Es ist immer spannend, zu sehen, was sich die Unternehmen im stationären Handel einfallen lassen, um ihre Kunden nicht ans Internet zu verlieren. Die Bedeutung und Einsatzmöglichkeiten für die Künstliche Intelligenz nehmen immer mehr Beteiligte wahr, ein Prozess der vor wenigen Jahren nur schwer vorstellbar war. Mit Künstlicher Intelligenz konnten nicht viele Menschen etwas anfangen und bei der Kombination der Worte künstlich und Intelligenz schüttelten sich viele und drehten sich ab. Nun stellen wieder zwei Anbieter einen neuen Weg vor, um unterschiedliche virtuelle Elemente miteinander zu verknüpfen, damit die Kunden direkt anzusprechen und sie mit auf sie zugeschnittener Werbung und Ansprache wieder zum Einkauf zu bewegen.

///// HANDEL NATIONAL

Satispay startet die Servicefunktion "Karten"
Mit einer neuen Servicefunktion "Karten" erweitert Satispay seine Finanz-App um die Möglichkeit, dort Bonus- und Mitgliedskarten zu hinterlegen. Die Aufnahme der Karten mit Barcode erfolgt über Scanning. In der App wird eine Kopie des Barcodes gespeichert, die in der App abgelegten Karten können dann bei Bezahlvorgängen eingesetzt werden. Satispay sieht sich damit auf dem Weg, um die reine Finanz-App zu einer "Allround-Super-App" weiterzuentwickeln. Mit ihr sollen die Nutzer einen virtuellen Geldbeutel und über die App Zugriff auf alle erforderlichen Funktionen erhalten. Aktuell ist die Nutzung der App in Deutschland auf Berlin begrenzt, als nächste Stadt steht Heidelberg auf der Liste.

Shopware startet einen eigenen Streaming-Dienst
Shopware schlägt für die Präsentation seiner E-Commerce-Lösungen einen neuen Weg ein und eröffnet einen eigenen Streaming-Dienst. Auf Shopware TV, das als Video-on-Demand-Plattform aufgebaut ist, können sich die Zuschauer über die technischen Anwendungen informieren. Mit dem neuen Programm wolle der Spezialist für Online-Handel Informationen über die Produkte und ihre Einsatzmöglichkeiten mit einem unterhaltsamen Ansatz weitergeben, heißt es bei E-Commerce News. Dazu gehörten zwei Serien mit jeweils fünf Folgen, die einen umfassenderen Blick auf den E-Commerce bieten sollen. Shopware wolle dazu beitragen, die Prozesse, wie Menschen einkaufen und wie sich Produkte und Waren veränderten, besser verständlich zu machen. Mit Shopware AG würden die Menschen in den Mittelpunkt gestellt, persönliche Einblicke wären möglich, wird Vorstand Sebastian Hamann zitiert.

Schuhe.de präsentiert Produkte in Themenwelten
Schuhe.de hat den Online-Marktplatz neu strukturiert und den Verkauf der Produkte auf Themenwelten umgestellt. Nach einem Bericht der Textilwirtschaft seien die Damenschuhe nun auf die Produktgruppen "Komfort", "Premium" und "Trendwelt" aufgeteilt. Dabei könnten sich die Kunden dort auch über die Marken und Trends informieren und erhielten Tipps. Schuhe.de wolle die Kunden mit den zusätzlichen Informationen zum Kauf animieren. Die nächsten Themenwelten seien geplant, sie würden dann für Damen- und Herrenschuhe eingerichtet. An den Marktplatz Schuhe.de seien aktuell rund 680 Händler angeschlossen.

Neue Partner für die Künstliche Intelligenz
Map Ads und Smartstore haben eine Kooperation im Bereich der Künstlichen Intelligenz gestartet, um die Kunden wieder zurück in die Geschäfte zu ziehen. Dazu gehört eine Verfügbarkeit des Online-Marketingservice von Map Ads über Smartstore. Mit Map Ads könnten Einzelhändler den Verkauf digitalisieren, unabhängig davon, ob sie über einen Online-Shop verfügten, meldet Onlinemarktplatz. Die Produkte würden mit der App von Map Ads gescannt oder aus dem Smartstore importiert, im nächsten Schritt erfolge die Festlegung des Preises. Die Kundengewinnung erfolge dann unter dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz. In der Folge stehe dem Händler die Wahl des gewünschten Marketingkanals frei. Das Marketing erfolge auf den Standort ausgerichtet, den Kunden werde das Produkt und der nächste Laden angezeigt. Dadurch könnten die Verbraucher direkt angesprochen werden, über Youtube seien auf den Kunden angepasste Werbevideos möglich.


///// HANDEL INTERNATIONAL


Remix landet bei Thredup
Thredup breitet seine Fühler in Europa weiter aus. Nun wurde der Gebrauchtwaren-Händler aus den USA in Bulgarien fündig und übernimmt den dortigen, auf den Online-Handel spezialisierten Second-Hand-Modehändler Remix. Fashion United meldet, dass der Kaufpreis bei rund 24,1 Millionen Euro liege, die Plattform aus den USA hoffe, damit ein "Sprungbrett für die Expansion in Europa" erreicht zu haben. Remix solle als eigenständiges Unternehmen erhalten bleiben, auch das Management bleibe im Amt. Thredup wolle die erfahrene Geschäftsführung behalten und sich mit dem Schritt die erforderliche Infrastruktur sichern. Remix sei derzeit in neun europäischen Ländern präsent.

