Exklusiv: Der E-Food-Kunde ist faul, kritisch und ein bisschen geizig - aber ein lohnendes Ziel

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 25. September 2014 |

Der “typische” deutsche Kunde im Lebensmittel- Onlinehandel hat als Stadtmensch den Supermarkt fast vor der Haustür, bewegt sich aber nicht mal zum Online-Shoppen von der Couch,  bestellt am liebsten schwere Getränkekisten und will die Lieferung möglichst flexibel und kostengünstig an die Haustür. Diesen Kunden gibt es. Eine europaweite Studie von SyndicatePlus, die etailment exklusiv vorab vorliegt,  stellt den E-Food-Kunden dann aber doch ein wenig differenzierter dar.

 

Es sind vor allem die besserverdienenden Altergruppen zwischen  25-34 und 35-44, die Nudeln, Tütensuppen, Getränkekästen und Salat online einkaufen. Naja, Salat eher seltener. Denn fest steht: der Kunde im Lebensmittelhandel kauft bevorzugt unverderbliche Produkte. Um Frische macht er eher einen Bogen. Vielleicht weil er Liefer- und Kühlketten noch nicht so recht traut.

55% aller europaweit Befragten sagen, dass sie allen voran Getränke online einkaufen. Danach folgen Milchprodukte und Dosenwaren (42%) und Drogerieprodukte (40%). Eklatante Unterschiede gibt es bei Frischebestellungen. Während die Briten hier weniger Scheu haben (55%), sind es in Deutschland gerade einmal 4 % die sagen „Her damit“.

Der E-Food-Kunde ist faul, kritisch und ein bisschen geizig - aber ein lohnendes Ziel

Bequemlichkeit scheint eine wesentliche Motivation dieser Kunden zu sein. Denn 59 % der Online-Kunden wohnen urban, 62 % würden 10 Minuten oder weniger bis zum nächsten Supermarkt benötigen. Das kann aber auch damit zusammenhängen, dass E-Food-Lieferungen zahlreicher Anbieter noch auf die Metropolen konzentriert sind und nicht bis ins in den digitalen Jurassic Park aka die Provinz liefern. Auffallend auch: Europaweit 81 % votieren für die Lieferung an die Haustür.

E-Food
 

Dafür erzielt der durchschnittliche digitale Warenkorb aber auch einen höheren Bon (die Mindestbestellmenge mag das beeinflussen) als der Einkauf im Laden. Allerdings wird auch bei weitem nicht so oft und regelmäßig online geshoppt.

Deutsche Kunden mögen es dabei besonders bequem. 59 Prozent ziehen mobile Endgeräte dem PC und Laptop beim Einkauf vor.  

E-Food

Die größten Showstopper für E-Food sind übrigens die üblichen Verdächtigen: Die Kosten und unpassende Zeitfenster bei der Zustellung. Gleichzeitig aber stehen die Zustellkosten nur an dritter Stelle bei der Entscheidung pro oder contra E-Food. Wichtiger sind auch den deutschen Kunden der Produktpreis und das Sortiment – und natürlich die Bequemlichkeit. Denn leisten kann sich der E-Food-Kunde den Online-Lebensmittelhandel. Die Studie verortet die derzeitigen Kunden vor allem in der Klasse der Gut- und Besserverdienenden mit überdurchschnittlich hohem Einkommen.

E-Food-Kunde ist faul, kritisch und ein bisschen geizig - aber ein lohnendes Ziel

Für die Studie von SyndicatePlus wurden 250 Online-Kunden in Deutschland, Niederlande, Frankreich und Großbritannien befragt.


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