Die Kunden gehen wieder in die Geschäfte, die Innenstädte sind wieder voll, doch die Bequemlichkeit des Online-Shoppings werden die Menschen nicht vergessen. Eine Bewegung in die Gegenrichtung zu der im vergangenen Jahr muss muss der Online-Handel nicht befürchten. Die Bedingungen verbessern sich ständig, die Bandbreite der technischen Möglichkeiten wächst. So erweitert Pay Pal die Funktionen, in der Zukunft haben die Kunden mehr zeitliche Wahlmöglichkeiten für Ratenzahlungen, Shopify baut bei Google neue Funktionen ein. Die Online-Händler stehen den Kollegen im stationären Vertrieb kaum noch nach. Dazu passt auch, dass die Logistikpartner ständig an der Verkürzung der Lieferzeiten und an größeren Netzwerken arbeiten. Heute ist es Fed Ex mit dem Start eines Lieferdienstes, der speziell für den E-Commerce aufgebaut ist.


///// HANDEL NATIONAL
Fed Ex International Connect Plus kommt nach Deutschland
Der auf den E-Commerce zugeschnittene Lieferdienst Fed Ex International Connect Plus fasst in Europa stärker Fuß. Ab sofort ist er in Deutschland verfügbar, dazu kommen auch noch Belgien, Frankreich, die Niederlande, Österreich, Polen, Schweden und Spanien. Die ersten Länder waren am Anfang des Jahres Italien und Großbritannien gewesen. Der neue Anbieter sichert dem Online-Handel eine taggenaue Lieferung der Produkte zu. So sollten diese in Europa in zwei bis vier Tagen ausgeliefert werden, In Nordamerika liege die Frist bei drei Tagen und im asiatisch-pazifischen Raum zwischen drei und fünf Tagen, kündigt Fed Ex an. Weitere Dienstleistungen seien die Erledigung der Zollformalitäten, das Verfolgen der Sendungen und Informationen für die Empfänger. Das Netzwerk der heute angebotenen 240 Strecken sollen bis Jahresende auf 600 ausgebaut werden.

Amazon erhöht die Versandgebühren für kleine Produkte
Nach dem bereits für den 8. Juni angekündigten Anstieg der Versandgebühren erwartet die Amazon-Händler ein weiterer Kostenanstieg, berichtet die Amazon-Agentur Revoic. Dies betreffe die Versandkosten für die Programme Small and Light. Nach den Berechnungen des Online-Händlers könnten im Programm Mitteleuropa die Erhöhungen für kleine und leichte Produkte sowie solche mit einem Verkaufspreis unter zehn Euro bis zu 30 Prozent betragen. Revoic-Geschäftsführer Stephan Bruns befürchtet, dass es in der Folge schwerer werde, den maximalen Verkaufspreis von zehn Euro für anfallende Produkte halten zu können, um dieses Versandprogramm nutzen zu können. Eine Stellungnahme von Amazon zu den angekündigten Veränderungen und ihren Folgen lag bis Redaktionsschluss nicht vor.

Regionalität und schnelle Lieferung: Wie Rohlik den deutschen E-Food-Markt aufrollen will
Erst Tschechien, dann Ungarn und Österreich und bald Deutschland mit Knuspr.de: Nur sechs Jahre nach der Gründung erwirtschaftet die Rohlik-Gruppe bereits mehr als 300 Millionen Euro Jahresumsatz - mit regionalen Frischeprodukten und dem Versprechen einer Lieferung innerhalb von drei Stunden. Etailment-Experte Dr. Matthias Schu analysiert das Geschäftsmodell der Tschechen und glaubt, dass Knuspr.de die bestehenden Lebensmittellieferdienste hierzulande durchaus unter Druck setzen könnte.

Pay Pal bietet mehr Möglichkeiten für späteres Bezahlen
Ein Aufschieben der Rechnungszahlung ist eine von Kunden oft geforderte Möglichkeit, auch im Online-Sektor. Pay Pal reagiert auf die steigende Nachfrage und erweitert die Servicefunktionen innerhalb von Pay Later. Nach einem Bericht von Internet World werde die maximale Dauer, auf die Ratenzahlungen gestreckt werden können, von zwölf auf drei, sechs, zwölf und 24 Monate variiert. Möglich sollen Ratenzahlungen dann für Rechnungsbeträge zwischen 99 und 5.000 Euro sein. Von Händlerseite her sei eine Integration für den Ratenkauf nicht erforderlich. Ganz neu im Leistungsspektrum sei in der Zukunft die Option "Bezahlung nach 30 Tagen". Die Kaufsumme werde automatisch 30 Tage nach dem Kauf per Lastschrift eingezogen. Sowohl die Möglichkeit der Ratenzahlung als auch die 30-Tage-Variante solle den Kunden beim Einloggen bei Pay Pal zur Verfügung stehen. Händler könnten ihre Kunden über einen neu konzipierten "Später bezahlen"-Button auf die neuen Optionen aufmerksam machen.


