Wie der Innovationsmotor Jeff Bezos mit Amazon Dash und Co den Handel vorführt

dash
Preis, Sortiment, Zuverlässigkeit. Diese Faktoren gelten gemeinhin als die Säulen des Erfolgs von Amazon. Doch der Testlauf mit Amazon Dash, einem schicken, aber simplen Barcorde-Scanner für daheim, zeigt, dass der Amazon Erfolg auch noch eine weitere Säule hat: Mut, mit Innovationen vorzupreschen, die das eigene Ökosystem verdichten und dem Kunden noch mehr Bequemlichkeit an allen Kontaktpunkten versprechen. Hier sind einige der bekannteren und weniger bekannteren Neuerungen.

 

Amazon Dash:

Der kleine Stab erlaubt es Nutzern, per Scan des Barcodes auf der Produktpackung ihren Einkaufszettel bei Amazon fresh zu füllen. Vorerst ist das Gadget nur für den Lebensmittel-Dienst in den USA gedacht, lässt sich aber ebenso leicht für Textilien oder Elektronik einsetzen. Amazon Dash mag ein Gimmick sein, denn schließlich lässt sich das auch über Apps auf dem Smartphone lösen. Doch erkennbar wird dahinter der abermalige Versuch, Kunden so schnell und bruchlos wie möglich zum Einkauf bei Amazon zu verleiten.  Und wenn der kleine Zauberstab am Ende doch nicht massenmarkt-kompatibel ist? Macht auch nichts. Allein der Testlauf hat für ein großes „Hallo“ in den Medien gesorgt und transportiert einmal mehr die Botschaft, wie sehr sich Amazon um die Bequemlichkeit seiner Kunden sorgt.

 

Flow

Kaufen und bestellen kann man auch innerhalb der Amazon-App mit dem Feature Flow. Die vorerst nur in den USA eingesetzte Bilderkennungs-Feature erkennt anhand von Größe, Form und Farbe das Produkt und macht dann die Bestellung in einem Rutsch bei Amazon möglich. Das Feature gibt es schon länger als Stand-Alone-Lösung in den USA, wurde aber erst kürzlich in die App für das iPhone integriert. 

Amazon App Flow Feature Demo from Gizmodo on Vimeo.

 

Amazon Prime Air

Kommt die Drohne oder kommt sie nicht?. Amazon-Boss meint es nach eigenem Bekunden ernst mit der ferngesteuerten Luftpost, die gegenwärtig kaum mehr als ein PR-Gag ist, zumal niemand weiß, was sie denn tragen soll - außer einem Paket Skat-Karten, einem Buch oder eiligen Medikamenten. Nacheinander. Aber: In ein paar Jahren dürfte die technische Entwicklung der Drohne mehr Nutzlastkapazität und eine höhere Reichweite bescheren. Und vielleicht sollte man dabei auch weniger an unsere dicht besiedelten Regionen denken, als beispielsweise an infrastrukturell überlastete Länder wie Indien, wo Amazon das Geschäft gerade massiv ausbaut.

 

Publisher Studio

Manchmal sind es auch nur Kleinigkeiten, die das Geschäft nach vorne bringen. Seinen Affiliate-Partnern wie Bloggern dient Amazon seit Ende 2013 ein Tool namens Publisher Studio an, das per Code zu Produktbildern in Beiträgen einen „Shop Now“-Button hinzufügt.

 

Smile

Im Herbst 2013 hat der Online-Riese das Programm AmazonSmile gestartet. Amazon gibt dabei 0,5 Prozent des Kaufpreises entsprechend gekennzeichneter Produkte an karitative Zwecke weiter. Welche das dann im Einzelnen sind, kann der Kunde beim Einkauf bestimmen. Wer am Programm teilnehmen will, muss seinen Einkauf aber über AmazonSmile beginnen.

 

Sonntagslieferung

Da wartet man schon auf läutendende Protestglocken der Kirchen, wenn Amazon hierzulande je auf die Idee kommen sollte, Sonntagslieferung zum Standard zu machen. In den USA aber startete Amazon Ende des Jahres in New York und Los Angeles mit der Zustellung am Sonntag. Prime-Kunden kommen in den Genuss und werden mit dem US Postal Service beliefert. Großstädte wie Dallas, Houston, New Orleans, Phoenix will Amazon alsbald für die Sonntagszulieferung erschließen.


Retouren
Paketstationen. Klar, kennt man. Paketstation für Retouren nutzen? Ja. Da hat Amazon wohl wieder einmal eine der "Warum nicht?"-Fragen gestellt und beantwortet. Der Online-Riese führt in US-Metropolen Schließfächer für Retouren ein. Als Standorte hat sich Amazon Tankstellen, Einkaufszentren und Tiefgaragen ausgeguckt. Für den Zugang zum Retouren-Schließfach holen sich die Kunden online einen passenden Code für die Paketstation von Amazon ab.
 

Amazon Prime Instant Video

In den USA längst etabliert, ist Amazon nun auch hierzulande mit Amazon Prime Instant Video gestartet und will mit dem Video-Streaming-Dienst Anbietern wie Watchever und Maxdome Paroli bieten. Da in dem Paket auch die Versandkosten-Flatrate Amazon Prime enthalten ist, könnte das weitere Kunden zu Amazon locken.

 

Fire TV

Gerade erst vorgestellt: Die Streaming Box Fire TV. Die kleine Set-Top-Box soll Filme, Serien und Webinhalte (natürlich aus dem Streaming-Angebot von Amazon) ins TV bringen. Über einen zusätzlichen Controller ermöglicht die Box auch Videospiele. Die Set-Top-Box für 99 Dollar wird es zunächst nur in den USA geben. Zusammen mit eigenen Serienproduktion stärkt Amazon damit die Präsenz im Wohnzimmer.

 

Die Beispiele zeigen aber auch eines. Die Innovationen sind eher sogenannte Innovationen. Amazon erfindet das Rad nicht neu, sondern greift Ideen und Lösungen auf, die auf der Straße liegen. Ihre gemeinsame Schnittmenge: Dem Kunden einen einfacheren Zugang zum Marktplatz bieten (und möglichst noch die Bindung an die Marke erhöhen).

Das ist nämlich unter den Säulen das Fundament des Erfolgs von Amazon: die andere Fragestellung. Bei Amazon lautet sie zuerst: Wie kann ich dem Kunden helfen? Bei anderen Händlern lautet sie zuerst: Wie kann ich meine KPI verbessern?


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Thema: Player&People

Schlagworte: Amazon

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Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Erstellt 5. Mai 2014 19:18 | Permanent-Link

    Amazon lässt sich wirklich etwas einfallen.

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