Zalando: So läuft der Innovationsmotor - und das bringt er bald ins Web

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 28. März 2014 |

Wer ganz frühzeitig wissen möchte, was die Heerscharen an Entwicklern bei Zalando gerade austüfteln, der sollte sich einmal in eines der Cafes rund um den Alexanderplatz in Berlin setzen. Dort wird er nicht lange auf einen der jungen Entwickler warten müssen, der dann vielleicht einen Latte macchiato spendiert, sein Laptop aufklappt und mal eben in einem schnellen Test mit einem unbekannten Nutzer ein Idee auf ihre Brauchbarkeit überprüfen will. Der Innovationsmotor bei Zalando steht nämlich nie still. Einige neue Features durfte sich etailment vorab ansehen.

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In der "Werkhalle" am Alexanderplatz. Wer zur Entspannung Ausblick braucht, kann im verglasten Dachgeschoss einen fantastischen Blick auf Berlin genießen


Wenn man durch die geräumigen „Werkhallen“ der Entwickler um die Ecke vom Alexanderplatz schlendert, wartet man ständig darauf zwischen all den Pinnwänden voller bunter Zettel für laufende Projekte, die bis zum Wochenende abgearbeitet sein wollen irgendwo noch ein Schild zu entdecken, auf dem vielleicht so etwas steht wie „Stillstand ist Rückschritt.

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Christoph Lange, CPO bei Zalando.
Doch das braucht es vermutlich gar nicht. Wer hier konzentriert auf den Monitor starrt, hat den Willen zum Wandel längst verinnerlicht. Kleinste Änderungen gibt es ständig. Jede Woche ist Release-Woche. Das muss nicht einmal auffällig sein. Soll es auch nicht. „Bei kleinen Änderungen fällt dem Nutzer die Gewöhnung leichter“, sagt Christoph Lange, CPO bei Zalando.

Trotz der Taktung erzählt er ganz entspannt von den Abläufen, der Richtung, dem Tempo, dem Selbstverständnis eben auch ein Technology-Unternehmen zu sein. Innovation ist da Teil des Credo. Und mindestens genauso entspannt hocken die Entwickler und Produktmanager vor dem Rechner, erzählen locker von laufenden Aufgaben. In einer Tageszeitungsredaktion und selbst bei einer Wochenzeitung geht es da deutlich hektischer zu.

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Welchen Post-it erledigen wir heute? Man beachte das Keyword "Persona"

Manchmal aber gibt es natürlich auch große Neuerungen. Als Zalando seine Entwickler Ende des Jahres 5 Tage lang zu Hack Week versammelte, entwickelten über 400 Techies über 150 Projekte. Darunter einige mehr als überzeugende Ideen. Manche davon dürften demnächst live gehen. Zwei wohl ganz sicher, wie etailment erfuhr.  

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Ideen-Brutkasten Hack Week, Die Veranstaltung gilt es sehr erfolgreich. Wiederholung wahrscheinlich.

Doch Ideen konzentrieren sich nicht allein auf die Hack-Week, die alsbald wiederholt werden soll. Ideen und Vorschläge sind jederzeit gewünscht, gleich aus welcher Abteilung und von welchem Mitarbeiter sie kommen und können direkt mit den Teams besprochen werden. Hauptsache, es dient dem Kunden. Dessen Bequemlichkeit und dessen Wünsche stehen im Fokus - bei Klicks, Logistik, Service. Deshalb müssen beispielsweise die Projektmanager immer auch ein Praktikum im Kundenservice machen, deshalb gibt es Monitore auf denen für jeden sichtbar Kundenfeedback zu sehen ist.

Natürlich ist der pragmatische Test am Alexanderplatz kein Freibrief für eine Umsetzung. Die Stunde der Wahrheit schlägt erst im Testlabor. Kundenpanels, Eye-Tracking, kleine Testgruppen mit Kunden und Nicht-Kunden, was auch immer sich das Prüfer-Herz vorstellen kann, wird im Zweifel möglich gemacht, bevor dann womöglich am Ende ein A/B-Test ansteht. Dabei bei jedem Testlauf mit im Fokus: Welche qualitativen und quantitativen Ziele will man beispielsweise mit einem neuen Modul erreichen? Da muss sich dann jede schöne Idee den KPI stellen. Das Ziel zählt. Das schöne Feature allein ist nichts wert.

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Einige der Ideen lassen sich gegenwärtig unter die Überschrift Personalisierung stellen. Ein Wetter-Feature, das Produkte passend zum Wetter am Standort des Kunden anzeigt, ist so ein Aspekt. Tests laufen bereits.

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Christoph Lütke Schelhowe, Verantwortlicher für Customer Experience bei Zalando.
Aber das ist erst ein Anfang. „Wir wollen den Kunden in seinem Kontext verstehen“, sagt Christoph Lütke Schelhowe, Verantwortlicher für Customer Experience bei Zalando.

Da gab es zum Beispiel ein Projekt bei der Hack Week, das sich "256 Shades of Grey" nannte.

Statt aus einer vorgegebenen Anzahl an Farben, soll der Kunde aus der kompletten Farbpalette seinen ganz spezifischen Farbton wählen können, sogar Farbanteile (beispielsweise 60 Prozent dunkelblau, 40 Prozent orange) kombinieren können, und bekommt dann die passenden Produkte angezeigt. Das hilft dem Kunden, und Zalando lernt dabei sicher noch eine Menge über Vorlieben seiner Nutzer. Vieles spricht dafür, dass es diese Spielerei alsbald im Shop geben könnte.

Apropos Vorlieben. Das ist noch ein Projekt, dem man einige gute KPI wünscht. Nennen wir es einfach einmal "Feed", also ein Strom an Produktbildern von Marken, die wir schon gekauft haben, die wir gerne kaufen würden, vielleicht auch mit Vorschlägen für Marken und Produkte, die wir nach Meinung eines Algorithmus gerne kaufen würden. Damit erfindet Zalando zwar das Rad nicht neu, könnte aber gerade auch mit einer mobil tauglichen Version im Responsive Design einen inspirierenden Mehrwert bieten. Der Prototyp jedenfalls sieht so aus, als könnte er schon morgen an den Start gehen. Oder auch nächste Woche. Release ist ja jede Woche.


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Thema: Player&People

Schlagworte: Zalando

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