M-Payment: "Yapital ist überall näher am Kaufimpuls"

Yapital Interview
Nils Winkler (Foto: Yapital)

Mit Yapital will die Otto Group noch im ersten Halbjahr 2013 ein kanalüber­greifendes Zahlungsverfahren etablieren. Die Schuhkette Görtz wird zum Start mit an Bord sein. Ebenso Sportscheck und Baur. Aber auch weitere Händler jenseits des Otto-Universum.

Im Interview mit etailment sagt Yapital-Geschäftsführer Nils Winkler wie der Handybezahldienst an der Konkurrenz vorbeiziehen will und wie der neue Dienst mit der Payment- und Loyalty-App NuBON verschränkt wird.

Wie würden Sie einem kleinen Modehändler beschreiben, was Yapital ist?

Nils Winkler: Yapital ist der neue Weg, um im Multichannel-Einzelhandel bargeldlos zu bezahlen. Yapital ist eine bequeme Lösung für den Kunden, das, was er haben möchte, schneller zu bekommen. Das hilft dem stationären Händler. Er bekommt auch sein Geld schneller. Weil Yapital die Zahlungen garantiert und sofort dem Konto des Händlers gut schreibt. Damit kann er sie direkt gegen seine Verbindlichkeiten verbuchen. Das reduziert beim Händler massiv die Prozesskosten.

Welche Kosten aber kommen mit Yapital auf den Händler zu?

Winkler: Wir kommen aus dem Handel und wissen, wie Handelsmargen aussehen. Wenn man Forderungen in gleicher Höhe stellt, kann man nicht erfolgreich sein. Unsere Forderungen sind im Vergleich mit E-Wallets und Kreditkarten sehr wettbewerbsfähig.

Nennen Sie doch einmal eine Zahl?

Winkler: Das lässt sich nicht in Heller und Pfennig darstellen. Es hängt von vielen Faktoren ab. Bei einem Drei-Euro-Ticket sieht die Welt anders aus als bei einem Warenkorb von 300 Euro.

"Wir sind mit dem Bezahlvorgang viel näher am Kaufimpuls als andere Anbieter."

Wer benötigt dazu ein Konto bei Yapital?

Winkler: Kunde und Händler benötigen ein Konto bei Yapital. Das ist mit nur geringstem Aufwand verbunden. Der Kunde muss sich beispielsweise nur einmal online oder über sein Handy anmelden und genießt dann die Vorzüge von Yapital. Die Registrierung erfolgt rein online. Das dauert 40 Sekunden und schon kann man einkaufen.

Wie funktioniert  der Ablauf bei der Bezahlung?

Winkler: Wir setzen sehr stark auf die Flexibilität des QR-Codes. Allerdings unterstützen wir auch NFC und Kartenzahlung mit der Yapital-Mastercard sowie einen klassichen Online-Checkout mit Username und Passwort. Der QR-Code kann auf einem Terminal oder dem Kassendisplay angezeigt werden – oder auch auf Druckmedien wie Rechnungen oder Plakatwänden und in vielen anderen Anwendungsfällen. Er wird dann lediglich mit dem Smartphone abfotografiert und so die Zahlung ausgelöst. Das ist sehr schnell und bequem.

Braucht es dafür neue Terminals?

Winkler: Das funktioniert mit den handelsüblichen Hybridterminals. Natürlich hängt es auch von der IT-Infrastruktur des einzelnen Händlers ab. Ziel ist aber, das keine Neuanschaffungen nötig sind.

Wo ist der Vorteil von Yapital gegenüber anderen Payment-Lösungen?

Winkler: Yapital ist keine Insellösung, sondern ein Crosschannel-Payment-System. Wird setzen darauf, dass Kunden nicht  nur im E-Commerce, sondern auch stationär oder über den Katalog einkaufen wollen – oder auch mobil. Wir erlauben es dem Konsumenten zu entscheiden, wann er wo und wie einkaufen will. Damit sind wir mit dem Bezahlvorgang viel näher am Kaufimpuls als andere Anbieter.

Die Otto Group beteiligte sich am Couponing- und Payment-Spezialisten NuBON, der Kassenbons und Kundenkarten digital auf das Smartphone bringt. Gibt es Anknüpfungspunkte?

Winkler: Die NuBON-App wird auch eine Bezahlfunktion beinhalten und das wird  mit Yapital funktionieren. Auf der anderen Seite wird auch Yapital Funktionen von NuBON übernehmen, damit der Kunde kein Papier mehr braucht.

Yapital wird zum Start mit dem Schuhhändler Görtz kooperieren. Welche Partner sind noch ab Bord?

Winkler: Sportscheck und Baur sind mit dabei. Aber wir haben auch diverse Händler außerhalb der Otto-Gruppe von Beginn an auf der Liste.

Wie wollen Sie den Kunden überzeugen, da mit zu machen? Der Coolness-Faktor allein wird ja nicht reichen?

Winkler: Attraktive Handelspartner und Incentives werden dafür sorgen, dass das Interesse an Yapital schnell steigt. Zudem ist die Yapital-Zahlkarte eine Mastercard. Diese kann man auch bei Händlern einsetzen, die sich nicht unserem System angeschlossen haben. Wir werden es zudem ermöglichen, dass man die Kundenkarten-Daten im Profil bei Yapital  hinterlegen kann. Dann muss man diese Plastikkarte nicht mehr ständig dabei haben. Das ist ein weiterer Mehrwert. Obendrein kann man von Tag Eins an ganz einfach Geld zwischen den Smartphones hin  und her transferieren, also beispielsweise die drei Euro, die Sie sich beim Kollegen geliehen haben. Unser fundamentales Ziel ist es nämlich, das Bargeld zu ersetzen.


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Thema: Mobil

Schlagworte: Otto, Mobile Payment, Yapital

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Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Erstellt 20. März 2013 11:50 | Permanent-Link

    Auch wenn verschiedene Unternehmen teilnehmen werden, wird das niemals das Bargeld ganz ersetzen können. Das macht doch eine Währung aus, das man sie immer bei sich hat, ob Hartgeld oder Papier. Bestimmt ist es eine Erleichterung für viele Unternehmen und der Kunde wird sich auch einiges leichter tun durch ein ec terminal. Aber muß auch die Sicherheitsbedingungen bedenken und nicht vor schnell handeln. Viele der Kunden denken auch immer noch nur Bares ist Wahres und das wird auch noch eine Weile in den Köpfen der Konsumenten bleiben.
    Übers Mobiltelefon Geld auszutauschen ist auch eine FRage der sicheren Übertragung, und denke das wird noch eine Zeit lang dauern bis diese Idee ausgereift ist.

  2. Peter M-
    Erstellt 29. März 2013 03:42 | Permanent-Link

    Frechheit, das Bargeld ersetzen zu wollen, wie man im letzten Satz vernehmen kann. Es mag zwar "einfacher" und "schneller" sein, jedoch hat auch dies Nachteile, u.a. was die Überwachung von Menschen anbelangt. Ich werde ganz sicher nicht auf den Zug aufspringen und lieber auf das physisch-greifbare Bargeld vertrauen.

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