Drei spannende Social-Shopping-Startups, die man kennen sollte

Von Julian Heck Julian Heck | 18. März 2015 | 7 Kommentare Kommentieren

In der Innenstadt allein herumschlendern oder im Online-Shop allein von Produkt zu Produkt klicken, das kann ziemlich einsam sein. Social Shopping nennt sich das Shoppen in Gemeinschaft und einige Startups in dem Segment sind es wert, sie sich mal genauer anzuschauen. 

Überall auf der Welt ploppen Social-Shopping-Startups auf, die das Einkaufen zu einem besonderen Erlebnis machen wollen. Soziale Netzwerke spielen dabei eine zentrale Rolle - jedoch auf eine sehr unterschiedliche Art, wie folgende drei Beispiele zeigen. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie machen die Nutzer nicht nur zu Käufern, sondern dank des Social-Faktors zu Beratern und Marketing-Mitarbeitern in einem. 

Shopa - das Shopping-Netzwerk

Statt auf andere soziale Netzwerke zuzugreifen, haben CEO Peter Janes und sein Team in London ein eigenes Netzwerk aus der Taufe gehoben. Im Jahr 2012 ist Shopa eigentlich als B2B-Marktplatz an den Start gegangen. Dieses Jahr haben sie sich mit den Investionen in Höhe von 7 Millionen Dollar zu einer internationalen Consumer-Plattform gewandelt. Der Slogan "Where Shopping Gets Social" ist Programm: Wie in anderen sozialen Netzwerken üblich, haben Nutzer bei Shopa ein eigenes Profil, können Dinge favorisieren und einiges mehr.

Vier spannende Social-Shopping-Startups, die man kennen sollte

Der Unterschied ist, dass Fashion-Produkte und zum Beispiel keine News im Vordergrund stehen und "trenden" können. Die Produkte können empfohlen und natürlich auch gekauft werden. Der Clou: Produktempfehlungen bzw. Käufe werden belohnt. Hat ein Freund auf Shopa ein Produkt aufgrund einer Empfehlung gekauft, erhält der Empfehlende ein spezielles Angebot. Händler profitieren von einer ausgeprägten Analyse-Möglichkeit: Wie kam der Käufer zu dem Angebot, wann hat er zugegriffen und was waren die Auslöser? Shopa ist also social durch und durch. 400 Marken sind bisher an Bord. Peter Janes hofft, in einem Jahr 10 Millionen Mitglieder zu haben. Ambitioniert, aber nicht unmöglich, wenn man sich die Entwicklung anderer sozialer Netzwerke anschaut.

Mogujie - Social-Shopping für Frauen

E-Commerce in China besteht zwar zu einem großen Teil aus Alibaba, aber eben nicht nur. Mogujie ist hier zwar weniger bekannt, aber hat abgelesen am Marktwert eine nicht zu unterschätzende Größe. Derzeit ist sogar im Gespräch, ob der Social-Shopping-Service in einer frischen Finanzierungsrunde 300 Millionen Dollar kassiert. Wenn das stimmt, würde Mogujie sage und schreibe 2 Milliarden Dollar wert sein. Das ist immerhin rund ein Drittel des Zalando-Wertes - gar nicht mal so schlecht für den unbekannten Chinesen.

Drie spannende Social-Shopping-Startups, die man kennen sollte

Gerne wird Mogujie - im Jahr 2011 übrigens gegründet von zwei ehemaligen Alibaba-Mitarbeitern - mit Pinterest verglichen, weil die Nutzer Outfits in das Netzwerk pinnen. Diese können dann auch gekauft werden. Das wiederum erinnert an die aktuellen Pläne von Pinterest, zu einer E-Commerce-Plattform zu wachsen. 85 Millionen Nutzer haben sich inzwischen registriert, 35 Millionen von ihnen sind monatlich aktiv. 

