Jetzt geht das wieder los: US-amerikanischen Medien zufolge hat der Verbrauchermarkt-Betreiber Costco seine Online-Kunden vor einer Toilettenpapier-Knappheit gewarnt. Hintergrund sei eine gestiegene Nachfrage, aber auch Schwierigkeiten in der Lieferkette. Der frisch eröffnete Aldi-Onlineshop (siehe unten), mit dem Nord und Süd laut Handelsblatt.com "den ersten Schritt zum echten Onlinehandel" gehen, kennt das Problem nicht: Er führt gar kein Toilettenpapier.

///// HANDEL NATIONAL
Aldi Nord + Süd haben gemeinsamen Onlineshop eröffnet
Die Grenze zwischen Aldi Nord und Aldi Süd ist schon längst nicht mehr so betonhart wie in früheren Jahren, online gibt es sie jetzt gar nicht mehr: Seit vorgestern (21. September) betreiben die beiden Unternehmen den gemeinsamen Aldi-Onlineshop über eine Aldi E-Commerce GmbH & Co. KG in Düsseldorf. Er ersetzt hier wie dort das bisherige Angebot "Aldi liefert". In identischen Pressemitteilungen kündigen die Aldis "Themenwelten vorwiegend aus den Bereichen Elektronik, Lifestyle und Freizeit" an, angepasst an die jeweilige Saison. Neu für die Kundschaft: Es muss kein Liefergebiet mehr ausgewählt werden, und neue Angebote seien montags und donnerstags bereits um 7 Uhr verfügbar, eine Stunde früher als bisher.

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Verbessertes Kundenerlebnis – So optimieren Sie Ihr Online-Geschäft
Das Thema Payment wird von beinahe jedem fünften Händler als Herausforderung gesehen. Susanne Steinwart von PayPal, Händlerbund COO Tim Arlt und Markus Deibler von Luicellas Ice Cream diskutieren in der "Lunch & Learn Session" typische Fragen von Onlinehändlern.


Fashion Week von About You mit einer Mrd. Kontakte
Mode-Onliner About You meldet mehr als eine Mrd. Medienkontakte in Print-, Digital-, TV- und Social-Medien für seine Fashion Week, die vom 11. bis zum 15. September in Berlin lief. Die Schau mit zahlreichen großen Marken und Stars von Lena (Meyer-Landrut) bis Leni (Klum) sei zu "zu einem der erfolgreichsten Fashion Events Europas" geworden. About You hat alle Videos online gestellt.

Mister Spex wächst und eröffnet
Es hat seinen Grund, dass Mister Spex sich nicht einfach Online-Optiker nennt, sondern "Europas führender digital getriebener Omnichannel-Optiker": Stationäre Geschäfte spielen inzwischen eine große Rolle. Im ersten Halbjahr 2021 hat das Unternehmen acht Filialen eröffnet, wie es schreibt, zum Halbjahresende lag die Gesamtzahl bei 42. (Inzwischen ist es mindestens eine mehr, denn am gestrigen 22. September wurde ein zweiter Wiener Laden aufgemacht.) Der Umsatz im Halbjahr lag mit 101 Mio. Euro um 25 Prozent über Vorjahr, die Ebitda stiegen um ein Prozent auf 2,3 Mio. Euro. Den Anteil der Läden an diesen Zahlen nennt Mister Spex allerdings nicht.


Möbelhersteller Miller eröffnet zweiten deutschen Webshop
Der US-amerikanische Möbelhersteller Herman Miller betreibt in Deutschland bereits einen Webshop mit Spezialstühlen für Gamer. Dessen Erfolg sei Grundlage der Entscheidung, auch einen Shop für ergonomische Büromöbel zu eröffnen (genauer: für "Performance-Sitzmöbel"), schreibt Moebelmarkt.de. Außerdem scheint die Pandemie die Nachfrage befeuert zu haben: Zielgruppe ist ausdrücklich auch das Homeoffice.


BEVH tadelt EU: "Hersteller können Online-Handel erschweren"
Die geplante Anpassung der Vertikalen Gruppenfreistellungsverordnung der EU sei geeignet, den Online-Handel zu behindern, warnt der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH). Die Änderung "gibt Herstellern ein mächtiges Werkzeug in die Hand, den Online-Vertrieb ihrer Produkte durch Händler deutlich zu erschweren und beispielsweise den Verkauf auf Plattformen zu verbieten", schreibt der Verband. Das sei diskriminierend und "brisant, weil große bekannte Hersteller mittlerweile immer mehr selbst zu Händlern werden".


///// HANDEL INTERNATIONAL


Schweiz: Manor-Marktplatz plant 100 externe Partner
Im Mai hat die Manor AG, Betreiberin von 59 Warenhäusern in der Schweiz, ihren Online-Marktplatz für externe Anbieter geöffnet. Gegenwärtig seien 15 Marken mit ihren Stores an den Marktplatz angeschlossen, mit 15 weiteren liefen Gespräche, so die Manager Rainer Bloch und Delphine Perruche im Interview mit Textilwirtschaft.de. Sie nennen als Beispiele die Marken Camper Shoes, Hallhuber, ISA Bodywear, WE Fashion, Blacksocks, Prodis Design, Kids Dream und Smartbox. Ende des Jahres soll die Zahl der Partner bei 100 liegen, auch Spezialangebote wie Übergrößen und Schwangerschaftsmode seien denkbar. Angaben zum Geschäftsvolumen verweigern beide charmant.

