Wie viel Personalisierung am POS wollen die Kunden eigentlich?

Von Stephan Lamprecht | 10. Dezember 2015 | 3 Kommentare Kommentieren

Die aktuelle Technik ermöglicht den Händlern, gerade auch am POS, dem Kunden hochgradig personalisierte Angebote zu unterbreiten. Aber ist alles, was technisch möglich ist, auch im Sinne der Kunden? Gibt es so etwas, wie eine Grenze, ab der die Konsumenten Personalisierung ablehnen oder gar als lästig empfinden. Das wollte das Unternehmen RichRelevance wissen und dazu eine bundesweite Umfrage von TSN Emnid durchführen lassen.

Wie viel Personalisierung am POS wollen die Kunden eigentlich?
Einige Personalisierungstechniken kommen bei den Kunden am POS gut an
Dazu wurden 1028 Befragungen durchgeführt. Das Ergebnis zeigt tatsächlich Grenzen der Personalisierung auf. Positiv bei den Kunden kommen etwa diese Maßnahmen an:

  • Produkt-Scan mit dem Smartphone für weiterführende Informationen zum Produkt.
  • Eine Navigationshilfe, die den schnellsten Weg zum Wunschprodukt zeigt.
  • Technologien, die den aktuellen Standort ermitteln, um darauf basierende Empfehlungen, Rabatte oder Coupons anzubieten.

Bei einigen Maßnahmen gehen die Meinungen der Verbraucher auseinander. So wünschen sich nur 40 Prozent der Kunden, die ihre Online-Bestellung am POS abholen, weiterführende Produktvorschläge zu bekommen. Die in Umkleidekabinen angebrachten Tablets, die weitere Vorschläge unterbreiten, finden sogar nur 30 Prozent der Befragten gut.

Wie viel Personalisierung am POS wollen die Kunden eigentlich?
Das geht den Kunden zu weit

Einhellig abgelehnt werden weitreichende Personalisierungen, die etwa auf der Erkennung von Gesichtern basieren. Zum Beispiel:

  • Gesichtserkennung erkennt die Kunden etwa als regelmäßige Käufer. Der Verkäufer erhält diese Information. Das empfinden 79 Prozent der Befragten als befremdlich.
  • Besteht keine persönliche Beziehung zum Verkäufer, verzichten 75 Prozent der Umfrageteilnehmer gern auf diese Geste.
  • Drei von vier Befragten würden auf Werbeeinblendungen verzichten, die auf Alter und Geschlecht basieren, also ebenfalls durch Erkennungstechnologien gewonnen werden.

Wer es mit der Personalisierung übertreibt, erreicht also unter Umständen das Gegenteil vom gewünschten Effekt. Nicht alles also, was am POS technisch möglich wäre, sollte also eingesetzt werden.


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Thema: Studien

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Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Peter Brenner
    Erstellt 11. Dezember 2015 10:21 | Permanent-Link

    Wurden dazu tatsächlich "...1028 Befragungen durchgeführt..." oder wurde eine Befragung unter 1028 Menschen durchgeführt?

    Und wer wurde befragt? Kunden direkt am PoS? Oder Lieschen Müller zuhause?

    Magere Substanz für eine solch hochtrabende Überschrift. Bitte mehr Tiefe und weniger Floskeln. Im Grunde wird in diesem Beitrag die Personalisierung (zugeschnitten auf die Einzelperson) als solche mit "Maßnahmen zur Personalisierung" verwechselt.

    Wir sind uns doch wohl alle einig, dass Personalisierung an sich von JEDEM Kunden/Konsumenten geschätzt und bevorzugt wird - nach dem Motto: Wenn schon Werbung, dann bitte auch zugeschnitten auf mich.

  2. Erstellt 11. Dezember 2015 14:58 | Permanent-Link

    Hallo, Herr Brenner,

    vielen Dank für Ihren Kommentar!

    Wenn ich 1028 Menschen befrage, wurden 1028 Befragungen durchgeführt. Oder eine große Befragung, so wie Sie das verstehen. Welchen Unterschied das für die Ergebnisse der Studie haben soll, vermag ich nicht zu beurteilen.

    Über den konkreten Ort der Befragung waren keine Angaben zu finden. Sonst hätte dies auch im Artikel gestanden.

    Ich für meinen Teil (und auch im Namen meiner Kinder) darf die Einigkeit, die Sie postulieren, bestreiten. Ich bin von extrem vielen Personalisierungsmaßnahmen nur noch genervt. Ob ich beim Bezahlen mit der EC- oder Kreditkarte an der Kasse auf Krampf mit meinem Namen verabschiedet werde oder mich personalisierte Werbung zu Produkten, die ich längst gekauft habe, auf allen erdenklichen Sites heimsucht.

  3. Erstellt 11. Dezember 2015 17:16 | Permanent-Link

    Ich finde solche "Studien" methodisch immer höchst fragwürdig, wenn man bedenkt, wie die Interessen zwischen Auftraggeber und durchführendem Unternehmen gelagert sein können.
    Positiv allerdings finde ich, dass sowohl positive als auch negative Formen der Personalisierung betrachtet wurden.
    Viele Grüße

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