Mitfiebern oder mitleiden? Das entscheidet jeder selbst. RTL Zwei legt eine neue Staffel der "Retourenjäger" auf. Fünf Online-Händlerinnen und -Händler bekommen 30 Sekunden Zeit, einen Blick auf zurückgesandte Pakete zu werfen. Dann müssen sie sich entscheiden, ob und wieviel sie dafür bieten. Zu sehen in vier Folgen, mittwochs ab 16. Februar um 20:15 Uhr.

///// HANDEL NATIONAL
Cure: Noch ein Medikamenten-Lieferdienst in Berlin
Kommt da eine ähnliche Welle wie die der Lebensmittel-Lieferer? In Berlin arbeiten bereits die Medikamenten-Lieferdienste Mayd, First A und Kurando (das "Morning Briefing" berichtete), seit gestern ist auch Cure unterwegs: Wie das Unternehmen mitteilt, bietet seine App rund 3.000 Medizinprodukte, Bestellungen würden von Apotheken bearbeitet und von Cure innerhalb von 30 Minuten ausgeliefert. Sobald das E-Rezept komme, gelte das auch für rezeptpflichtige Arzneien. Cure betont, ausschließlich angestellte "Rider" zu beschäftigen – und gibt sich einen gemeinnützigen Anstrich: "Niemand, der krank ist, muss sich und andere gefährden, um Medikamente zu erhalten." Das Angebot soll in den kommenden Wochen auf weitere Städte ausgedehnt werden.

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Zertifizierung "Omni-Channel-Manager"
An der Universität St.Gallen (Schweiz) startet am 23. Mai das vierte Omni-Channel-Management-Seminar. Absolventen werden zu zertifizierten (CAS) Omni-Channel-Managern. Zusammen mit Dozierenden (Universität St.Gallen, Universität Groningen, HEC Paris, Henley Business School) und namenhaften Praxisreferenten lernen Omni-Channel-Manager in sechs dreitätigen Modulen verteilt über zwölf Monate für Ihr Unternehmen die neusten Entwicklungen und Trends und profitieren von etablierten Tools zum Omni-Channel-Management in der Praxis. Profitieren Sie von diesem etablierten Praxisseminar und lösen Sie die Omni-Channel-Herausforderungen für Ihr Unternehmen.

Obelink eröffnet Online-Marktplatz für Camping-Artikel
Obelink Vrijetijdsmarkt, ein niederländischer Outdoor-Spezialist auch mit deutscher Website, macht einen Marktplatz für Camping- und Outdoor-Zubehör auf. "Damit öffnet der Händler seine niederländischen, deutschen und belgischen Plattformen für Drittanbieter", fasst Internetworld.de zusammen. Preise und Sortiment sollen von den Anbietern festgelegt werden, Obelink biete Unterstützung bei der Integration. Obelink verspricht das breiteste Sortiment in Europa.

Wolt eröffnet eigene Dark Stores in Berlin
Der finnische Lieferdienst Wolt plant "ein Netz aus virtuellen Supermärkten in Berlin", so die Ankündigung. Laut Lebensmittelzeitung.net findet sich der erste deutsche "Wolt Market" mit rund 3.000 Produkten von heute an in der Danziger Straße, kommende Woche soll ein zweiter in der Leipziger Straße folgen. Wolt zufolge gibt es weltweit 34 Wolt Markets in zehn Ländern, darunter Japan, Griechenland oder Finnland. Wer über die App bestelle, könne neben der klassischen Lieferung auch die Abholung im Markt wählen.

Amazon baut Logistikzentrum in Kaiserslautern
K-Town wird auch A-Town: Amazon will im Herbst 2022 ein neues Logistikzentrum in Kaiserslautern eröffnen. Geplant seiu für das erste Jahr eine Belegschaft von 1.000 Menschen, teilt Amazon mit. Das Lager soll auch Standort für „Fulfillment by Amazon“ werden.


///// HANDEL INTERNATIONAL

In Nordeuropa entsteht ein Elektro-Online-Riese
In Skandinavien fusionieren zwei große Online-Händler für Elektronikprodukte: Die Komplett Group (Norwegen/Schweden/Dänemark) will Net On Net (Schweden/Norwegen) übernehmen. "Damit entsteht einer der führenden Online-Anbieter für Unterhaltungselektronik in Nordeuropa", sagen die Unternehmen über sich selbst. Die Marken Komplett, Net On Net und Webhallen sowie ihre Zentralen sollen bleiben. Beide Unternehmen kombinieren das Online-Geschäft mit Läden und Abholstationen, heißt es in der Mitteilung, es gebe wenig Überschneidungen bei Marktpositionierung und Zielgruppen, und man werde im Norden gemeinsam auf etwa zehn Prozent Marktanteil kommen. Die behördliche Zustimmung stehe noch aus.

