate (CTR) als Standard-Textanzeigen. Mit einer sehr hohen Absprungrate, der Bounce Rate, haben sie aber auch einen Nachteil. Über 70 Prozent aller User verlassen die Produktdetailseite ohne etwas gekauft zu haben. Hierfür kann es viele Gründe geben: Entweder trifft das Produkt doch nicht den Geschmack, der Preis ist zu hoch oder die angezeigte Farbe passt beispielsweise nicht. Da der User aber auf einer Produktdetailseite landet, fehlen ihm meist Alternativen zum Gesehenen.

Mit folgenden vier Tipps können Onlineshop-Betreiber den User länger auf der Seite halten und die Bounce Rates ihrer teuer bezahlten Shopping-Anzeigen senken – um bis zu 30 Prozent:

So senken Onlinehändler die Bounce Rate ihrer Product Listing Ads


Zusätzliche Produkte auf Produktdetailseiten zeigen

Die Google-Richtlinien sehen vor, User von PLAs direkt auf eine Produktdetailseite weiterzuleiten – die Übersichtsseite des Shops anzuzeigen, ist hingegen nicht erlaubt. Klickt der User also auf die Anzeige für das Babyphone, findet es aber doch nicht ansprechend, wird er die Website schnell wieder verlassen und zu den Google-Suchergebnissen zurückkehren. Um dies zu umgehen, sollten Webshop-Betreiber dem Kunden eine Auswahl weiterer Produkte zur Verfügung stellen. Diese können beispielsweise Inpage oder in einem Layer seitlich neben oder unter dem eigentlichen Produkt eingeblendet werden.

Kategorieseiten im Hintergrund einblenden

Möchten Webshop-Betreiber die Verweildauer des Users im eigenen Shop erhöhen, sollten sie ihm eine Kategorieseite im Hintergrund einblenden. Um auch hier mit den Google-Richtlinien konform zu bleiben, sollten Shop-Betreiber hier darauf achten, das ausgewählte Produkt in den Fokus zu stellen.

Über den Autor

Nach seinem Studium an der Technischen Hochschule Nürnberg startete Felix Schirl seine berufliche Karriere im Jahre 2000 als Development Manager bei Pangora (Lycos Europe). Im Anschluss war der Informatiker beim Internet-Auktionshaus Swoopoo für die Leitung und Weiterentwicklung des Bereichs Frontend und Core Applikation zuständig. Zuletzt sammelte er sechs Jahre Management-Erfahrungen bei intelliAd Media und verantwortete dort als CIO den Bereich Tracking sowie die Entwicklung neuer Kernprodukte. Seit April 2015 ist Felix Schirl Geschäftsführer der trbo GmbH. Das 2013 gegründete Technologie-Unternehmen mit Sitz in München ermöglicht mit seinem cloudbasierten Kommunikations-Tool den Unternehmen eine individualisierte Ansprache von Besuchern – Onsite, in Echtzeit und voll automatisiert.  Zu den Kunden von trbo gehören unter anderem Fashion4home, Lodenfrey, Medion, Mydays, reBuy und windeln.de.
Klickt der User nun die PLA des Webshops an, wird ihm das Produkt als Fenster im Vordergrund eingeblendet. Im Hintergrund können über die gezeigte Kategorieseite dann weitere Produkte zu erkennen sein, die der Suchanfrage entsprechen – bei unserem Beispiel also: weitere Babyphones ggf. von anderen Herstellern und in weiteren Farben. Gefällt dem User das ursprünglich angeklickte Produkt nicht, kann er einfach das Fenster im Vordergrund schließen und sich die alternativen Produkte der Kategorieseite ansehen.

Rabatt- und Gutscheinaktionen gezielt einsetzen

Viele Kunden werden online zum Schnäppchenjäger und suchen dort nach passenden Rabattgutscheinen. Das Risiko, potentielle Kunden auf ihrer Suche nach Rabatten zu verlieren, ist entsprechend groß. Möchten Webshop-Betreiber also User auf der Seite halten, empfiehlt sich die gezielte Ausspielung eines Gutscheincodes. Sobald der User die Seite verlassen möchte, wird ihm beispielsweise ein Code über einen Exit Intent Layer angezeigt, der ihn – idealerweise – auf der Seite hält und mit einem Rabatt zum Kauf bewegt.

Promotion-Aktionen auch auf der Produktdetailseite bewerben

Häufig werden aktuelle Promotions wie Sale- und Rabatt-Aktionen nur auf der Startseite des Webshops beworben. Das ist für PLAs jedoch ein fataler Fehler, denn Besucher gelangen über die Google Shopping-Anzeigen direkt auf eine Produktdetailseite – und bekommen so aktuelle Preisnachlässe oder andere Marketing-Aktionen der Homepage gar nicht zu sehen. Die Lösung: Zielgerichtete Botschaften an zögernde Interessenten. Über sie lassen sich Promotions – wie beispielsweise der temporäre Wegfall von Versandkosten – problemlos auch auf der Landing Page platzieren. So lässt sich das Abspringen eines PLA-Nutzers, der zwar kein Interesse an dem beworbenen Produkt, dafür aber an Rabattaktionen hat, erfolgreich verhindern.


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Thema: Marketing

Schlagworte: Google Shopping, Adwords, PLA

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2 Kommentare (Kommentieren)
  1. Erstellt 16. September 2016 14:14 | Permanent-Link
    30% Conersionsrate?

    "Über 70 Prozent aller User verlassen die Produktdetailseite ohne etwas gekauft zu haben"

    Wäre im Umkehrschluss ja eine Conversionrate von an die 30%!
    Ich denke, damit könnten die meisten Händler sehr gut leben.

  2. Erstellt 16. September 2016 14:49 | Permanent-Link
    Retargeting in Kombination mit PLAs macht Sinn

    @Gerald Dziersk

    70% Absprungrate bedeuten, dass nur 30% der Nutzer, die auf eine PLA geklickt haben, auch noch mindestens eine Folgeseite innerhalb des Shops aufgerufen haben. Wie viele davon tatsächlich eine Bestellung aufgeben, ist eine andere Frage.

    @ Felix Schirl
    Vielen Dank für den Artikel mit guten Anregungen, noch mehr aus den teuer bezahlten Klicks herauszuholen.

    Was sich nach meiner Erfahrung ebenfalls gut bewährt hat, ist der Einsatz von Remarketing-/Retargeting-Tools für die Besucher, die über PLAs in einen Shop gekommen sind. So ist der Besucher nicht gleich nach dem Verlassen des Shops verloren, sondern man kann ihn über Remarketing-Kampagnen innerhalb des Google Display Netzwerkes oder über Retargeting-Lösungen erneut kontaktieren und weitere Kaufabschlüsse aus den PLA-Klicks generieren.

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