Wir kämpfen gegen die Pandemie mit den Methoden des Mittelalters: Alle sollen am besten zu Hause bleiben. Digitale Instrumente, beispielsweise zur Verfolgung der Infektionsketten, werden viel zu wenig und dann auch noch inkonsequent eingesetzt. In Österreich hat DM jetzt einen Schritt in die richtige Richtung gemacht: Die aktuelle Kundenfrequenz der DM-Filialen ist im Filialfinder auf der Website sichtbar. Der Kampf gegen Corona ist nicht zuletzt eine organisatorische Aufgabe.

///// HANDEL NATIONAL
Rohliks deutscher Spin-off Knuspr startet im zweiten Quartal 2021 in München
Der Online-Lebensmittelhändler Rohlik, über dessen Deutschlandstart an dieser Stelle im August gemunkelt wurde, hat jetzt verlauten lassen, seinen Spin-Off Knuspr im zweiten Quartal 2021 zunächst in München zu starten, danach sollen Filialen in Frankfurt, Stuttgart, Hamburg, Köln und weiteren Städten folgen. Aktuell werden die hierfür nötigen Mitarbeiter rekrutiert. In Österreich startet Rohlik als Gurkerl.at bereits im Dezember. Das Versprechen des E-Food Vollsortimenters: Knuspr liefert frische und hochwertige Lebensmittel innerhalb von drei Stunden direkt nach Hause.

Und noch eine Kooperation: Auch DHL will dem HDE bei der digitalen Transformation helfen
Google hilft schon und auch Amazon und jetzt will auch DHL nicht zurück stehen: Mit dem Handelsverband Deutschland (HDE) wurde eine Kooperation vereinbart, die dem Einzelhandel in Deutschland Hilfestellung bei der digitalen Transformation geben soll. Und die ist laut DHL auch dringend nötig: Es heißt, 50 Prozent der Händler hätten nicht einmal eine eigene Website. Die neue Partnerschaft setzt auf der bestehenden Initiative mit dem Namen "DHL lokal handeln" auf, einem interaktiver Ratgeber, der Einzelhändlern in drei einfachen Schritten und anhand von kundenbezogenen Fragen aufzeigt, wie sie ihr stationäres Geschäft digital verfügbar machen können. Mit soviel Unterstützung müsste die digitale Transformation für den Handel doch ein Klacks sein. Doch es fehlt, siehe unten, jetzt oft an – Geld.

Bundeskartellamt hat Bedenken bei Erwerb von Real-Standorten durch Kaufland
Das Bundeskartellamt sieht bei der Übernahme von Real-Standorten durch Kaufland verschiedene wettbewerbliche Probleme, ist aber mit den Unternehmen in Verhandlungen über mögliche Lösungen. Die Frist für eine abschließende Entscheidung hat sich bis zum 30. Dezember 2020 verlängert.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Digitale Instrumente sollen DM helfen, Kundenfrequenz in österreichischen Märkten zu steuern
Die Drogeriemarktkette DM nutzt im Kampf gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie und zur  Gewährleistung eines sicheren Einkaufs Unterstützung von Google. Für alle 386 österreichischen DM-Filialen wurden im Filialfinder auf der Website dm.at Google-Daten zur Kundenfrequenz verknüpft, um Kunden dazu anzuregen, ihren Einkauf im eigenen Interesse auf weniger stark besuchte Tageszeiten zu legen. Das würde ich mir von allen Filialisten wünschen, auch in Deutschland!

US-Verbraucher erledigen Online-Käufe meist per Handy
Die meisten US-Konsumenten shoppen am liebsten auf dem Smartphone. Drei von vier Kunden bestellen zumindest einmal pro Woche Essen oder Produkte über das Handy, schreibt Pressetext.com unter Verweis auf eine Umfrage der Online-Verkaufsstelle Appetize. ‚‚Bei Restaurants und im Handel werden mobile Bestellungen und digitale Technologie die neue Normalität‘‘, schreiben die Appetize-Analysten.

Pinduoduo ist auf dem Weg, seinen Umsatz von 2019 zu verdoppeln
Pinduoduo, das nach Alibaba und JD.com drittgrößte E-Commerce-Unternehmen Chinas, verkaufte 2019 auf seiner Plattform Frischeprodukte im Wert von 136,4 Mrd. Yuan (19,3 Mrd. US-Dollar), zitiert CNBC Pinduoduo-Vizepräsident David Liu. In China habe die Corona-Pandemie die Art und Weise, wie Menschen Lebensmittel einkaufen, grundlegend verändert, hiervon profitiere Pinduoduo: Liu geht davon aus, dass das Unternehmen seinen Umsatz in diesem Jahr verdoppeln werde.