///// HANDEL INTERNATIONAL

A$AP Rocky wird Anteilseigner von Klarna
Der Musiker und Schauspieler Rakim Mayers, alias A$AP, übernimmt Anteile des Zahlungsanbieters Klarna, wie das Unternehmen mitteilt. Am Tage der Transktion agierte Mayers auch als CEO des Unternehmens. Er wolle sich als Investor besonders auf den Sektor Mode konzentrieren, dazu gehörten auch der Einbau exklusiver Inhalte und Mode-Ideen in die Shopping-App von Klarna. Ein Prozent der von A$AP investierten Summe fließe in das Nachhaltigkeitsprojekt Give One von Klarna mit dem Schwerpunkt auf der Miti Alliance in Kenia für regionale Aufforstungsprojekte. Das weitere Vorgehen in der neuen Partnerschaft zwischen Klarna und A$AP werde in Kürze bekannt geben.

Zalando startet Connected Retail in der Schweiz
Im März startete Zalando das Programm Connected Retail in Frankreich, nun geht Zalando in der Schweiz den nächsten Schritt zur Verknüpfung von On- und Offline-Handel, heißt es von Seite der Online-Plattform. Der E-Commerce-Spezialist für Mode und Bekleidung startet dort Connected Retail, mit dem die Ladengeschäfte eine Anbindungsmöglichkeit an die Online-Plattform erhalten. Zalando verspricht den neuen Partnern ein reduziertes Provisionsmodell und eine wöchentliche Auszahlung der Verkaufserlöse. Zum Leistungsspektrum gehörten weiterhin die Software zur Anbindung, Online-Inhalte, Marketingmaßnahmen und verschiedene Zahlungsmöglichkeiten. Logistikpartner für das neue Projekt sei die Schweizer Post.


///// TRENDS & TECH

Shop Pay jetzt auch auf Buy on Google einsetzbar
Vergangene Woche haben Shopify und Google mitgeteilt, dass ihre seit 2012 bestehende Partnerschaft ausgebaut wird, nun kommen die ersten konkreten Schritte an die Öffentlichkeit. Dazu gehört, dass alle Händler, die über Google verkaufen und Shopify nutzen, in der Zukunft auch die Check-out-Technik Shop Pay nutzen können, berichtet Tame Bay. Im Laufe des Jahres betreffe dies dann alle Nutzer von Buy on Google. Shopify habe auch angekündigt, dass die Händler einen leichteren Einstieg für den Verkauf über Google erhielten.

Die Emarketing AG übernimmt E PWR
Die Amazon Advertising-Lösung E PWR wechselt den Besitzer von Diva-e zur Emarketing AG. Nach Angabe der beiden Unternehmen haben sie im Zuge der Transaktion eine engere Mitarbeit vereinbart. Diese umfasse die Umsetzung von Lösungen im Advertising-Sektor für virtuelle Werbeplattformen. Bislang sei Emarketing stark mit Google aktiv, nun sollen die Kunden mit Hilfe einer Online-Marketing-Plattform auch Zugriff auf Amazon als Werbefeld erhalten, kündigen die Partner an. Emarketing biete seinen Kunden "eine umfassende Advertising-Solution auf alle relevanten Werbeplattformen an – und nun auch inklusive Amazon Advertising", erklärt CEO Christian Hampp.

Der Online-Handel ist bedeutender Wertschöpfungsfaktor
Die Pandemie hat zu einem kräftigen Wachstum des Online-Handels geführt, doch wie hoch ist eigentlich die Wertschöpfung des E-Commerce? Dieser Frage sind die Uni Köln und das IFH Köln nachgegangen und haben Faktoren wie Kundenbedürfnisse, Beschäftigung und Innovation sowie Nachhaltigkeitsfragen für die Studie "Wertschöpfung im Online-Handel" analysiert. Im Ergebnis haben die Forscher acht Kernthesen aufgestellt, zu denen unter anderem gehört, dass der Online-Handel nachhaltiger sei als gemeinhin angenommen wird. Auch erweise sich der virtuelle Handel als Motor für Innovationen im Handelssektor und die Zahl der Beschäftigten sei in den vergangenen zehn Jahren um 155 Prozent (Hochrechnung 2020) auf mehr als 233.000 gestiegen. Der Netto-Anteil am Bruttoinlandsprodukt habe im vergangenen Jahr bei 13 Milliarden Euro gelegen, dies entspreche einem Anteil von 12,7 Prozent am gesamten Einzelhandel. Dabei gebe es auch Effekte auf andere Branchen wie Logistik, Produktion und Großhandel.