Bundeswirtschafts- und Finanzministerium haben gestern die Verlängerung der Überbrückungshilfe III Plus bis Jahresende bekannt gegeben. Das kam überraschend und lässt tief blicken. Bedeutet es doch, dass die Bundesregierung der Meinung ist, Unternehmen über den Herbst hinaus alimentieren zu müssen. Es lässt ahnen, wie dünn das Eis ist, auf dem sich die notleidenden Branchen gerade bewegen. Wirtschaftliche Erholung sieht anders aus. Und so sarkastisch es klingen mag, für den Online-Handel sind das gute Nachrichten. 

///// HANDEL NATIONAL
Was ist Bitte schön zu werblich? BGH-Urteil lässt Auslegungsspielraum
Wann ist ein Beitrag auf Social-Media-Kanälen so werblich, dass er auch als Werbung gekennzeichnet werden muss? Dieser Frage ging der Bundesgerichtshof bei der Klage gegen drei Influencerinnen nach und kam zu keinem generell eindeutigen Ergebnis. Im aktuellen Fall wurden zwei Klagen abgewiesen und nur eine stattgegeben, weil die Fitness-Influencerin Luisa-Maxime Huss eine Gegenleistung vom Unternehmen erhalten hatte. Das sei kennzeichnungspflichtig. Dem Gericht zufolge gelte es im Einzelfall abzuwägen, wie werblich ein Beitrag ist und ob dieser zum Beispiel mit Tap Tags (Instagram) versehen sind oder direkt auf eine Herstellerseite verlinkt. Letzteres ist dann ebenfalls als Werbung zu kennzeichnen. Fazit: Wo redaktionelle Inhalte und Werbung verschwimmen, besteht weiterhin eine Grauzone. Sicherheit gibt dieses Urteil dieser jungen Branche nicht. 

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Mit der GründerInnenstadt-Initiative unterstützen Facebook und Instagram Unternehmerinnen beim Aufbau krisenfester Geschäftskonzepte

Laut Facebooks Wirtschaftsstudie zur Lage von Kleinunternehmen aus dem Jahr 2020 beklagten 53 Prozent der von Frauen geleiteten Unternehmen während der Pandemie Umsatzeinbußen, während es bei von Männern geführten Unternehmen 37 Prozent waren. Grund genug für Facebook, die Mittelstandsinitiative GründerInnenstadt ins Leben zu rufen. Mehr zur GründerInnenstadt-Initiative.

280 Roboter in Dortmund auf dem Vormarsch
An ihrem Standort in Dortmund hat das Unternehmen Arvato Supply Chain Solutions ein AutoStore-Lagersystem mit 280 Robotern in Betrieb genommen. Die Anlage sei speziell für das stark wachsende Online-Geschäft von internationalen Kunden aus der Modebranche konzipiert und mit der höchsten Zahl an Robotern in Europa ausgestattet, heißt es in einer Pressemitteilung. 

R+V-Versicherung-Studie: Die Ängste der Deutschen
Bereits seit 30 Jahren gibt es diese Studie der R+V-Versicherung und in der Regel sind die Ergebnisse von Jahr zu Jahr fast gleich, nicht aber in diesem. Hohe Staatsschulden durch die Corona-Pandemie und die Folgen für den eigenen Geldbeutel ist zur Sorge Nummer eins der Deutschen geworden. 53 Prozent von 2.400 Befragten hat große Furcht vor höheren Steuern oder Leistungskürzungen. Gleich dahinter folgt das zweite aktuelle Schreckgespenst, die Inflation, auf Platz zwei (50 Prozent), gefolgt von Ängsten vor zu hohen Kosten für EU-Schulden. Die Studie fand vor der Flutkatastrophe statt, die Angst vor Klimaveränderungen belegte zum Auswertungszeitraum lediglich Platz acht. Bei einer Zusatzbefragung nach den Ereignissen im Juli überholte die Angst vor Klimakatastrophen alle anderen Ängste mit 69 Prozent.  


///// HANDEL INTERNATIONAL

Viele Zombie-Firmen im Online-Handel
Wenn ein Unternehmen drei Jahre in Folge seine Zinslast nicht bedienen kann, gilt es als Zombie-Firma. Die Unternehmensberatung AT Kearney hat in einer umfassenden Analyse 67.000 börsennotierte Unternehmen aus 154 Branchen und 152 Ländern untersucht, um das Ausmaß der Zombies ans Licht zu bringen. Das Ergebnis: Die Zahl der Zombies hat sich seit dem Jahr 2010 verdreifacht, was auf das billige Geld an den Finanzmärkten zurückzuführen sei. 7,4 Prozent der Immobilienunternehmen haben kein stabiles Geschäftsmodell. Mit 4,5 Prozent Zombie-Anteil liegt der Online-Handel vor Unternehmen im stationären Handel (4,2 Prozent). Würde das Zinsniveau um 1,5 oder gar zwei Prozent steigen, prognostiziert AT Kearney, dass sich die Zahl der Zombie-Unternehmen um 19 Prozent bzw. 39 Prozent erhöht.

