Locafox: Nähe als Ass gegen Amazon

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 24. November 2014 |

Locafox: Nähe als Ass gegen Amazon
„Locafox will das Amazon für den stationären Einzelhandel werden“. So und ähnlich lauteten vor einem Jahr die Schlagzeilen zum Start des Marktplatzes Locafox.

Geschadet haben solche Headlines der Aufmerksamkeit nicht. Auch wenn Geschäftsführer und Gründer Karl Josef Seilern den Vergleich nicht ganz so ziehen mag. Er sieht Locafox mehr als einen Ort, an dem ein Kunde alle Informationen findet, um die bestmögliche Kaufentscheidung rund um die Produkte in seiner Nähe zu treffen. Seilern: „Wir sind also eher ein Amazon für und nicht gegen den Einzelhandel.“

„E-Commerce  kann für den lokalen Handel existenziell sein“, sagt Seilern und will diesen Händlern eine Plattform bieten, die ihnen im Handumdrehen Präsenz verschafft und dabei mit dem Pfund wuchert, das die Boutique um die Ecke vom Rathaus noch hat: „Kleine lokale Händler sollten nicht versuchen mit den Pure Playern zu konkurrieren, sondern sich auf den lokalen Markt fokussieren.“

Auf Locafox, das zunächst wie eine Produktsuchmaschine wirkt, finden Kunden daher Informationen zu Angeboten mit Verfügbarkeit, Preis, Produktbeschreibungen und Bildern sowie den Standorten und Öffnungszeiten der Händler in ihrer Nähe. Auch Entfernungsangaben zu den stationären Einzelhändlern sind mit dabei. Mit einem Klick können die Kunden dann ihr Wunschprodukt direkt reservieren und es später im Geschäft abholen.
Locafox: Nähe als Ass gegen Amazon

Ein Konzept, dem sich auch andere Anbieter verschrieben haben. Seilern sieht den Vorteil seiner Plattform aber vor allem in der Technologie, die flexibel mit quasi jedem Warenwirtschaftssystem und jedem Datenfeed umgehen kann und damit insbesondere den Mittelstand anspricht. „Wir halten den Aufwand für den einzelnen Händler so minimal wie möglich“. Gleichzeitig bietet die Plattform ein Self-Onboarding-Tool, mit dem die Händler ihre Produkte direkt in das System einspeisen können. Für den reibungslosen Ablauf sorgen dabei bereits über vier Millionen hinterlegte Produktdaten.

Der Fokus liegt ganz klar auf den ROPO-Kunden. Seilern, Ex-Rocket-Internet-Manager, baut zusammen mit Investoren wie Holtzbrinck Ventures darauf, dass immer mehr Kunden, die Fahne des lokalen Handels hochhalten, weiter die Chance nutzen wollen, die Waren vor Ort anzuprobieren oder zu testen. 2015 soll denn auch das Jahr des Durchbruchs für die Plattform werden, die sich noch in der offenen Beta-Phase befindet. Auch TV-Werbung ist im kommenden Jahr geplant.

Dazu werden derzeit lokale Sales-Teams in großen Städten aufgebaut, die die Zahl der Händler (aktuell rund 1500 Store-Locations und vier Millionen Angebote auf der Website) und damit die Attraktivität der Plattform für den Kunden weiter steigern sollen. Noch in diesem Jahr soll zudem eine Locafox-App gelauncht werden.
Locafox: Nähe als Ass gegen Amazon

Händler dürften sich dabei vor allem für zwei Aspekte interessieren:
1) Das erfolgsabhängige
Zahlungsmodell ohne Einstandsgebühr.
2) Das Argument, dass für den Ropo-Kunden Nähe und eine schnelle Bedarfsdeckung relevanter sind als ein minimaler Preisunterschied im Web.

Auch Service-Elemente wie Same Day Delivery, Pay & Collect, Shop-Präsentation stehen auf der Agenda. Aber ohne Hektik. “Es ist uns wichtiger, die Bedürfnisse des lokalen Handels zu verstehen, als möglichst schnell neue Feature umzusetzen“, sagt Seilern. Zu viele Service-Elemente gleichzeitig umzusetzen, das würde gerade viele kleine Händler und deren Mitarbeiter überfordern.


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Schlagworte: Marktplatz, locafox

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