Dynamic Pricing: Wie Jet den E-Commerce revolutionieren will

Von Julian Heck Julian Heck | 12. Januar 2015 | 1 Kommentar Kommentieren

Ein Start-up, zahlreiche Investoren, große Versprechungen, aber noch nicht gelauncht. Soweit die Fakten. Die noch geschlossene E-Commerce-Plattform Jet sorgt seit einigen Tagen für Schlagzeilen. Aber warum eigentlich?

Dynamic Pricing: Wie Jet den E-Commerce revolutionieren will

Das Marketing stimmt schon mal. Denn obwohl das E-Commerce-Start-up noch nicht gestartet ist, bekommt es ausreichend Aufmerksamkeit. Schon im letzten Herbst tauchte Jet einmal in den Medien auf. Damals ist allerdings noch nicht ganz durchgesickert, was Marc Lore, Gründer von Diapers, mit seinem neuem Projekt vorhat. Nur so viel: Er will Amazon piesacken und hat mit seinem Konzept schon einige Investoren überzeugt. 80 Millionen Dollar hat Lore bereits eingesammelt.

Die Idee: Einen Shopping-Club bilden, der gegen eine monatliche Gebühr günstiger einkaufen kann. Günstiger als im lokalen Handel und günstiger als beim E-Commerce-Giganten Amazon. Das ist mal eine Ansage. Aber die Lieferung?! Geht es bei Jet noch schneller als mit Prime oder Prime Now? Wird alles sofort rausgeschickt, sobald es verfügbar ist? Nein. Und nein. Jet - dahinter steckt eine rund 100 Personen starke Mannschaft - funktioniert etwas anders.

Mitglieder zahlen pro Jahr 50 Dollar. Dafür wird ihnen garantiert, dass sie im Durchschnitt mindestens fünf bis sechs Prozent billiger einkaufen als anderswo. Eine rasend schnelle Lieferzeit darf ihnen aber nicht allzu wichtig sein. Das Modell: Dynamic Pricing. Käufer legen Produkte in ihrem Warenkorb und Jet sucht im Hintergrund nach teilnehmenden Shops – darunter TigerDirect.com, Sears Hometown & Outlet Stores und Sony Stores – die bestenfalls mehrere oder alle gewünschten Produkte anbieten können. Denn dann ist das der Einkauf sogar 10 bis 15 Prozent günstiger.

Dynamic Pricing: Wie Jet den E-Commerce revolutionieren will


Bestenfalls befinden sich die Läden außerdem in der Nähe des Kunden. Und wenn der Einkäufer dann noch eine Zahlungsmethode wählt, die dem Händler wenig Kosten verursacht, dann wird der Einkauf nochmal preiswerter. Der Käufer entscheidet durch verschiedene Faktoren also auch selbst mit, wie viel günstiger der Einkauf wird. Ach, und der Versand ist ab 35 Dollar kostenfrei. Das alles verriet Marc Lore kürzlich Re/code.

Finanzieren will sich Jet langfristig nur über Mitgliedsbeiträge. Damit das gelingt, ist ein großer Mitgliederstamm notwendig. Nachvollziehbar, dass Gründer Marc Lore die nächsten fünf Jahre mit einem riesigen Marketing-Budget von 500 Millionen Dollar kalkuliert. Und obwohl es natürlich noch keine Zahlen gibt, könnte man vermuten, dass sich schon jetzt vor dem Start nicht wenige Interessierte bei Jet registriert haben. Die Vermutung liegt nahe, weil Lore ein Gefühl der Exklusivität herstellt: Es können sich nämlich nur Leute registrieren, die einen Einladungscode haben. Wer einen solchen besitzt, kann wiederum andere einladen. Die erfolgreichsten Einladenden werden mit einer kostenfreien Mitgliedschaft für einen bestimmten Zeitraum belohnt. Im Laufe des Monats Februar soll die Registrierung dann auch anderen Interessierten offen stehen.

Ob das Konzept von Marc Lore aufgeht und Amazon damit tatsächlich Konkurrenz gemacht werden kann, wird sich wahrscheinlich erst in ein paar Jahren zeigen. Die zumindest zu Beginn noch wesentlich größere Produktauswahl bei Amazon und die dort immer schneller werdende Lieferung werden für viele Käufer starke Argumente gegen Jet und für Amazon sein. Ein Umdenken bei den Menschen und Verschieben der Prioritäten soll aber nicht ausgeschlossen werden. Man weiß ja nie.


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Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Marc
    Erstellt 20. Januar 2015 09:02 | Permanent-Link

    Das gab es doch alles schon (so ähnlich) und hat nicht funktioniert.

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