Mobile Payment per QR-Code: Die Ladenkasse lauert an der Plakatwand

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 2. Mai 2013 |

Smobsh Terminal
Shoppen und bezahlen per QR-Code
So richtig ein durchschlagender Erfolg ist Mobile Payment hierzulande noch nicht. Bezahlen mit dem Smartphone mag cool sein. Doch das reicht nicht. „Niemand macht mobile Payment, nur weil es cool ist“, sagt Andreas Marra, Geschäftsführer von Itellium Mobile Solutions. Dennoch könnte hier ein Milliardenmarkt entstehen, wenn die Angebote stimmen. Entsprechende Ansätze gibt es.  etailment stellt in den kommenden Wochen unterschiedliche Ansätze vor.


„Wandel und Investitionen kann man nur rechtfertigen, wenn es einen Mehrwert gibt“, sagt Marra. Gegenwärtig sei das

Andreas Marra
Andreas Marra
aber noch eine technologiegetriebene Diskussion. „Wir müssen die Diskussion aber aus Sicht der Händler führen. Der Handel zahlt die Show. Dem geht es nicht nur um die Frage, ob ein System das Bargeld-Handling schneller und kostengünstiger macht, sondern auch, ob der Kunde dadurch mehr Geld ausgibt“

Deichmann erprobt QR-Shopping

Wie das funktionieren könnte, erprobte Itellium gerade mit Deichmann. Die Schuhkette testete das mobile Einkaufen per Smartphone. Für die Pilotanwendung nutzte Deichmann das PayPal QR-Shopping-Verfahren. Dazu verteilte der Händler an frequentierten Lagen wie Haltestellen, Fußgängerzonen, Unterführungen der Bremer Innenstadt ausgewählte Schuhsortimente der aktuellen Damen- und Herrenkollektion auf City-Light-Postern.

Kunden können über die Poster aus einem Sortiment von 20 Schuhen auswählen. Dazu wird der QR-Code am gewünschten Produkt mit einem Smartphone gescannt. Über die PayPal QR-Shopping-App, die nach dem Scannen zum Download angeboten wird oder sich bereits auf dem Smartphone befindet, können Interessenten die Produktauswahl durch die Eingabe von Schuhgröße und Farbe spezifizieren, ein oder mehrere Paar Schuhe in den Warenkorb legen und dann über das Bezahlverfahren von PayPal direkt bezahlen, um sich die Ware nach Hause senden zu lassen.

 

Itellium hat die technische Integration der mobilen Shopping-Anwendung in den Online-Store von Deichmann realisiert und die technische Infrastruktur aufgebaut. Darüber hinaus hat Itellium auch für PayPal den Funktionsumfang der PayPal-App erweitert.

Mobile Shopping im Laden am Smobsh-Treminal

Erleichtert wird das mobile Einkaufen und Bezahlen auch InStore, beispielsweise über die von smartsale360 vertriebenen smobsh-Terminals (smart. mobile. shopping-Terminals). Die digitalen Verkaufs-Terminals, quasi ein iPhone in groß, fungieren als virtuelle Erweiterung der Regalfläche in Filialen. Sie benötigen nur einen Quadratmeter Stellfläche. Auf einem Touch-Display werden Waren aus einem breiten Sortiment präsentiert, die über das QR-Shopping-Verfahren von PayPal per Smartphone direkt gekauft werden können.

„Auf Smobsh lassen sich unterschiedlichste Produkte darstellen, auch solche, die nicht im Filial-Sortiment sind. Damit ist der Händler nie mehr out-of-Stock. Wird auf das Terminal in die Warenpräsentation in die Filiale hingewiesen, wird Smobsh eine echte Cross-Selling-Lösung“, trommelt Marra. Bei den Smobsh agiert Itellium als Technik-Provider. Smartsale360 erledigt Service und Fulfillment

QR-Code-Terminals können die Ladenfläche erweitern
QR-Code-Terminals können die Ladenfläche erweitern
Schon für ein Projekt zusammen mit dem Gutscheinspezialisten Retailo und der Modekette Adler führte Iltellium vor, wie per QR-Code-Shopping neue handyaffine Kundensegmente erreicht werden können.  So gab es bei Adler mobile Gutscheine, die über eine App per Smartphone durch das Scannen des verschlüsselten QR-Codes erworben und über das PayPal-QR-Shopping-Verfahren bezahl wurden. Die Lösung basiert auf der Technologieplattform „Itellium Mobile Transaction Suite" (IMTS).

Der QR-Code ist die Jedermann-Lösung

Marra sieht QR-Codes deutlich im Vorteil gegen über der NFC-Technik: „Der Vorteil gegenüber NFC ist, dass der Händler mittels QR-Code mit allen Kunden handeln kann. Nicht nur mit jenen , die ein NFC-taugliches Smartphone oder eine entsprechende Kreditkarte besitzt“.

Schwerpunkt im Mai: Payment
Schwerpunkt im Mai: Payment
Die Near-Field-Technologie sei zu sehr von der Magnetkarte her gedacht. „Komme ich aus dem Internet, sind alle physikalischen Lösungen ein Rückschritt. Nur mit QR-Codes kann ich flächendeckend aus dem Internet in die reale Welt springen.“

Mehrwert nötig

Doch Technik hin oder her: Am Ende muss der Händler Kosten sparen können oder Mehrumsatz erzielen, der Kunde einen Vorteil erkennen. „Wenn das Produktleistungs-Angebot nicht passt, kann die Technologie noch so toll sein. Das wird dann nichts. Es braucht also passende Angebote und Vorteile für den Kunden, samt ansprechender Kommunikation, die die Möglichkeiten kommuniziert“, sagt Marra.

Aus Sicht des Händel heißt das:  Der mobile Dialog muss mit dem geringst möglichen Eingriff in bestehende IT-Systeme, Warenwirtschaftssystem und Kassensysteme realisierbar sein. Rabatte und Coupons müssen sich leicht über bestehende Promotion-Systeme einbauen lassen, die dem Kunden dann einen Mehrwert versprechen. Nur dann wird der Kunde Mobile Payment wirklich cool finden.


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Thema: Mobil

Schlagworte: Mobile Payment

hellofresh
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