Amazon-Nachrichten in Kurzform:
  • Der Doktorand Spencer Potiker soll belegt haben, dass Amazon in China bestellte Ware über Mexiko in die USA bringt, um US-Zollkosten zu umgehen. 
  • Rohit Kadimisetty ist Ex-Amazon-Mitarbeiter und steht derzeit wegen Bestechung (Schadenssumme 100 Mio. US-Dollar) vor Gericht, weil er seine Ex-Kollegen dafür bezahlt habe soll, Produktlisten konkurrierender Anbieter zu deaktivieren. 
  • Amazons kassenlose „Just Walk Out“-Technologie hat in Whole-Food-Läden Premiere. 
  • Neue Rückgaberichtlinien für Amazon-Verkäufer: Betroffen sind Bestellungen unter 25 Euro im Ausland. Bei diesen kleinpreisigen Angeboten soll künftig entweder eine Erstattung ohne Rücksendung erfolgen oder eine Rücksendeoption im Inland angeboten werden.
  • Amazon hat 750.000 stundenweise beschäftigten Mitarbeitern in den USA angeboten, 100 Prozent ihrer Studiengebühren zu übernehmen.
Internationale Lieferketten und Corona-Folgen im Überblick
Die Lieferketten-Engpässe bringen die großen Handelshäuser immer mehr in Bedrängnis. So hat Ikea nun eigene Schiffe gechartert und Container erworben. Im Suez-Kanal steckte gestern kurzzeitig ein weiterer 225 Meter langer Frachter fest, ist nun aber wieder frei. Der Nachrichtensender Bloomberg berichtet über die Hühnchen-Fastfood-Kette KFC, die ihre Werbung für knochenfreie Hähnchen zurückfährt, da sie sowohl unter Lieferschwierigkeiten als auch unter Personalmangel leide. Und dann sind da noch die Hoteliers in den USA, die an einigen Orten Handtücher und Bettwäsche ihrer Gäste selbst waschen müssen, weil bei den Reinigungen ebenfalls das Personal fehlt. Ob das auch künftig für Bill Gates gelten könnte? Immerhin hat er gerade die Mehrheitsanteile an der Luxus-Hotelkette Four Seasons erworben. 


///// TRENDS & TECH

Gemeinsam gegen Geldwäsche: Eclear geht Partnerschaft mit KI-Zahlungssicherheitsexperten Fraugster ein
Das deutsch-israelischen Unternehmen Fraugster und Eclear arbeiten ab sofort zusammen, um Eclear-Kunden bei den Themen AML (Anti-Money-Laundering)-Risikomanagement und Compliance für die Eclear-Dienstleistungen im Bereich Umsatzsteuer zu unterstützen. Sie erhalten Zugang zu globalen Sanktions- und PEP-Listen (politisch exponierte Personen), einschließlich Einzelpersonen, Unternehmen und Ländern. Ziel ist es, regulatorische Anforderungen zu erfüllen und die Risiken der Geldwäsche (AML) für Umsatzsteuerdienstleistungen zu mindern.

5 Tipps, wie Onlinehändler loyale Kunden glücklich machen
Viele Händler investieren ihr Marketingbudget überwiegend in die Neukundengewinnung. Während potenzielle Erstkäufer regelrecht hofiert werden, vernachlässigen sie die Beziehung zu Bestandskunden. Das kann sich doppelt rächen, denn zufriedene Stammkunden bestellen nicht nur häufiger und mehr als Neukunden. Die Pflege der Kundenbeziehung ist außerdem deutlich kostengünstiger als die Neukundenakquise. Etailment-Experte Felix Schirl zeigt einfache, aber effektive Maßnahmen, die loyale Onlinekunden glücklich machen.
Noch schönerer Text.

Gemeinsame Girokonten in Samsung-Pay-App
Partner und Familien können ab sofort im Samsungs Smartphone-Bezahldienst Pay ein Gemeinschaftskonto eröffnen oder bereits bestehende Konten zusammenführen. Bei letzterem unterstützt die App per Chat, E-Mail oder Telefonweiterleitung zum Kundenservice. Bisher war die Nutzung von Pay nur mit Einzelkonten möglich. Samsung Pay ist erst im vergangenen Jahr in Deutschland gestartet. Für das kontaktlose Bezahlen fallen bisher keine Gebühren an. 

///// NACHHALTIGKEIT

Sammel-App "Clean up now" gestartet
Wer am Sonntagmorgen durch Frankfurts Grüneburgpark läuft, der wünscht sich wahrscheinlich eine Müllsammelaktion, die die Reste der Partynacht einsammeln. Mit der neuen App "Clean ab now" des Institut für Ozean Plastik Recycling (IFOPR) lassen sich nun solche kostenlose Sammelaktionen ab zehn Personen organisieren. Wer sich zusätzlich engagieren will, nutzt die Funktion "Auffinden von Sammelaktionen" und kann mit Sinnesgenossen losziehen. Erklärte Vision des IFOPR ist es, die Welt von Müll zu befreien. Am 18. September werden im Rahmen der World Clean-up Days Zehntausende Sammler erwartet. 

Schweizer Start-up Planted Foods will den Planeten retten und gewinnt Award 
Mit diesen Zutaten sind sie angetreten die Lebensmittelindustrie zu revolutionieren: Aus Proteinen und Fasern der Gelberbse, Rapsöl und Wasser entsteht bei Planted Foods ein fleischloses Poulet. Von der Jury des Top Swiss Start-up-Awards gab's dafür Bestnoten. Im Online-Shop gibt's derzeit acht verschiedene Produkte zur Auswahl.