Media-Saturn: Was die Bilanz über die Eigenmarken-Strategie verrät

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 21. März 2013 |

Koenic Elektrogeräte für Haushalt und Styling bei Media Markt
Schon in der clever formulierten Preiskampagne mit dem Preisvergleichsportal idealo hat Media-Markt gezeigt, dass es nicht zwingend darauf ankommt, der absolut günstigste Anbieter zu sein. Entscheidender ist, gerade online, als günstigster Händler wahrgenommen zu werden.

Den Eigenmarken der Elektronikketten Saturn und Media-Markt für Fernseher, Haartrockner und Waschmaschinen könnte dabei mehr und mehr eine Schlüsselrolle zukommen.  Sie dürften zunehmend nicht nur einen Teil des leicht gestiegenen Umsatzes bei Media-Saturn wuppen, sondern auch angesichts besserer Marge für wieder steigende Erlöse (EBIT 2012  235 Mio Euro,  Vorjahr 493 Mio Euro) sorgen.  Noch aber ist ihr Einfluss eher schmal. Das verrät die Bilanzpräsentation der Mutter Metro.

 Inmitten des Preiswettbewerbs im Web sind Eigenmarken das Beste, was Media-Markt, Saturn (und Redcoon) bieten können, um die Preisrecherche zu unterlaufen. Was es andernorts nicht gibt, kann auch nirgendwo anders günstiger sein. Ein Prinzip, dass die Elektronikketten schon seit jeher mit  Tailor-Made-Produkten der großen Hersteller beherrschen. Ein anderer Knopf, ein anderes Lämpchen - fertig ist die eigenständige und unvergleichbare Artikelkennzeichnung, mit der man Kunden dann ein X für ein U vormachen kann.

Noch besser klappt das natürlich mit Private Labels.

Seit 2010 bieten Media Markt und Saturn in Europa exklusive Eigenmarken an: „ok.“ für das Preiseinstiegssegment sowie „KOENIC“ für hochwertige kleine und große Haushaltsgeräte. Darüber hinaus hat Media-Saturn die Marke „PEAQ“ für Unterhaltungselektronik sowie die Marke „ISY“ für Zubehör eingeführt. Die beiden Vertriebsmarken nehmen diese Produkte zudem sukzessive in das Sortiment ihrer jeweiligen nationalen Online-Shops auf.

Mehr Umsatz mit Eigenmarken machen, lautet deshalb eine Devise. Zwar haben die über 800 Artikel ihr Umsatzwachstum seit dem Start regelmäßig mehr als verdoppelt, doch stehen sie immer noch für gerade einmal 0,8 Prozent der Sales. Das ist noch ein bisschen weit weg vom Ziel, das 2010 der damalige Media-Saturn-Chef Roland Weise ausgab: Der peilte damals einen Umsatzanteil von bis zu fünf Prozent oder eine Milliarde Euro an. 

Da geht noch was. Erst recht online, wo es gilt, das Sortiment insgesamt weiter auszubauen. Ziel für Ende 2013 bei Media-Saturn: Rund 30.000 Artikel im Webshop. Man könnte sich in Sachen Handelsmarken ein Beispiel an der Metro-Tochter Real nehmen. Dort machen Eigenmarken schon über 13 Prozent aus. Oder am Kaufhof. Dort sind es 19 Prozent.


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