Die EU-Kommission hat gestern die Überarbeitung der Verpackungsrichtlinie vorgestellt und dabei auch "online bestellte Produkte in übermäßig großen Kartons" und Mehrwegsysteme erwähnt, so DPA. Der BEVH hat nichts dagegen, moniert aber, Mehrweg sei derzeit flächendeckend gar nicht möglich, die Politik solle die Zeit nutzen, den Aufbau der notwendigen Infrastruktur zu unterstützen. Und: Paketvolumina müssten sich "an den konkreten Schutzbedürfnissen der Ware" orientieren und dürften Luft im Paket nicht pauschal einschränken.

///// HANDEL NATIONAL
Luxusuhren-Online-Händler Watchmaster ist insolvent
Wie Handelsblatt.com und Wiwo.de berichten, hat der Berliner Luxusuhren-Onlinehändler Watchmaster Insolvenz angemeldet. Grund sei der Einbruch in eine Tresoranlage, aus der rund 1.000 Uhren im Wert von mehr als zehn Mio. Euro gestohlen worden seien. Sie hätten zum Teil den Kunden gehört und seien versichert, zum Teil Watchmaster selbst. Der Händler erhalte nur den Einkaufswert zurück, nicht die Kosten für Aufbereitung, Zertifizierung und Marketing. Der Insolvenzverwalter solle nun prüfen, wie es weiter gehe und ob der Diebstahl die einzige Ursache für die Schieflage des Unternehmens sei. 

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Online-Geschäft als Treiber der Handelszuwächse - Apple Pay und girocard im E-Commerce
In den letzten zwei Jahren kaufen immer mehr Menschen in Online-Shops ein. Apple Pay ermöglicht es, mit der beliebten girocard auch im E-Commerce zu zahlen. 

Keine Haustier-Gesuche mehr auf Ebay Kleinanzeigen
Tiere als Nachricht ziehen immer: Wie eine große Zahl an Medien berichtet (und das Unternehmen mitteilt), schränkt Ebay Kleinanzeigen den Handel mit Haustieren ein. So dürften keine Reptilien mehr angeboten werden, für die Vermittlung von Hunden und Katzen unter zwölf Monaten brauche es eine behördliche Erlaubnis, und Gesuche in der Kategorie „Haustiere“ seien künftig verboten. Der Grund ist allerdings nicht so lustig: Unter anderem hätten unseriöse Anbieter das Verkaufsverbot für Haustiere zu umgehen versucht, indem sie Tiere einfach unter „Gesuche“ eingestellt hätten.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Doordash entlässt 1.250 Mitarbeiter
Die Entlassungswelle der Plattformen geht weiter: Der US-amerikanische Lebensmittel-Lieferdienst Doordash entlässt rund 1.250 Leute, wie CEO Tony Xu in einer "Botschaft an die Mitarbeiter" schreibt. Grob zusammengefasst: Das Unternehmen habe während des Pandemie-Wachstums viel Personal eingestellt, jetzt liefen die Kosten davon. "Das geht auf meine Kappe", so Xu. Die Reduzierung allgemeiner Kosten werde die Lücke nicht schließen. Insgesamt sei er aber optimistisch. Die Zahl entspricht Businessinsider.com zufolge sechs Prozent der Belegschaft, die sich laut Reuters im Mutterkonzern auf 8.600 beläuft.

Amazon führt Entlassungen auf unsichere Wirtschaft zurück
Letztlich räumt Amazon-CEO Andy Jessy ein, sich geirrt zu haben. Wie CNBC.com berichtet, habe er während des "The New York Times Deal Book Summit" die jüngsten Entlassungen als Ergebnis eines "monatelangen Prüfprozesses zur Kostenreduktion" bezeichnet. Die Prüfung habe gezeigt, dass die Wirtschaft "unsicherer" sei als zuvor angenommen. "Wir sahen Dinge, die sich von dem unterschieden, was wir bisher gesehen hatten, und wir hatten einfach das Gefühl, dass wir unsere Kosten optimieren mussten", wird Jessy zitiert.

JD.com zieht sich offenbar aus asiatischen Märkten zurück
Einer Meldung von SCMP.com zufolge (der "South China Morning Post") will sich das chinesische E-Commerce-Unternehmen JD.com aus Indonesien und Thailand zurückziehen. Es suche Käufer für seine Anteile an JD.ID (Indonesien, Joint-venture mit Provident Capital seit 2015) und JD Central (Thailand, mit Central Group seit 2017). Dahinter stehe das Ziel, Verluste einzudämmen, da Wachstum in beiden Märkten seit einigen Jahren eine Herausforderung sei. SCMP.com beruft sich auf interne Quellen, die Unternehmen hätten auf Anfragen nicht geantwortet.

