E-Commerce: Wollen Frauen nur das Eine?

E-Commerce für Frauen: Männer jagen, Frauen au...

"Shrink it and pink it."
Auf diese Formel reduzieren Marketer gern die Anpassung von Konsumgütern für die weibliche Kundschaft. Das funktioniert auch bedingt: Bei Akku-Schraubern und Technik-Gadgets. Im Online-Versandhandel erreicht man die Damenwelt damit jedoch nicht. Dass Frauen "anders" einkaufen ist eine Binse, aber in einer von Männern geprägten E-Commerce-Fachwelt wird diese gern auch mal vernachlässigt. Obwohl Frauen die größten Umsatzträger im Online-Versandhandel darstellen. Wir haben deshalb einige beachtenswerte Vorträge, Artikel, Foren- und Beratungsangebote sowie Infografiken zu einer Übersicht: E-Commerce für Frauen zusammengefasst.

Vortrag: E-Commerce für Frauen - Männer jagen, Frauen auch. Nur anders.

Einen sehenswerten Vortrag bietet diese Präsentation von Astrid Wunsch und Silke Berz vom Webmontag Frankfurt: "E-Commerce für Frauen: Männer jagen, Frauen auch. Nur anders." Von der richtigen Tonalität der Produktbeschreibung, über den weiblichen Kaufentscheidungsprozess, bis hin zur Produktinszenierung und dem Webdesign werden hier viele wesentliche Kriterien für Shop-Betreiber vorgestellt. Die Bullet Points werden jeweils kurz anhand praxisnaher Beispiele erläutert. Weitere Quellenangaben zu diesem Vortrag, weiterführende Links zu anderen Fachbeiträgen (u.a. hier und hier) sowie zu Hintergründen zum Thema "Gender Marketing", hat Silke Berz in einem Blogbeitrag zusammengefasst. Insgesamt ein prima Einsteiger in das Thema "E-Commerce für Frauen".

Forum: Einblicke in Befindlichkeiten und Bedürfnisse, die soziale Netzwerke nicht bieten.

Busenfreundinnen.net
Busenfreundinnen.net: Forum, BH-Wiki, Shopping-Community

In Zeiten von Facebook, Twitter und Co werden klassische Web-Foren zwar oft als Fossile belächelt, stellen aber immer noch wichtige Ressourcen dar, um Einblicke in Befindlichkeiten zu erlangen: Hier sind Communities noch Communities und Vertrauen und persönliche Bindungen oftmals deutlich stärker ausgeprägt als in der beliebigen Welt der Facebook-Freundschaften. Heißt: Wer als Shopbetreiber über seine SoMe-Kanäle nachfragt, was seine weibliche Kundschaft eigentlich möchte, der bekommt sicherlich nur die halbe Wahrheit zu hören. Statt zu fragen was Frauen wollen, sollten Händler also besser noch Orten suchen, in denen sich die Damenwelt zwar anonym, dafür aber detailliert im Schutz kleiner Communities austauscht. Die BH-Community Busenfreundinnen.net soll hier als Beispiel dienen: "Was fehlt? Wo kann man gerade im Ausland was bestellen. Wer bestellt mit?". Sie betreiben einen Dessous-Shop und glauben ihre Auswahl und ihre Online-BH-Beratung wären hinreichend gut? Sind sie sich da sicher?

Beratung: SHECommerce - Frauen shoppen anders.

SheCommerce
SheCommerce: E-Commerce-Consulting aus der Sicht der Frau

Kann Mann sich als Händler bei den Shopping-Präferenzen in Sachen Fashion noch durch eine Foren-Recherche schlau machen, sieht die Quellenlage für andere Segmente düsterer aus: Wie wollen Frauen Technik shoppen? Oder Heimwerkerbedarf? Hilfestellung für derlei Fragestellungen verspricht Diana Averdiek-Versteege via shecommerce: Unternehmensberatung für e-Commerce und e-Business aus Sicht der Frau.

Update: Jochen G. Weber hat sich dem Thema ebenfalls gewidmet und für t3n einen lesenswerten Beitrag verfasst. Neben weiteren Statistiken zu weiblichen Einkaufsvorlieben bietet er Praxis-Tipps für Shopbetreiber (Produktbeschreibung, Storytelling und Bildsprache).


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Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Erstellt 8. April 2013 08:53 | Permanent-Link

    Schade, dass bei den Infografiken nicht erwähnt wird, ob das Geschlecht ein relevanter Faktor bzw. der Einfluss signifikant ist. Ich habe da häufig, hier zum Beispiel bei "Kaufpräferenz Onlinehandel vs. Einzelhandel" so meine Zweifel.

  2. Karsten Werner
    Erstellt 8. April 2013 11:06 | Permanent-Link

    Ja, das ist tatsächlich schade. In dem Punkt lassen die Umfragen, die ich zum Thema finden konnte, leider Potenziale liegen. Informationsgewinnung für die Entwicklung von Handlungsalternativen im Rahmen Geschlechter-spezifischer Personalisierungs-Strategien seitens Händlern, ist hieraus nur schwer möglich. Die Infografik-Sammlung ist hier deshalb auch nur als Denkanstoß zu sehen.

  3. Erstellt 9. April 2013 14:34 | Permanent-Link

    Der Akkuschrauber ist nicht pink! ;)

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