"Als Ergänzung ganz cool" - Zalandos Fleek App getestet im Jugendzimmer

Von Stephan Lamprecht | 29. März 2016 |

Mit viel medialem Getöse hat Zalando vor einigen Wochen seine Fleek-App gestartet. Das Ziel ist laut Homepage klar. Inspirationsquelle Nummer eins zu werden. Aber kann die App heute schon dieses Versprechen einlösen. Der etailment-Praxistest aus dem Jugendzimmer im Hause des Autors.

Ich habe ja schon häufiger auf die beiden Labors in meinem Haus zurückgegriffen, wenn ich die ungeschminkten Eindrücke von Jugendlichen zu bestimmten Themen brauchte. Da lag es nun tatsächlich nahe, die Vorzüge (oder eben auch nicht Vorzüge) der Zalando-App mal direkt abzufragen. Denn schließlich gehören visuelle Services wie Instagram, Tumblr und Pinterest zum Alltag meiner Kinder. Genauso übrigens wie Snapchat (das ist definitiv der nächste "heiße Shice", das kann ich Ihnen sagen!). Also mal flugs die Fleek-App aus dem App-Store geladen und Mäuschen gespielt.

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Sofort Styles ansehen

Die Einstiegshürden der App sind mehr als gering. Direkt nach dem Start muss sich der Nutzer lediglich entscheiden, ob er Mode für Damen oder Herren ansehen will. Schon werden die ersten Empfehlungen auf den Schirm gespült. Klar, die Bedienung selbst ist für Jugendliche kein weiteres Problem. Unter den Empfehlungen sind die (sehr ästhetisch fotografierten) Postings vieler Marken. Diesen kann dann auch gefolgt werden, wie das bei Instagram auch der Fall ist.

Für und wider: Instagram gegen Fleek

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Kommt gut an: Die Timeline mit Empfehlungen. Nur ist sie nicht besonders lang
Instagram ist das große Vorbild und beeinflusst auch die Wertung meiner Kids. Ein Coolness-Faktor von Fleek ist, dass die Artikel gleich ausführlich beschrieben werden. Bei Instagram und Co. ist es eher Glücksache, wenn ein Mitglied in Beschreibung oder Tags auch gleich alle Produkte gekennzeichnet hat. Dort führt die Inspiration dann häufig ins Leere. Diese Möglichkeit, sich sofort genauer informieren zu können, gefällt. Allerdings wird die dann doch überschaubare Timeline als Einschränkung wahrgenommen. Denn die App verknappt die visuelle Inspiration mit seinen Empfehlungen künstlich. Wer am Ende seiner Timeline angekommen ist, erfährt über den Countdown am Ende der Seite, wann es wieder neues Material zum Ansehen gibt.

"Ganz cool, Shopping-App halt"

Unisono durchgefallen ist die Funktion, sich mittels Standortfreigabe Empfehlungen passend zur aktuellen Position oder einem Wunschort anzeigen zu lassen. Dass es bei Regenwetter eine gute Idee ist, passende Kleidung zu haben, versteht sich mehr oder weniger von selbst. Und auf der anderen Seite, an T-Shirts oder luftige Kleidung zu denken, wenn die Urlaubsreise zur Sonne führen soll, ist genauso selbstverständlich. Die Funktion lässt meine jugendlichen Probanden dann doch etwas ratlos zurück.

Der Shop (Katalog genannt) findet keine weitere Erwähnung oder ausführliche Betrachtung. "Shopping-App halt" lautet die Begründung. Das funktioniert alles gut und ist auch ansprechend präsentiert. Aber ohne Zweifel nicht das, was Fleek von anderen Shopping-Anwendungen für das Smartphone unterscheidet. Dagegen ist die Möglichkeit, die Streams ausgewählter Marken zu verfolgen, wiederum "ganz cool".

Zalando scheint mir mit Fleek auf dem richtigen Weg zu sein. Die App macht einige Dinge anders, die auch gerade bei jüngeren Leuten anzukommen scheinen. Dazu gehört auch das "Liken" von Vorschlägen. Die landen nämlich automatisch auf einer Wunschliste statt gleich in der Einkaufstüte. Als Alternative zu Pinterest oder Instagram wird die App (noch) nicht wahrgenommen, eher als Ergänzung mit der Option, eben auch sofort etwas kaufen zu können.


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Thema: Technologie

Schlagworte: Zalando, Fleek

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