Warum Rewe spontan auf das Experiment Snapchat setzt

Von Gastautor | 17. März 2016 |

Rewe, Snapchat,
Snapchat hier, Snapchat da. Kaum ein Thema bestimmt die Kommunikationsbranche 2016 so sehr wie der boomende Dienst, der manche Nutzer wie Unternehmen vor Probleme stellt. Nicht nur ist die Usability gewöhnungsbedürftig, auch die Frage nach dem richtigen Content bleibt in sehr vielen Unternehmen unbeantwortet.
Ausgerechnet Rewe, kein Startup sondern ein Konzern, geht mutig voran und hat einen Account live gestellt, der keine klassischen PR- oder gar Werbe-Botschaften von sich gibt, sondern dazu dienen soll, junge Auszubildende für eine Karriere bei Rewe zu gewinnen. Wie es dazu kam und welche Ziele das Unternehmen mit der Initiative verbindet, hat etailment bei Melanie Berthold, bei Rewe für die Arbeitgeberkommunikation verantwortlich, nachgefragt.


Wie kam es dazu, dass der Rewe Karriere-Account bei Snapchat online gegangen ist?

Die Zahlen bei Snapchat sprechen für sich: mit über 100 Millionen Nutzern täglich und knapp 9.000 Snaps pro Sekunde gehört Snapchat zu den am stärksten wachsenden Messengern. Auch in Deutschland hat Snapchat eine wachsende Beliebtheit, insbesondere in der jungen Zielgruppe. Perfekt also für Azubis. Bei dieser rasanten Entwicklung mussten wir einfach aufspringen. Wir haben Snapchat schon eine Weile beobachtet und uns jetzt relativ spontan entschieden den Kanal zu aktivieren. Wir erhoffen uns bei Snapchat weiterhin die junge Zielgruppe zu erreichen – dort wo sie unterwegs ist.

Als was versteht Ihr Snapchat? Und wie grenzt Ihr Eure Aktivitäten auf Snapchat zum Beispiel gegenüber Facebook, Twitter oder Instagram ab?

Facebook ist bei uns ein bewährtes Medium in der Arbeitgeberkommuniaktion. Wir nutzen es sehr erfolgreich und haben mit Rewe Karriere bereits die größte und aktivste Facebook Seite im Einzelhandel. Mit Snapchat möchten wir den nächsten Schritt gehen und uns weiter als innovativer Ausbilder bei der Zielgruppe Azubi positionieren. Und vor allem möchten wir sie dort abholen und dort auffallen, wo sie sich alltäglich bewegen und das ist unter anderem Snapchat. Auf Snapchat können wir noch authentischer kommunizieren und weitere Insights als Arbeitgeber und Ausbilder geben. 

"Auf Snapchat können wir noch authentischer kommunizieren"


Was ist das Ziel des Snapchat-Accounts?

In erster Linie möchten wir als Ausbilder auffallen. Snapchat ermöglicht uns unsere Zielgruppe direkt anzusprechen und wir bieten damit einen weiteren Kanal, um als Ausbilder bei Fragen ansprechbar zu sein. Bisher konnten uns Bewerber über die klassischen Wege, wie Telefon und Email kontaktieren und seit längerer Zeit auch über Facebook und Whatsapp. Mit Snapchat möchten wir eine weitere Möglichkeit eröffnen. Die erste Woche zeigt bereits, dass es funktioniert. Wir sind positiv erfreut, wie viele Fragen und Wünsche direkt an uns herangetragen werden. 

Nach welchen Kriterien misst Rewe den Erfolg der Aktivitäten auf Snapchat?

Feste Kriterien haben wir noch nicht definiert. Zuerst haben wir Snapchat als Experiment gesehen, die Resonanz zeigt aber schon jetzt, dass es viel mehr ist. Wir erheben aktuell für uns, wie viele Follower, die einzelnen Snaps beobachten, aber auch wie sie darauf reagieren und mit uns interagieren. So haben wir bereits zwei Tage nach dem Start eine Abstimmung gestartet, welche Themen hier interessieren. Diese wurde sehr gut angenommen und die Follower haben per Screenshot abgestimmt. Die geäußerten Wünsche werden wir nun in der nahen Zukunft erfüllen und umsetzen.

In den meisten Fällen ist die PR mit solchen Aktivitäten beauftragt. Bei Rewe ging die Initiative von der HR aus. Wie fiel die Reaktion der PR-Kollegen aus?

Wir stimmen uns in der Kommunikation eng mit unserer PR ab. Wir arbeiten hier Hand in Hand und haben gegenseitiges Vertrauen.


Das Interview führte für etailment Sachar Klein.
Viele kennen ihn als Kommunikationschef von Glossybox. Ich kenne ihn, ungefähr seit der Zeit als wir Twitter (@sachark) buchstabieren lernten, vor allem als einen wissbegierigen, engagierten und aufgeschlossenen Menschen mit einem ausgeprägten Sinn für digitale Themen. Ein verlässlicher Ex-Journalist und Blogger ist er auch. Ein sympathischer Kerl sowieso (Sachar Klein ist als sachark bei Snapchat).
Als er nachfragte, ob er für etailment Rewe zu deren Snapchat-Account interviewen sollte, habe ich daher sofort zugesagt. Auch mit dem Hintergedanken, daraus langfristig vielleicht ein neues Format zu entwickeln, in dem unterschiedliche Experten andere Experten zu ihrer Arbeit und ihren Erfahrungen befragen.


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Thema: Mobil

Schlagworte: Rewe, PR, snapchat

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