Joinem - für Gruppen-Käufer

Ein völlig anderes Verständnis von "social" hat die kürzlich erst gelaunchte Shopping-Plattform Joinem. Ähnlich wie bei dem groß angekündigten und gehypten, aber noch nicht gelaunchten Jet sind die Preise nämlich dynamisch. Anders als Jet werden die Preise allerdings nicht dadurch in den Keller gedrückt, dass (neben weiteren Faktoren) der Händler in der Nähe des Kunden ist, sondern dadurch, dass eine bestimmte Anzahl an Kunden zusammenkommt.

Drei spannende Social-Shopping-Startups, die man kennen sollte

Zum Beispiel könnte es sein, dass eine Kamera statt 300 Dollar nur noch 250 Dollar kostet, wenn innerhalb einer bestimmten Zeit 12 Käufer zustande kommen. Gruppenkauf bzw. "WePower" nennt Joinem dieses altbekannte Dynamic-Pricing-Modell. Vor dem Launch im März hat Joinem noch eine Finanzierungsrunde über 5 Millionen Dollar abgeschlossen. Im Gegensatz zum "WePower"-Modell dürfte die Investitionssumme allerdings nicht mit einer bestimmten Anzahl an Investoren gesunken sein.


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Schlagworte: Start-up, Social Shopping, Start-ups

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Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Peer Schott
    Erstellt 18. März 2015 16:28 | Permanent-Link
    Schon wieder was, was ich kennen muss - aber warum?

    Verraten Sie an einer Stelle auch einmal, warum man die nun kennen sollte? Was ist das besondere am Geschäftsmodell? Was kann ich in Deutschland davon lernen? Und wieso sollte (gerade die Sache mit den Rabatten) ein Geschäftsmodell, das bereits mehrfach in den 90er Jahren scheiterte, ausgerechnet diesmal funktionieren? So gemeinsam günstiger einkaufen. Das hatten wir doch alles schon. Was bringt mir das jetzt und hier?

  2. Uwe
    Erstellt 18. März 2015 17:55 | Permanent-Link

    Wie im echten Leben. Alles kommt wieder.
    Früher hieß es LetsBuyIt.com oder täusche ich mich?

  3. Erstellt 19. März 2015 08:40 | Permanent-Link

    Ja, der Gruppenkauf erlebt damit tatsächlich eine Art Revival. Was die anderen beiden Startups angeht, so haben Facebook und Co aber sicherlich erst die notwendige Inspiration geliefert.

  4. Erstellt 19. März 2015 08:45 | Permanent-Link

    Die drei Beispiele sollen als Inspiration dienen, wie so etwas vielleicht auch hierzulande funktionieren könnte. Einen Onlineshop zu einem sozialen Netzwerk zu machen, das gibt es ja schließlich hier noch nicht in Massen. Könnte es aber vielleicht, denn: "Sie machen die Nutzer nicht nur zu Käufern, sondern dank des Social-Faktors zu Beratern und Marketing-Mitarbeitern in einem." Facebook und Co. haben den Charakter eines digitalen sozialen Netzwerks gewiss erst richtig definiert und in die Mitte der Gesellschaft getragen. Das gab es in den 90ern in der Form vermutlich nicht.

  5. Erstellt 19. März 2015 13:24 | Permanent-Link

    Ist die Frage, ob sich die neuen Shopping Startups durchsetzen werden. Denn die Wirtschaft wird sicherlich die nächsten Jahre auf die bewährten und bekannten Shops setzen.

    Auch das handling der Shops liest sich aus der Beschreibung dieses Artikels sehr fragwürdig.

  6. Erstellt 19. März 2015 16:11 | Permanent-Link

    Ich fühle mich gerade mindestens in das Jahr 2007 zurückversetzt. Damals gab es zig solcher Social Commerce Startups ... Kaboodle, ThisNext, Fashmatch, MyPicklist, Smatch, edelight... Und einige davon gibt es sogar immer noch.

  7. Erstellt 22. März 2015 12:52 | Permanent-Link

    @SilkeStimmt, uns gibts sogar noch;-)
    Im Bereich Social-Shopping mischen wir den Markt, jedoch mit unserem Portal yalook.com auf. Dort haben wir auch ein neues Magazin gelauncht, welches gleich mit einem Gewinnspiel startet https://yalook.com/yamag/fruehjahr15/sagya/insta-win! #ansehen #teilnehmen

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