Die Macht der Internegiganten wie Google, Amazon oder Apple ist Wettbewerbshütern mehr als nur ein Dorn im Auge. Seit langem rufen sie, egal ob Bundeskartellamt oder Monopolkommission, zu einer stärkeren Kontrolle oder zu einem Aufbrechen der Marktposition auf. Das Kartellamt kann wenigstens selbst aktiv werden und Untersuchungen starten oder Strafen verhängen, die Monopolkommission hat meist die Rolle des einsamen Rufers in der Wüste inne. Nun will die EU-Kommission wenigstens ein Gesetz für die digitalen Märkte einführen, das die Monopolkommission aber gerne von Anfang an schärfer gestaltet haben möchte. Aber es ist jetzt schon sicher, dass der Ruf ungehört verhallen wird und am Ende noch eine schwächere Version als die von der EU ausgearbeitete herauskommen wird.

///// HANDEL NATIONAL
Kundenzuwachs bei Unzer
Mit neuen Kunden aus dem Sportsektor, der Mode, dem Handel und der Touristik hat Unzer in unterschiedlichen Branchen weiter Fuß fassen können. Damit erreichte der Anbieter von Zahlungsdienstleistungen nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von 40 Prozent. Es sei festzustellen, dass der Kauf auf Rechnung bei den Online-Kunden unverändert die populärste Zahlungsmethode geblieben sei, heißt es in Heidelberg. Dies zeige sich sowohl in der Bekleidungsbranche, dem Sporthandel wie auch bei Haus und Garten. CEO Robert Bueninck sieht das 2003 gegründete Unternehmen auf dem richtigen Weg, um das Ziel der Top3-Anbieter bei den Zahlungsdiensten in Europa zu erreichen.

Shop-Apotheke stöhnt unter Logistikproblemen
Die Pandemie hat den Online-Apotheken gut getan, doch für einige hat das starke Wachstum ein zu hohes Tempo vorgelegt. Das bekommt die Shop-Apotheke zu spüren, denn der Umsatz stockt wegen Logistikproblemen, heißt es in der Wirtschaftswoche. Der Umzug an einen neuen Standort habe zu geringeren Kapazitäten bei der Logistik geführt, im zweiten Quartal sei der Umsatz mit 7,3 Prozent in kleineren Schritten gewachsen, was sich auch auf die Jahresprognose auswirken könnte. Die Unternehmensleitung verändere diese Zahl aber nicht, sie stufe die Schwierigkeiten als vorübergehend ein.

Babymarkt.de freut sich über geburtenstarken März
Im vergangenen März kamen in Deutschland laut den Zahlen des Statistischen Bundesamts fast 66.000 Kinder zur Welt, erstmals seit dem März 1998 waren es mehr als 65.000. Damit lagen die Zahlen um zehn Prozent über denen des Vorjahresmonats. Von dieser Entwicklung hat nach Unternehmensangaben auch Babymarkt.de profitiert. Die Umsatzzahlen des Spezialisten für Babyausstattung seien von Januar bis Juni um 30 Prozent nach oben gesprungen, die besten Verkaufszahlen zeigten die Produkte des Erstausstattung. So hätte es bei den Babyschalen eine Zunahme um 180 Prozent gegeben. Festzustellen sei, dass diese guten Verkaufszahlen besonders im Internet erzielt worden seien, in Deutschland befänden sie sich auf Rekordniveau. In der Zukunft will der Anbieter aus Bochum die App überarbeiten, aber auch die Zahl der angebotenen Produkte von rund 100.000 auf 200.000 erweitern. Damit soll das Ziel der Umsatzsteigerung von 200 (2020) auf 250 Millionen Euro realisiert werden.

Foodpanda nimmt Fahrt auf
Ein weiterer Essenslieferdienst geht in Deutschland an den Start, die Zahl der Anbieter wächst kontinuierlich an. Nun steht Foodpanda in den Startlöchern, los geht es in Berlin, berichtet die Lebensmittelzeitung. Doch Foodpanda wolle sich nicht auf Lebensmittel konzentrieren, zum Warenspektrum sollen auch Produkte aus Apotheken gehören. Das Tochterunternehmen von Delivery Hero setze auf eine mehrgleisige Werbekampagne von Bannern in Bahnhöfen und bemalten Straßenwänden bis dann später auch Präsenz in den sozialen Medien eingeplant sei.


///// HANDEL INTERNATIONAL

ManoMano wird zum Einhorn
Der Online-Marktplatz ManoMano hat weitere Investoren, unter anderem die Dragoneer Investment Group, an Land ziehen können und erreicht durch die nun fließenden 355 Millionen US-Dollar ein Bewertungsvolumen von 2,6 Milliarden US-Dollar. Damit erreicht der Anbieter für Heimwerken, Haus und Garten den Einhorn-Finanzstatus. Eingesetzt werden soll die Finanzspritze nun in Deutschland, Spanien und Italien, weiterhin in die Entwicklung neuer technologischer Lösungen und den Ausbau des europaweiten Logistiknetzwerks. Die Zahl der Mitarbeiter soll bis Ende 2022 verdoppelt werden, ein Plus von rund 1.000 Personen.

