Es sind vor allem die besserverdienenden Altergruppen zwischen 25-34 und 35-44, die Nudeln, Tütensuppen, Getränkekästen und Salat online einkaufen. Naja, Salat eher seltener. Denn fest steht: der Kunde im Lebensmittelhandel kauft bevorzugt unverderbliche Produkte. Um Frische macht er eher einen Bogen. Vielleicht weil er Liefer- und Kühlketten noch nicht so recht traut.
55% aller europaweit Befragten sagen, dass sie allen voran Getränke online einkaufen. Danach folgen Milchprodukte und Dosenwaren (42%) und Drogerieprodukte (40%). Eklatante Unterschiede gibt es bei Frischebestellungen. Während die Briten hier weniger Scheu haben (55%), sind es in Deutschland gerade einmal 4 % die sagen „Her damit“.
Bequemlichkeit scheint eine wesentliche Motivation dieser Kunden zu sein. Denn 59 % der Online-Kunden wohnen urban, 62 % würden 10 Minuten oder weniger bis zum nächsten Supermarkt benötigen. Das kann aber auch damit zusammenhängen, dass E-Food-Lieferungen zahlreicher Anbieter noch auf die Metropolen konzentriert sind und nicht bis ins in den digitalen Jurassic Park aka die Provinz liefern. Auffallend auch: Europaweit 81 % votieren für die Lieferung an die Haustür.
Dafür erzielt der durchschnittliche digitale Warenkorb aber auch einen höheren Bon (die Mindestbestellmenge mag das beeinflussen) als der Einkauf im Laden. Allerdings wird auch bei weitem nicht so oft und regelmäßig online geshoppt.
Deutsche Kunden mögen es dabei besonders bequem. 59 Prozent ziehen mobile Endgeräte dem PC und Laptop beim Einkauf vor.
Die größten Showstopper für E-Food sind übrigens die üblichen Verdächtigen: Die Kosten und unpassende Zeitfenster bei der Zustellung. Gleichzeitig aber stehen die Zustellkosten nur an dritter Stelle bei der Entscheidung pro oder contra E-Food. Wichtiger sind auch den deutschen Kunden der Produktpreis und das Sortiment – und natürlich die Bequemlichkeit. Denn leisten kann sich der E-Food-Kunde den Online-Lebensmittelhandel. Die Studie verortet die derzeitigen Kunden vor allem in der Klasse der Gut- und Besserverdienenden mit überdurchschnittlich hohem Einkommen.
Für die Studie von SyndicatePlus wurden 250 Online-Kunden in Deutschland, Niederlande, Frankreich und Großbritannien befragt.
Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
Alle Beiträge