Laut Statista hat Amazon weltweit derzeit 1,6 Mio. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Was bedeuten angesichts dieser Zahl 10.000 Beschäftigte, die aktuell entlassen werden? Klar heißt das auf Personalebene ein Ende des Wachstums und das gilt es zu beobachten insbesondere in der aktuellen Krise. Aber ist es nicht so, dass durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, Automatisierung und Robotisierung mit noch weit größerem Personalabbau zu rechnen ist? 

///// HANDEL NATIONAL
Gorillas klagt gegen Nutzungsuntersagungen an Standorten in München
Der Lieferdienstes Gorillas ist bekannt für unkonventionelle Methoden: In München werden diese bereits an mehreren Lagerstandorten des Schnelllieferdienstes zum Aufreger für die Anwohner, denn nicht alle sind von der städtischen Lokalbaukommission (LBK) genehmigt. Wie der Münchner Merkur schreibt, wurde für den Standort in der Gabelsbergerstraße 28 keine Nutzungserlaubnis erteilt, gleiches gilt für die Lothstraße 3-5. Gegen diese Entscheidung klagt Gorillas nun und solange noch kein Urteil vorliegt, darf das Unternehmen weiter operieren. Insgesamt vier Verfahren sind derzeit anhängig. 

Sør setzt auf Ship-from-Store
Immer mehr Filialisten setzen beim Omni-Channel-Vertrieb auf ihre stationären Geschäfte als Fulfillment-Center, so auch der Textilanbieter Sør. Das sei weitaus günstiger und schneller, als die Zusammenarbeit mit einem Versanddienstleister, den das Unternehmen zunächst beauftragt hatte, heißt es in einem Best-Practice-Bericht des Unternehmens beim EHI. Im April 2022 stellte Sør auf Ship-from-Store für seine 24 Filialen in Deutschland um. 71 Prozent der Ware, die im Online-Shop reserviert würde, werde auch abgeholt. 

Hohenstein steigt bei Sizekick ein 
Das Münchner Start-up Sizekick wurde erst im Sommer 2022 gegründet und hat jetzt mit dem Prüfinstitut für Textilien Hohenstein einen strategischen Wunschpartner als Investor gewonnen. 1,3 Mio. Euro investiert Hohenstein und soll so die Produkteinführung von Sizekick für das kommende Jahr ermöglichen. Das Start-up hat eine Software entwickelt, die es via Smartphone ermöglicht, die Bekleidungsgröße der Online-Shopper genau zu ermitteln. Damit verhindere man den Einkaufsfrust und beuge Retouren vor. 

Kein Direktkauf mehr über Idealo.de
Preisvergleichsportale, die gleichzeitig den Direktkauf ermöglichen, sind allen Händlerinnen und Händlern ein Dorn im Auge. Idealo macht nun Schluss mit diesem Geschäftsmodell. Der Einkauf auf den Partnerportalen sei einfach und schnell möglich. Deshalb wolle man sich auf seine Kernkompetenz konzentrieren, heißt es bei Idealo, die mit dem Direktverkauf ein Umsatzvolumen von einer halbe Mio. Euro pro Jahr erzielt hat. 


///// HANDEL INTERNATIONAL

Lieferando und Getir in Europa ab sofort zusammen unterwegs
Kluge strategische Kooperationen könnten im Überlebenskampf der Essenslieferdienste kriegsentscheidend sein. Einen großen Schritt in diese Richtung haben gestern Getir und Just Eat Takeaway.com, die Muttergesellschaft von Lieferando, für ganz Europa angekündigt. Alle über 2.000 Getir-Produkte werden auf der Lieferando-Plattform integriert und von Getir-Fahrern ausgeliefert. Die Zusammenarbeit startet zunächst in Deutschland und soll dann auf Großbritannien, Spanien, Frankreich und Italien ausgeweitet werden.  