Amazon beschäftigt 1,1 Mio. Leute in den USA
Amazon hat in den USA erstmals mehr als eine Mio. Menschen direkt angestellt, nämlich 1,1 Mio. (Ende 2021), 18 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das hat Geekwire.com auf der Grundlage der Amazon-Websites ausgerechnet. Global zähle das Unternehmen 1,6 Mio. direkt Beschäftigte, ein Plus von 24 Prozent. Dazu kommen viele Dienstleister und Unternehmen im Umfeld, beispielsweise weltweit 260.000 Fahrerinnen und Fahrer. In Deutschland beschäftigt Amazon nach eigenen Angaben rund 28.000 Leute direkt (davon mehr als 20.000 in der Logistik) und "Zehntausende" indirekt.

///// TRENDS & TECH

Ebay zieht demnächst Kundengelder automatisch ein
Ebay Deutschland kündigt einige Neuerungen für gewerbliche Verkäuferinnen und Verkäufer an. Unter anderem zieht Ebay von April an automatisch das Geld von den Käufern ein, sobald ein Preisvorschlag akzeptiert wird; die Umstellung auf diesen Prozess dauere bis Mitte des Jahres. Bestimmte Funktionen von “Verkaufsmanager Pro” und “Verkaufsberichte Plus” werden in den kommenden Wochen im “Verkäufer-Cockpit Pro” kostenlos, darunter die automatische Bewertung von Käufern. Auch die Startzeitplanung sei künftig gratis. Für Anzeigen soll es bald die Option „Weitgehend passende Suchanfrage" geben.

Mode-, Schuh- und Lederwarenhandel sieht Online skeptisch
Etwa die Hälfte der Mode-, Schuh- und Lederwarenhändler in Deutschland will nicht online verkaufen. Was in dieser Umfrage des Fach-Handelsverbands BTE wie plumpe Digitalverweigerung aussieht, ist offensichtlich eine simple Rechnung: 61 Prozent der Befragten gaben an, ein eigener Webshop rechne sich für sie nicht, für 52 Prozent gilt das auch für den Verkauf über Plattformen, für 39 Prozent für Soziale Medien. Nur 13 Prozent erwirtschaften mehr als 20 Prozent ihres Umsatzes online. Fazit des BTE: "Der Online-Verkauf ist kein Allheilmittel für schwächelnde Geschäftsmodelle [...]. Nicht wenige Outfithändler scheinen ihn primär zur Abschleusung von Restanten zu nutzen." (Umfrage unter gut 100 Unternehmen.)

Zahlungsdienstleister Adyen wächst vor allem mit Plattformen
Wenn das Online-Geschäft überall wächst, dann auch bei den Zahlungsdienstleistern. Der niederländische Anbieter Adyen hat 2021 (dem Unternehmensblog zufolge) Transaktionen im Wert von 516 Mrd. Euro abgewickelt, 70 Prozent mehr als im Vorjahr. "Der Bereich, in dem wir uns als Unternehmen in jüngster Zeit wohl am stärksten entwickelt haben, sind Plattformen", schreibt Adyen, nennt allerdings keine Details. Handelsblatt.com zufolge will Adyen von der derzeitigen Europa-Lastigkeit fort (60 Prozent Anteil) und zum Global Player werden.

Zweimal technische Integration
  • Salsify, Anbieter einer Plattform zur digitalen Prozessabwicklung zwischen Herstellern und Online-Händlern, meldet eine neue Schnittstelle, nämlich die Integration der neuen Amazon Selling Partner API. Sie ermögliche ein schnelleres Veröffentlichen auf Amazon und ersetze unter anderem die Amazon Feed Specification API. Die wiederum werde zum 28. Februar abgeschaltet.
  • AB Tasty, Anbieter einer Plattform für die Prozessoptimierung im E-Commerce über so genannte A/B-Tests, ist jetzt in "Microsoft Dynamics 365 Commerce" integriert. Wer seinen Shop mit der Microsoft-Lösung betreibt, könne die Experimentier-, Personalisierungs- und Optimierungssoftware von AB Tasty nutzen.