Einzelhandel in der EU legt nach schwachem April zu
Im Mai haben der Einzelhandel im Euroraum und der in der gesamten EU jeweils um 4,6 Prozent gegenüber dem Vormonat zugelegt, meldet Eurostat, das Statistische Amt der EU. Dabei war der April ein schwacher Monat mit einem Ausreißer nach unten, denn im Euroraum war der Umsatz um 3,9 Prozent und in der EU um 3,6 Prozent gesunken. Im Vergleich zum Mai 2020 ging es ein Jahr später im Euroraum um neun Prozent nach oben, in der EU lag das Plus bei 9,2 Prozent. Am stärksten zulegen konnte der Sektor der Nicht-Nahrungsmittel mit einem Plus von 8,8 Prozent in den Euro-Ländern, in allen 27 EU-Mitgliedsstaaten lag es bei 8,5 Prozent. Zuwächse konnte auf geringerem Niveau auch der E-Commerce verzeichnen. Im Euroraum stiegen die Umsätze um zwei Prozent, in der EU um 1,8 Prozent.

Monopolkommission will Kontrolle verschärfen
Mitte Dezember 2020 hatte die EU-Kommission einen Entwurf für das neue Gesetz für digitale Märkte vorgestellt, mit dem die Macht der großen Internetkonzerne begrenzt werden soll. In Brüssel werden sie als "Gatekeeper" eingestuft, da sie ihre Plattformen kontrollieren. Durch diese Postion können sie ihre eigenen Angebote besser positionieren als die der anderen Unternehmen. Der Vorschlag aus Brüssel reicht der Monopolkommission aber nicht aus, sie fordert in ihrem Policy Brief Ergänzungen und Verschärfungen über die Gatekeeper hinaus. Die Kontrolle solle weiter auf "Ökosysteme" gefasst werden. Ein solches Umfeld umfasst Anbieter, bei denen Betriebssysteme, App Store und Browser in einer Hand liegen, aber auch, wenn sie den Marktplatz betrieben, auf dem sie ihre eigenen Waren anbieten. Hier steuerten die Konzerne den Zugang der anderen Anbieter und könnten sowohl die Daten von Plattformen wie App Store und Browser nutzen und auswerten. Diese Selbstbevorzugung solle nach den Vorstellungen der Monopolkommission verboten werden, auch dürften keine eigenen Angebote als Standard festgelegt werden.


///// TRENDS & TECH

Nagel-Group startet digitale Stückgutlösung
Eine tagesaktuelle Tarifberechnung, das soll die neue digitale Stückgutlösung den Kunden der Nagel-Group ermöglichen. Grundlage der neuen Software ist die White-Label-Lösung Pamyra4You des auf Vertriebslösungen für Speditionen spezialisierten Start-ups Pamyra. Die Preise können über die Webseite berechnet und gebucht werden, unabhängig von der Größe des Objekts, der Transportstrecke und der Uhrzeit, möglich sind auch temperaturgeführte Lebensmitteltransporte.

Emirates startet Emirates Pay
Emirates rollt mit einem neuen Bezahlverfahren in Deutschland auf die Startbahn. Emirates Pay ist als kontobasierte Bezahlmethode aufgebaut, mit der die Kunden ihre Tickets auf der Webseite der Fluggesellschaft bezahlen können. Mit dem neuen Verfahren, das von der Deutschen Bank in Zusammenarbeit mit der International Air Transport Association (IATA) entwickelt wurde, will die Airline aus Dubai primär Kunden ohne Kreditkarte eine Bezahlmöglichkeit bieten. Technische Grundlage sind Open-Banking- und Request-to-Pay-Standards, die Bezahlung erfolgt durch eine direkte Abbuchung vom Bankkonto, die Bestätigung durch das Online-Banking.

///// NACHHALTIGKEIT

DHL Express wird in Berlin nachhaltiger
Berlin ist wieder einmal die erste Stadt in Deutschland, in der Neues getestet oder an den Start geschickt wird. Nun ist es DHL Express, das sich einreiht und in Berlin-Tempelhof eine neue nachhaltige Station aufgebaut hat. Für die Auslieferung der Pakete kommt am Standort Berlin-Tempelhof eine Flotte von 61 elektrischen Fahrzeugen zum Einsatz. Das Ziel für Berlin ist eine CO2-freie Zustellung, Logistik und Nachhaltigkeit müssten Hand in Hand gehen, lautet die Vorgabe aus der Firmenzentrale. Zur Station gehört auch eine neue Sortieranlage, das Gebäude ist mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet. Als weitere Standorte, die nach Nachhaltigkeitskriterien aufgebaut werden sollen, sind München, Dortmund und Bielefeld vorgesehen.