Alibaba rutscht in die Verlustzone
Der chinesische Online-Riese Alibaba erfreut derzeit seine Aktionäre an der New Yorker Börse nicht. Für das abgelaufene Quartal meldet Alibaba einen Rekordverlust von 20,6 Mrd. Yuan (2,8 Milliarden Euro). Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen im gleichen Zeitraum noch einen Gewinn von 5,4 Mrd. Yuan gemeldet. Dem Aktienwert von Alibaba belastete das Ergebnis nur kurzfristig, dann drehte die Aktie wieder ins Positive. 

Kinder vor Pornografie im Internet nicht ausreichend geschützt 
Laut Medienaufsichtsbehörde der USA machen Streaming-Websites nicht genug, um zu verhindern, dass Kinder im Internet der Pornografie ausgesetzt sind. Sie kritisiert, dass Amazon nicht das Alter der Surfer überprüft. Vor alle die Amazon-eigene Videostreaming-Website Twitch ist den Kontrolleuren ein Dorn im Auge. Es werde versäumt zu verhindern, dass Kinder auf Videos zugreifen, die als "reif" für ein älteres Publikum gekennzeichnet sind.


///// TRENDS & TECH

Produkte am Black Friday tatsächlich günstiger
Die Preisvergleichsplattform Check24 hat untersucht, ob Verbraucherinnen und Verbraucher beim Einkauf am Black Friday tatsächlich Geld sparen. Überprüft wurden 400 Produktkategorien mit knapp einer halben Mio. Einkäufen im Jahr 2021. Durchschnittlich kosteten die Waren elf Prozent weniger als im Monat Oktober, allerdings war nur bei der Hälfte der angebotenen Produkte der Preis reduziert. Im Preisvergleich Oktober 2021 zum aktuellen Jahr macht sich die Inflation deutlich mit durchschnittlich acht Prozent bemerkbar.   

Amazon warnt vor Betrugsfällen
Gerade in der jetzt anstehenden Hochsaison des Weihnachtsgeschäfts könne es zu Betrugsfällen kommen, warnt der Online-Händler Amazon seine Kundinnen und Kunden auf dem Unternehmensblog. Identitätsdiebstahl sei die häufigste Ursache. Oftmals geschieht dies über Links oder Rückrufaufforderungen beim Kundendienst. Amazon gibt sechs Tipps, wie Betrugsfälle vermieden werden können. 

Paypal schließt inaktive Konten
Mit der letzten AGB-Änderung hat der Zahlungsdienstleiter Paypal offenbar einen Preis für inaktive Konten eingeführt, die mehr als zwölf Monate nicht genutzt wurden. Die Gebühr beträgt zehn Euro. Je nach Kontostand werden diese geschlossen, wenn sie ein negatives Guthaben erreichen. Die Maßnahme kommt einer Erziehung der Nutzer gleich und hat eine wichtige Botschaft: Wer ein Paypal-Konto hat, muss es auch nutzen. 

DeepL wird zum Unicorn
Das Start-up für Übersetzungen aus Köln, Deepl, ist nach der aktuellen Finanzierungsrunde zum Unicorn geworden, berichtet die F.A.Z. Gleich mehrere Investoren sind bereit, das Portemonaie zu öffnen, darunter IVP und Bessemer aus den USA sowie Atomico aus Europa. Deepl wurde im Jahr 2018 durch Jaroslaw Kutylowski gegründet. Größter Anteilseigner ist seit 2018 die amerikanische Venture-Capital-Firma Benchmark mit 13,5 Prozent. 

///// NACHHALTIGKEIT

Zalando verabschiedet sich von Second-Hand-Mode Zircle
Mit jedem Trend gibt es auch einen Gegentrend. So verabschiedet sich Zalando laut Excitingcommerce.de von seinem Second-Hand-Anbieter Zircle. Die App wird zum 19. Dezember geschlossen. Erst zum Jahresanfang war das Angebot neu eingeführt worden.