Alibaba-Gründer lebt angeblich in Tokio
Für alle, die sich fragen, was aus Alibaba-Gründer Jack Ma geworden ist: FT.com hat ihn in Tokio ausfindig gemacht. Das berichtet Businessinsider.com von jenseits der FT-Bezahlschranke. Ma lebe seit einem halben Jahr in der japanischen Hauptstadt und besuche vor allem private Clubs.

Royal Mail kündigt Preiserhöhungen an und wird weiter bestreikt
Das britische Postunternehmen Royal Mail wird am 3. Januar 2023 die Preise für den internationalen Versand erhöhen. Statt aber direkt die neuen Preise zu nennen, kündigt die Website des Unternehmens lediglich eine Mitteilung für den 2. Dezember an. Das "Morning Briefing" bleibt dran. Noch bis Weihnachten dauern die Streiks im Unternehmen, Telegraph.co.uk hat die Übersicht.

Shein lässt offenbar auch in der Türkei produzieren
Excitingcommerce.com folgert aus Stellenanzeigen auf Linkedin, dass der chinesische Fast-Fashion-Onliner mittlerweile auch in der Türkei produzieren lässt. Gesucht werden unter anderem Personaler, Qualitätsmanager, Modedesigner, Logistiker und Auftragsmanager.


///// TRENDS & TECH

Der hoffentlich letzte Black-Friday-Rückblick für dieses Jahr
  • Amazon meldet für die Zeit von Thanksgiving bis Cyber Monday (24.28. November) den Verkauf "einer Rekordzahl von Produkten", das Wochenende sei das "biggest ever" gewesen. Belege für das "biggest ever" bleibt Amazon schuldig, die Mitteilung spricht auffällig schwammig lediglich von "Hunderten von Millionen Produkten". 
  • Die Zahl der Onlinebestellungen am Black Friday und Cyber Monday habe um 59 Prozent über Vorjahr gelegen, die Ausgaben seien um 41 Prozent gestiegen. Damit zitiert Fashionunited.de den auf Performance-Marketing spezialisierten IT-Anbieter Admitad.
  • Shopify legt auf die Rekordmeldung für den Black Friday (3,36 Mrd. US-Dollar, "Morning Briefing" vom Dienstag) noch einen drauf: Von Donnerstagvormittag bis Dienstagmorgen hätten Shopify-Händler 7,5 Mrd. Dollar umgesetzt, 19 Prozent mehr als im Vorjahr. Das sei ein neuer Rekord, teilt das Unternehmen mit.
  • Adobe Analytics unterscheidet zwischen einem gemischten Black Friday und einem Rekord-Cyber-Monday: Laut Retaildive.com nennt das Unternehmen einen Montagsumsatz von 11,3 Mrd. US-Dollar (plus 5,8 Prozent). Spitzenminuten hätten 12,8 Mio. Dollar erreicht.  
  • Für den stationären Vertrieb hat der US-Verband National Retail Federation ermittelt, dass von Thanksgiving bis Cyber Monday 196,7 Mio. Kunden durch die US-amerikanischen Läden gezogen sind. Auch das sei ein Rekord, zitiert CNBC.com den Verband.

Einige Studien und Umfragen im Schnelldurchlauf
  • 53 Prozent der Deutschen möchte 2023 verstärkt bei Händlern am Ort einkaufen. 20,8 Prozent) kauft öfter gebrauchte oder generalüberholte Artikel als im Vorjahr. (Ebay, Umfrage unter 2.500 Deutschen.) Bei Ebay Deutschland habe sich das Angebot entsprechender Produkte 2022 versiebenfacht.
  • Der Kundenkontakt verlagert sich in die Chats ("Conversational Commerce"): Die Zahl der Interaktionen über digitale Kanäle stieg in der ersten Jahreshälfte 2022 um 68 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, Whatsapp und Rich Communication Services legten um 80 bzw. 62 Prozent zu. (Auswertung von 153 Mrd. Interaktionen der Kommunikationsplattform Infobip.)
  • 43 Prozent der deutschen Führerschein-Inhaber können sich vorstellen, ein Auto online zu kaufen, 37 Prozent innerhalb der nächsten zwei Jahre. 13 Prozent haben in den vergangenen zwölf Monaten bereits im Wert eines kleinen Gebrauchtwagens online eingekauft (3.00010.000 Euro oder mehr; Umfrage des Online-Autohändlers Heycar unter 2.030 deutschen Führerscheinbesitzern.)