Marks & Spencer verstärkt den digitalen Service
Marks & Spencer reagiert auf die steigende Nachfrage nach Angeboten wie Click & Collect und richtet für die Kunden neue digitale Dienstleistungen ein. In diesem Jahr soll noch in 78 Geschäften der Kette ein digitales Click & Collect, erweitert um eine Funktion für die Warenrückgabe, möglich sein, berichtet Internet Retailing. Die Testphase laufe derzeit in 22 Läden, die weiteren sollen bis Weihnachten folgen. Den Kunden werde die Möglichkeit geboten, sich beim Betreten des Geschäftes an einem Bildschirm anzumelden. Dadurch erhielten die Mitarbeiter eine Nachricht, wo sich die Ware befindet, um den Abholprozess zu verkürzen. Über diese Bildschirme erfolge dann auch die Mitteilung bei Warenrückgabe, die Ware werde dann in speziellen Behältern abgelegt. Marks & Spencer wolle so ein nahtloses Omnichannel-Netzwerk aufbauen. Die Rückgabe solle dann auch an unterschiedlichen externen Orten möglich sein.

Sproutl geht an den Start
In Großbritannien hat ein neues Online-Portal für Gartenprodukte den Betrieb aufgenommen. Mit Sproutl wollen die Gründer für die Kunden aber mehr als nur eine Verkaufsplattform bieten, es gehe auch um Ratschläge für ein jüngeres Publikum oder einen leichteren Zugang zum Gartenbau, heißt es bei Tamebay. Die Plattform unterstütze Händler durch die Logistik, die Auslieferung, das Online-Marketing und weitere Kundendienste. Dadurch sollten lokale Geschäfte für Pflanzen und Gartenprodukte ihre Präsenz im Internet ausbauen können. Zum Start habe Sproutl eine Finanzspritze in Höhe von neun Millionen US-Dollar von Investoren unter der Leitung von Index Ventures erhalten.



///// TRENDS & TECH

Urlaubsbuchung verstärkt im Internet
Auch in der Touristik hat das Internet einen nicht zu übersehenden Platz als Buchungsweg inne. Nach einer Untersuchung von Bitcom entschieden sich in Deutschland in diesem Sommer 44 Prozent der Verbraucher zu Hause für ihr Urlaubsziel und machten dann auch gleich Nägel mit Köpfen. Ins Reisebüro gehen für Beratung und Buchung 40 Prozent der Kunden. Dabei gibt es nach den Zahlen der repräsentativen Umfrage des Digitalverbands aber deutliche Unterschiede in den Altersgruppen. In der Gruppe der 16- bis 29-Jährigen liegt der Anteil der Online-Bucher bei 70 Prozent, in der Gruppe bis 49 Jahre bei 52 Prozent. In den dann folgenden Altersgruppen nehmen die Zahlen weiter ab, bis 64 Jahre sind es 37 Prozent und in der Gruppe über 64 Jahren buchen 22 Prozent online, 60 Prozent im Reisebüro. Beim Blick auf die Zeit nach der Pandemie halten sich die Vertriebswege Online (34 Prozent) und Reisebüro (33 Prozent) die Waage. Als Pluspunkte für die virtuellen Urlaubsbuchungen geben die Befragten unter anderem die nicht limitierten Öffnungszeiten, eine bessere Vergleichbarkeit der Angebote und die Zeitersparnis an. Eine geringe Rolle spielt der Datenschutz, denn nur 18 Prozent vertrauen den Online-Buchungen nicht.

Keine Schwächung für den Online-Handel
Die Öffnung der Geschäfte und die Wiederkehr der Kunden in die Innenstädte haben dem Online-Handel nach den neuesten Zahlen des "Klarna Shopping Pulse: Deutschland" nicht geschadet. Die Zahl der Personen, die im Mai mindestens einmal pro Woche online gekauft haben, lag bei 40 Prozent, im März waren es 22 Prozent. Die Anteile im stationären Handel lagen bei 72 respektive 57 Prozent. Beim Blick auf die Produktkategorien ging es für den digitalen Handel mit Autos sowie den mit Schmuck und Accessoires am stärksten nach oben. Für Lebensmittel, pharmazeutische Produkte, Beauty sowie Produkte für Haus und Garten gehen die Verbraucher lieber in ein Ladengeschäft. Nach Einschätzung der Autoren könnten bei einer Fortsetzung der Entwicklung langfristig auch Gartenprodukte stärker online gekauft werden. Sie erwarten, dass Ladenlokale in der Zukunft öfter als Showrooms genutzt werden, der eigentliche Kauf dann aber virtuell.

Webinar zur IT-Sicherheit im Online-Handel
Die Frage der Sicherheit der Technologie im Online-Handel stellt sich für die Anbieter schon immer, doch sie wird in den vergangenen Wochen ständig dringender. Die Häufigkeit der Meldungen über Hackerangriffe nimmt zu. Fragen zum sicheren Aufbau des Online-Shops, den passenden IT-Sicherheitsmaßnahmen, Datenschutz oder einem geringen Risiko beim digitalen Bezahlen stehen im Mittelpunkt des Webinars "IT-Sicherheit im Online-Handel". Referent der Veranstaltung am 30. Juli um 9 Uhr ist Jimmi Schlemmer von der Transferstelle IT-Sicherheit im Mittelstand.

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Start-up: Wie Magaloop Kiosken und Spätis bei der Digitalisierung helfen will
Fax, Telefon, Papierlisten: An den Bestellprozessen vieler Kioske, Spätis, Back- und Tankstellenshops ist die Digitalisierung bislang vorbeigegangen. Das Berliner Start-up Magaloop will das ändern - und Kleinsthändler und Markenhersteller auf dem weltweit größten B2B-Marktplatz im unabhängigen Handel zusammenführen. Shopbetreiber benötigen lediglich ein Smartphone, um Bestellungen zu digitalisieren, Features wie den Barcode-Scanner zu nutzen oder Preise und Angebote zu vergleichen.