Der eine hat zu viel davon, der andere zu wenig – Lagerplatz, Transportfahrzeuge, Angestellte. Händler können sich jetzt gegenseitig unterstützen und unter einander austauschen. Die Online-Plattform "Gemeinsam Handeln" stiftet Partnerschaft und hilft, Ressourcen zu vermitteln.  Möglichst unbürokratisch, dafür aber rechtssicher. 21 Gesuche sind bereits eingestellt. Und so können die, die zu wenig Arbeit haben, kurzfristig neue Aufgaben bekommen.

///// HANDEL NATIONAL
Tauschbörse für Personal, Lager, Transporter
"Händler helfen Händlern" heißt das vergleichbare Angebot in Österreich, jetzt hat der Handelsverband HDE zusammen mit dem Kölner EHI Retail Institute die Online-Plattform "Gemeinsam Handeln" gestartet: Händler, die mehr Unterstützung brauchen, finden hier schnell neue Mitarbeitende, auch befristet. Umgekehrt können Händler, die gerade wenig bis nichts zu tun haben, vorübergehend Personalpartnerschaften eingehen und ihren Angestellten Alternativen zur Kurzarbeit bieten. Außerdem sollen hier dringend gesuchte Lagerkapazitäten oder auch Lieferfahrzeuge eingestellt werden – HDE und EHI haben die Plattform so aufgebaut, dass geltendes Recht eingehalten wird.

Rocket Internet legt zu
Mehr als zwei Milliarden Euro liegen in der Kasse und wollen investiert werden: Mit der Corona-Krise fallen die Bewertungen vieler Startups, das könnte Rocket Internet zur Einkaufstour bewegen. Der Berliner Startup-Investor und Inkubator selbst hat seinen Umsatz um rund 23 Millionen auf 67,3 Millionen Euro gesteigert. 9,2 Millionen Euro nahm er durch Vermietung ein, 6,2 Millionen Euro indes durch Beratungsleistungen. Zusammen mit der Entwicklung der Beteiligungen, also Verkäufe oder Wertsteigerungen, klingen 280 Millionen Euro Gewinn in der Kasse. Mehr Zahlen nennt Gründerszene.

Kahla digitalisiert Werksverkauf
Drei Tage lang Porzellan zum Schnäppchenpreis: Kahla eröffnet morgen seinen Ostermarkt erstmals im Online-Shop, berichtet Möbelmarkt. Normalerweise ist diese Veranstaltung eine regionale Angelegenheit und wird vom Werksverkauf in Kahla/Thüringen verantwortet. Im Angebot stehen Auslaufserien und Neuheiten, außerdem informiert das Unternehmen über die Herstellung von Tassen, Tellern, Schüsseln. Könnte Kunden nach den Corona-Beschränkungen zu einer Ausfahrt nach Kahla motivieren: schlau.

Euronics geht in die Offensive
Während die Konkurrenz das Holz trocken hält und Werbung einbremst, geht Euronics in die Offensive: Der Händlerverbund für Haushaltsgeräte und Elektronik stellt laut Channelpartner in der neuen Kampagne, die ab April im Fernsehen, online, im Radio und in Zeitungen läuft, stellt vor allem die Nähe zu den Kunden und Services wie Lieferung, Montage, Abholung und Recykling in den Vordergrund.

Lernen in der Zwangspause
Das Regensburger Forschungsinstitut Ibi Research setzt auf Wissen und vermittelt Händlern in 12 digitalen Lektionen das Handwerkszeug für den Einstieg in den Ecommerce. Die Webinare sind kostenlos beschäftigen sich mit dem Aufbau von Onlinevertriebskanälen, aber auch mit elektronischen Bezahlverfahren und Rechtsfragen. Sie können natürlich auch als Backup der ersten Praxisversuche oder zur theoretischen Vertiefung von Praxiserfahrung genutzt werden. Die Webinare finden bis 23. April statt.

Corona im Überblick

Wie in den letzten Wochen informiert etailment Sie weiterhin aktuell über die wirtschaftliche Entwicklung in Zeiten der Corona-Pandemie: Lesen Sie im Corona-Dossier Nachrichten, Berichte und Analysen aus Handel, Gastronomie, Touristik und Modewelt, aus der Lebensmittelbranche, Finanzwelt sowie aus der Logistik. Damit Sie vorbereitet sind auf die Veränderungen in der Wirtschaft und sich für den Restart rüsten. Und damit Sie Bescheid wissen über Ihre Rechte als Händler, Arbeitgeber, Unternehmer in der Krise gibt's noch einen Business-Guide mit Rat und vielen Adressen rund um die Förderprogramme der Länder und des Staates.

