Pinterest: Noch bildgewaltiger werben und verkaufen

Von Frank Puscher | 10. Oktober 2013 |

Pinterest-logo jpg
In nur drei Jahren hat sich Pinterest zu einem der wichtigsten Traffic-Lieferanten für E-Commerce-Sites entwickelt. Inzwischen haben Amazon, Wayfair und eBay sogar das Design kopiert. Jetzt starten die ersten Werbemöglichkeiten mit Promoted Pins.

 

Glaubt man den Zahlen von SimilarWeb, dann verzeichnete Pinterest im August rund 130 Millionen Visits und davon kamen knapp zwei Millionen aus Deutschland. 70 Millionen Einzelnutzer haben sich dort registriert und 500 000 Unternehmen haben bereits einen Business Account angelegt und ihre Website mit Pinterest verknüpft.

Die Zahlen sind beeindruckend, vor allem, wenn man bedenkt, dass Pinterest erst drei Jahre alt ist. Es sieht nicht so aus, als würde der Dienst in Bälde wieder von der Bildfläche verschwinden. Das mag unter anderem daran liegen, dass er so einfach zu bedienen ist. Schöne Bilder machen oder finden, hochladen, eine Bildunterschrift eingeben, fertig.

Während in Bezug auf Facebook intensiv diskutiert wird, in wie weit man die eigenen Fans mit Kaufangeboten nerven darf und ob Facebook überhaupt ein Kanal für Social Commerce sei, stand das bei Pinterest nie wirklich in Frage. Das Entdecken und Weiterleiten cooler Produkte war schon von Anfang an einer der Grundpfeiler des Systems und damit das gut funktioniert, muss der Link hinter dem Bild dann auch eben in einen Shop zeigen.

Pinterest wird erwachsen

Pinterst: Noch bildgewaltiger werben und verkaufen
Mashable testet bereits die neuen Article-Pins
Mit einer Handvoll Neuerungen hat sich Pinterest im Laufe dieses Jahres etwas feiner ausdifferenziert. Zunächst gab es ein Update im Layout. Eine Facebook-ähnliche Informationszentrale rechts oben im Konto informiert über die Aktivitäten der Freunde und kontaktierten Unternehmen bzw. deren Pinnwände. Die Suche links oben erhielt eine Type-ahead-Funktion und daneben klappt ein Register mit Rubriken aus, die als Inspirationsquelle dienen. Außerdem darf der geneigte Pinterestnutzer wählen, ob er eine personalisierte Startseite sehen möchte oder eine allgemeine.

Auch unter der Oberfläche haben die Pinterest-Ingenieure gewerkelt. Seit Mai 2013 gibt es ein rudimentäres Analysesystem, das es den Business-Kunden ermöglicht, auf einen Blick zu sehen, welche Pins erfolgreicher funktionieren als andere. Drittanbieter wie Curalate machen das auf gehobener Webanalyse-Ebene inklusive Bilderkennung. Sony hat mit Curalate zum Beispiel herausgefunden, dass einfache Produktbilder vor weißem Hintergrund mehr Interaktion auslösen, also atmosphärische Aufnahmen mit Menschen.

Für den Einbau in die eigene Website gibt es natürlich den PinIt-Button und das Pinterest-Widget. Das Widget passt vor allem gut zu Gewinnspielen. Pin-it-to-win-it gehört bei US-Onlineshops längst zum festen Repertoire.

Die größeren, umfassenden Änderungen betreffen allerdings die Pins selbst. Hier gibt es vier Veränderungen seit Mai. Produkt-Pins können mit Produktdetails und mit einem Preis ausgestattet werden. Kino-Pins sind dediziert für die Beschreibung von Filmen ausgelegt und bei den Rezept-Pins steht eine Zutatenliste ganz oben. Ganz neu und derzeit in der Erprobungsphase sind die Article-Pins. Die tragen dem Umstand Rechnung, dass ein Bild als Vorschauelement auf einen Themenartikel manchmal ungenügend ist. Article-Pins tragen die Artikelüberschrift, den Vorspann und den Link zum Artikel mit sich.

Pinterst: Noch bildgewaltiger werben und verkaufen
Promoted Pins: In der Suche taucht Otto mit einem Account-Bild auf

Für alle Rich-Pins gilt: Sowohl der PinIt-Button als auch das Browser-PlugIn holen sich die Daten aus Metatags. Die können der Einfachheit halber als OpenGraph-Tags aufgebaut werden, wenngleich Pinterest ein anderes Format empfiehlt.

Ebenfalls im Erprobungsstadium ist die erste Werbeform auf Pinterest, die promoted Pins. Bislang sieht man hier nur die ersten Versuche innerhalb der Suche. Tippt man einen Begriff, werden promoted Pins mit Logo in der Liste eingeblendet. Das geschieht aber bislang nur bei Pins und Pinnern, mit denen man bereits in Interaktion getreten ist. Pinterest-Gründer Ben Silberman verspricht in einem offenen Brief, dass man sehr, sehr vorsichtig mit Werbung umgehen will. Die Pins werden zudem mit einem "Promoted"-Label gekennzeichnet. Möglicherweise bleibt es auf Dauer bei einem OptIn-Verfahren, bei dem der Nutzer zumindest einem Thema zustimmen muss, um darin Werbung zu erhalten.

pinterest promoted pin
So sehen die Promoted pins aus

Links:

Anleitung zum Einbau von Rich Pins

http://developers.pinterest.com/rich_pins/  

Pläne zu den Promoted Pins

http://blog.pinterest.com/post/61688351103/planning-for-the-future


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Thema: Social Commerce

Schlagworte: Otto, Pinterest

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