///// TRENDS & TECH

E-Mail-Award in Gold und Silber an Adler Modemärkte
Die Adler Modemärkte haben sich vorgenommen, den Online-Handel deutlich auszubauen. In Sachen E-Mail-Kommunikation scheint das Unternehmen zumindest auf dem richtigen Weg zu sein. Bei den zum siebten Mal von der Marketing Börse vergebenen E-Mail-Awards erhielt der Textilhändler Gold in der Kategorie Lifecycle, in der Unternehmen gewürdigt werden, die es durch die Analyse ihrer Bestandsdaten schaffen, Kunden entlang ihres Lebenszyklus individuell anzusprechen, zu binden und zu reaktiven. Silber gab es in der Kategorie Automation, in der es um den geschickten Einsatz von automatisierter E-Mail-Kommunikation geht – von Lead Nurturing, über selektive Ansprache bis hin zu verhaltensbasiertem Triggern. An der ausgezeichneten Kampagne hat die Münchner Agentur Nayoki mitgewirkt.

Fehlendes Geld verhindert die Digitalisierung
„Die gute Nachricht ist, die Unternehmen wollen Digitalisierung vorantreiben, aber die schlechte Nachricht ist, längst nicht alle sind dazu in der Lage“, zitiert das Redaktionsnetzwerk Deutschland Bitkom-Chef Achim Berg. Er zieht damit die Bilanz einer Studie um den Stand der Digitalisierung in der gesamten deutschen Wirtschaft. Die Coronakrise habe vielen Firmen digitale Defizite schonungslos vor Augen geführt. Das Problem ist jedoch: Jedes vierte Unternehmen habe angegeben, es hätte Investitionen in Digitalisierung zurückfahren müssen, weil Geld gefehlt habe oder es gar ans Eingemachte gegangen sei – fehlendes Geld verhindert die Digitalisierung. Es ist der alte Teufelskreis – wenn es gut läuft, meint man, nicht investieren zu müssen. Und wenn es schlecht läuft, dann kann man nicht investieren.

Stress und kein Zugang zu Toiletten: November-Lockdown erschwert Arbeit von Lieferando-Kurieren
Die Arbeitsbedingungen der Fahrradkuriere von Lieferando verschlechtern sich im Corona-Lockdown. Wegen des erhöhten Auftrags­aufkommens haben sie kaum eine freie Minute. Einige Restaurants verwehren ihnen außerdem unter Verweis auf behördliche Vorgaben den Zutritt zu den Toiletten. Einblicke in die Schattenseiten einer Branche mit Hochkonjunktur.  

Otto will bis 2030 klimaneutral werden
Der Versandhändler Otto hat nach eigenen Angaben bis heute den CO2-Ausstoß um mehr als die Hälfte im Vergleich zu 2006 reduziert, will aber noch nachhaltiger, grüner und ökologischer werden. Das neu ausgegebene Ziel lautet, bis zum Jahr 2030 klimaneutral zu werden. In sieben Punkten ist festgehalten, wie das Ziel angegangen wird: Umstellung auf erneuerbare Energien, weniger Luftfracht, weniger Flugreisen, E-Mobilität, Bau einer neuen Unternehmenszentrale auf höchstem nachhaltigen Standard, Grünstrom auch bei ausgelagerten Diensten, Kompensation des verbleibenden CO2-Ausstoßes durch Klimaschutzprojekte.

Typy: Vollautomatisches Lebensmittelgeschäft startet in Düsseldorf
Das Start-up Campo des ehemaligen Tank&Rast-Managers Carlo Caldi wird morgen sein erstes vollautomatisches, rund um die Uhr geöffnetes Lebensmittel-Geschäft unter dem Namen Typy im Medienhafen in Düsseldorf eröffnen, berichtet Retail Optimiser. Convenience-Ware komme demnach vom Düsseldorfer Caterer Broich; zum Einsatz kommen Robotik-Systeme von Smark. Es heißt, die Gründer von Campo wollen innerhalb von drei Jahren 200 Typy-Stores in Deutschland eröffnen

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