///// INTERNATIONAL


Bloß nix anfassen bei Walmart
Walmart setzt auf kontaktloses Einkaufen und will mit Hilfe seiner Bezahl-App den Einkauf ohne Anfassen ermöglichen: Kunden sollen in den Filialen mit Smartphone und App QR-Codes von Waren screenen, um Produkte in der Filiale auszusuchen, danach kontaktlos bezahlen. Der Einkauf wird schließlich von Angestellten sofort direkt in den Kofferraum verpackt. Retaildive hat sich das genauer angesehen.  

Mehr Schutz für Amazon-Beschäftigte

Nachdem Beschäftigte in zwei Lagerhäusern dafür streikten, führt Amazon jetzt strengere Schutzmaßnahmen gegen Ansteckung für seine Mitarbeitenden ein. Als Sofortmaßnahme kündigt Amazon mehr Desinfektion in den Lagern an. Ab nächster Woche will das Unternehmen zudem Gesichtsmasken verteilen, außerdem regelmäßig die Temperatur der Anwesenden messen und mit Kameras kontrollieren, ob die gebotenen Sicherheitsabstände zwischen den Regalen eingehalten werden. Wer erhöhte Temperatur hat, muss nach Hause und darf erst wiederkommen, wenn er drei Tage fieberfrei war; bei Verdacht auf eine Covid-19-Infektion wird in der 14tägigen Quarantäne das Gehalt weiter gezahlt. Allerdings: Inzwischen soll das Virus in 30 von 175 Lagern in USA angekommen sein, Amazon hüllt sich darüber in Schweigen – auch Beschäftigten gegenüber. Laut Techcrunch hat Amazon 80.000 neue Mitarbeitende eingestellt.

Manor liefert
Coop und Migros sind heillos überlastet, wenn es um Lebensmittel-Lieferungen geht: Diese Situation will die Kaufhauskette Manor jetzt nutzen, indem sie ebenfalls Lebensmittel liefert oder in ihren 30 Schweizer Märkten abholen lässt, berichtet Horizont. Clever:  Für bequeme bietet Manor Basispakete sowie ein Hygienepaket an, um die Suche im Onlineshop zu verkürzen. Den neuen Service hatte das Unternehmen zuvor mehrere Wochen testen lassen.

///// TRENDS 6 TECH


Richtig informieren zur Herstellergarantie
Wenn sie mit der Herstellergarantie für ein Produkt werben, müssen Händler über die Bedingungen von Garantie und Gewährleistungen auch informieren. Wird die Garantie gar nicht genannt im Angebot, dann braucht es auch keine Hinweise darauf: Der Shopbetreiber-Blog beschäftigt sich mit einem Urteil des  Oberlandesgerichts Celle (AZ: 13 U 73/19) zu einem eBay-Verkäufer.

Beratung per Videochat
Läuft, das Geschäft im Fliesenhandel Leibfried zu Bürgstedt: Statt persönlich berät Unternehmer Gustl Leibfried potenzielle Kunden jetzt per Video. Ob er damit allerdings die 30 % Umsatzeinbußen auffangen kann, ist fraglich. Aber Leibfried probiert aus, macht im Interview auf Location Insider anderen Mut und offensichtlich sehr geschickt auf sich aufmerksam. Nachahmenswert.

Zahl des Tages
Für Sachspenden stellt Ikea seinen 53 Filialen in Deutschland 1,5 Millionen Euro zur Verfügung, berichtet Möbelmarkt. Damit sollen sie Kommunen und anderen Organisationen, die gerade Behelfskrankenhäuser einrichten, Betten, Matratzen, Schränke und anderes anbieten können. Weltweit stellt Ikea 26 Millionen Euro für solche Hilfen zur Verfügung.

Favorit der Leser
Lagerplatz wird dringend gesucht: Wie die Corona-Krise die Suche nach Logistikflächen treibt, hat Kuno Neimeier, der Chef und Gründer von Logivest, etailment erzählt: Spannende Geschichte.