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Fünf Amazon-Meldungen in Kürze
  • Amazon-Prime-Kunden können sich jetzt auch im Raum Kassel Lebensmittel von Tegut liefern lassen, ab 50 Euro ohne Lieferentgelt, meldet das Unternehmen. Die Zusammenarbeit gibt es bereits in großen Teilen von Frankfurt am Main und Südhessen.
  • 58 Prozent des grenzüberschreitenden Online-Handels in Europa laufen über Online-Marktplätze, so eine Studie von Cross Border Commerce, über die Internetworld.de berichtet. Sie nennt 115,4 Mrd. Euro von insgesamt 198,5 Mrd. Euro im Jahr 2020. Amazon habe 44,3 Mrd. Euro beigetragen.
  • Nicht nur die chinesische JD.com (das "Morning Briefing" berichtete), auch Amazon plant Warenhäuser: Einem von Amazon unbestätigten Bericht auf Cnet.com zufolge werde es 30.000 Quadratfuß (rund 2.800 Quadratmeter) große Standorte in den Bundesstaaten Ohio und Kalifornien geben, die Mechanismen des Online-Kaufs mit klassischem Einkauf verbinden. Dazu sollen die QR-Code-Bestellung von Kleidung zum Anprobieren, Touchscreens mit den berühmten Empfehlungen sowie möglicherweise sogar Roboter gehören.
  • Wer wegen Cannabis-Konsums seinen Job bei Amazon verloren oder gar nicht erst bekommen hat, kann sich jetzt neu bewerben, schreibt der Amazon-Watchblog des Händlerbunds. Mögliche Gründe sind die zunehmende Legalisierung des Kiffens in den USA und dass Amazon schlicht und ergreifend dringend Leute braucht.
  • In den USA stellt das Pilotprogramm Amazon Community Lending kleinen und mittleren Amazon-Händlern kurzfristige Kredite von bis zu 100.000 US-Dollar zur Verfügung, so Tamebey.com.

///// TRENDS & TECH

Otto Group: Shopping 24 wird an YK Group verkauft
Die Otto Group Digital Solutions bereinigt ihr Unternehmensportfolio weiter: Shopping 24, Anbieter von E-Commerce-Software für Produktempfehlungen (Commerce-Content), geht an die Hamburger YK Group. "Ein entsprechender Vertrag wurde von beiden Parteien unterzeichnet. Der neue Eigentümer übernimmt alle Mitarbeitenden von Shopping24. Dennis Kallerhoff bleibt Geschäftsführer", teilt Otto mit. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen. Die Plattform soll der Mitteilung zufolge den Content-Monetarisierungs-Plattformen "Yieldkit" und "Digidip" der YK Group zur Seite gestellt werden. Das Schaufenster Shopping24.de gehört zu Shopping 24.

Dauer-Werbeschleifen und genervte Konsumenten: Was Werbetreibende jetzt beachten sollten
Nachholreflexe nach dem Lockdown führen derzeit dazu, dass Werbetreibende Schlange stehen, um noch einen freien Werbeblock im Fernsehen zu ergattern. Auf Seiten der Konsumenten droht eine Übersättigung, warnt Etailment-Experte Christian Rätsch. Er erklärt, was gerade Handelsunternehmen bei der Werbung besser machen können, damit diese von den Konsumenten nicht als Unterbrechung wahrgenommen wird, sondern sie emotional berührt.

"Managed Payments" von Ebay jetzt weltweit verfügbar
Ebay bietet sein Programm "Managed Payments" jetzt in allen globalen Märkten an. Es könne "von der Mehrheit der Händler" genutzt werden, so das Unternehmen. Ende des zweiten Quartals seien bereits 13. Mio. Händler dabei gewesen und 80 Prozent des vermittelten Umsatzes über das Programm gelaufen. Vorteil für Händler sei, Verkauf und Bezahlung an einem Ort abwickeln zu können, für Kunden die Vielfalt der Zahlungswege.

Eine halbe Milliarde für Marktplatz-Technik-Anbieter Mirakl
Das französische Startup Mirakl, Anbieter einer Marktplatz-Software für Online-Shops, hat Finanzierungszusagen über 555 Mio. US-Dollar erhalten. Wie Techcrunch.com berichtet, soll mit dem Geld das Entwicklerteam mehr als verdreifacht werden: von 150 auf 500 Leute. Zu den Kunden gehören Carrefour, Fressnapf, Metro -- und auch Airbus Helicopters.

///// NACHHALTIGKEIT

Secondhandmode-Spezialist Vestiaire erhält fast 180 Mio. Euro
Der auch in Deutschland aktive französische Onliner Vestiaire Collective, spezialisiert auf gebrauchte Luxusprodukte, hat 178 Mio. Euro an weiterer Finanzierung erhalten. Wie Fashionunited.de den Investor Softbank zitiert, arbeitet Vestiaire "an der Schnittstelle mehrerer Branchentrends mit dem Wachstum des Luxuseinzelhandels, der anhaltenden Verlagerung zum Onlinehandel und dem Fokus auf Nachhaltigkeit". Das Geschäftsmodell sei für globales Wachstum geeignet. Vestiaire betreibt eine Technik-Niederlassung in Berlin.