Foto: Zwei Menschen sprechen an einem großen Bürotisch, während eine weitere Person den Raum betritt.
KI-generiert / OpenAI

Jedes zweite Unternehmen kürzt Homeoffice

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Mehr als die Hälfte der Unternehmen in Deutschland hat Homeoffice seit der Corona-Hochphase zurückgefahren, zeigt eine Umfrage des Bitkom. Fast jedes sechste habe es ganz abgeschafft. Und der Rückbau gehe weiter: Gut jedes dritte Unternehmen wolle in den kommenden zwei Jahren weiter kürzen oder streichen. Dabei sei die Mehrheit überzeugt, dass ohne Homeoffice gutes Personal schwerer zu finden sei. Noch größer sei allerdings die Sorge, dass der Zusammenhalt im Team bröckele.

Mehr als die Hälfte der Unternehmen in Deutschland hat seine Homeoffice-Möglichkeiten seit der Corona-Hochphase zurückgefahren. Das zeigt eine Umfrage des Bitkom unter mehr als 600 Unternehmen. 39 Prozent haben mobiles Arbeiten reduziert, 17 Prozent haben es vollständig abgeschafft. Gleichzeitig bleibt Homeoffice für viele Beschäftigte Teil des Arbeitsalltags: 54 Prozent der Unternehmen ermöglichen derzeit mobiles Arbeiten oder Arbeiten von zu Hause.

Die Ergebnisse machen deutlich, wie unterschiedlich Betriebe mit flexiblen Arbeitsmodellen umgehen. 77 Prozent geben an, Tätigkeiten im Unternehmen zu haben, die sich grundsätzlich mobil oder im Homeoffice erledigen lassen. Wo Homeoffice angeboten wird, wählen 29 Prozent ein besonders flexibles Modell ohne feste Zahl an Tagen. 17 Prozent erlauben mehrere Tage pro Woche, 20 Prozent einen Tag pro Woche. Bei 3 Prozent ist Homeoffice seltener als einmal wöchentlich möglich.

Größere Unternehmen setzen häufiger auf flexible Regeln

Die Unternehmensgröße prägt die Ausgestaltung spürbar. Bei Betrieben mit 20 bis 99 Beschäftigten lassen 28 Prozent ihre Mitarbeitenden flexibel entscheiden, an wie vielen Tagen sie mobil arbeiten. Bei 100 bis 499 Beschäftigten sind es 34 Prozent, bei Unternehmen ab 500 Beschäftigten 41 Prozent. Damit zeigt sich: Je größer ein Betrieb ist, desto eher werden flexible Homeoffice-Regeln etabliert.

Aus Sicht der befragten Unternehmen sprechen mehrere Gründe für mobiles Arbeiten. 71 Prozent sehen Vorteile bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. 63 Prozent sagen, ohne Homeoffice sei es schwieriger, gutes Personal zu finden. Zudem halten 39 Prozent die Arbeit im Homeoffice in der Regel für produktiver als im Büro. Homeoffice bleibt damit ein Faktor für Arbeitgeberattraktivität und Personalgewinnung.

Sorge um Teamzusammenhalt bremst den Ausbau

Dem stehen deutliche Vorbehalte gegenüber. 65 Prozent der Unternehmen befürchten, dass durch Homeoffice der Zusammenhalt im Betrieb verloren geht. 60 Prozent sehen die Integration neuer Beschäftigter erschwert. Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder verweist darauf, dass Unternehmen seit der Pandemie viel Erfahrung mit mobilem Arbeiten gesammelt und funktionierende Modelle entwickelt hätten. Zugleich brauche es persönlichen Austausch und Zusammenarbeit im Team.

Für die kommenden zwei Jahre zeichnet sich deshalb eher Stabilisierung als Ausbau ab. 55 Prozent wollen ihre bestehenden Regelungen unverändert fortführen, 3 Prozent planen mehr Homeoffice. Dagegen möchten 35 Prozent weiter reduzieren, weitere 3 Prozent wollen Homeoffice ganz abschaffen. Trotz des Rückbaus bleibt die zentrale Spannung bestehen: Viele Unternehmen sehen Vorteile für Vereinbarkeit und Recruiting, zugleich gewichten sie Teamkultur und Einarbeitung hoch. Die nächste Entwicklung ist bereits angelegt: Insgesamt 38 Prozent planen bis 2028 weitere Kürzungen oder die komplette Abschaffung.

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