Amazon-Gründer Jeff Bezos hat sein Unternehmen 2021 verlassen, aus den Schlagzeilen ist er aber nicht verschwunden. Seine Segelyacht mit ihren großen Dimensionen, für die der Umbau einer Brücke in Rotterdam im Gespräch war, wurde im vergangenen Jahr heftig diskutiert. Eine Gruppe drohte, das Schiff mit faulen Eiern zu bewerfen. Die Brücke steht noch, ob die Drohung den Ausschlag gegeben hat, ist nicht klar. Nicht geschadet hat sie offensichtlich Bezos Plänen für ein neues Schiff, ein Begleitschiff für die Yacht sticht auch bald in See.

///// HANDEL NATIONAL
Inflation im Dezember gesunken
Das Statistische Bundesamt rechnet für Dezember 2022 mit einer niedrigeren Inflationsrate. Die Statistiker gehen von einem Wert von voraussichtlich 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat aus, im November hatte sie noch bei 10,0 Prozent gelegen. Ein Grund für den deutlichen Rückgang sei die Dezember-Soforthilfe gewesen, der konkrete Effekt könne aber noch nicht endgültig angegeben werden. Für die Verbraucherpreise zeichne sich ein Rückgang von 0,8 Prozent von November auf Dezember ab. Im Jahresdurchschnitt liege die Inflationsrate für 2022 bei 7,9 Prozent.

Start-ups unterstützen Änderungspläne für die Mitarbeiterbeteiligung
Die Start-ups stehen den Plänen aus dem Finanzministerium wegen einer Reform der Mitarbeiterbeteiligung offen gegenüber. Geplant ist unter anderem eine Erhöhung des steuerlichen Freibetrags von 1.440 Euro auf 5.000 Euro, schreibt das Handelsblatt. Nach Einschätzung der Unternehmen bildeten Programme für Beteiligungen den Start-ups die besten Chancen, die Mitarbeiter im Unternehmen zu halten. Diese Modelle seien das zentrale Mittel, mit ihnen könnten sie auch für neue Mitarbeiter attraktiver werden. Die Start-ups benötigten eine solche Verbesserung, um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können, forderten die jungen Unternehmen. Die bisherigen Regelungen bildeten einen massiven Standortnachteil.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Ebay UK ändert im Januar die Bedingungen für Resellution
Ebay will den Kunden in Großbritannien den Verkauf ungewollter und nicht genutzter Produkte bis Ende Januar erleichtern und hat die Bedingungen für das Resellution-Programm geändert. Für Kunden, die die Plattform erstmals für den Verkauf nutzen, entfallen in den nächsten Wochen die Gebühren, meldet Channel X. 58 Prozent der Briten würden ihre Häuser in der Zeit nach Weihnachten aufräumen, um ihre Einkünfte durch den Verkauf von überflüssigen Produkten zu verbessern. Nach einer neuen Untersuchung von Opinium könnten Haushalte mit einem durchschnittlichen Einkommen dadurch bis zu 477 Britische Pfund erzielen.

JD.com bietet geänderte Lieferbedingungen bis zum chinesischen Neujahr
Auch in diesem Jahr bietet JD.com im Vorfeld des chinesischen Neujahrs eine Aktion für schnellere Lieferzeiten. Bis zum 22. Januar gibt es für die Kunden in 366 Städten Ermäßigungen und kürzere Lieferzeiten. Der Online-Konzern verspricht, dass Bestellungen bis zum Vorabend des Neujahrstags möglich sind, Lieferungen erfolgten noch am Feiertag. Zum Einsatz kämen neben dem eigenen Logistikunternehmen JD Logistics ein zweiter Anbieter, 600 autonome Fahrzeuge und 100 Roboter für Innenräume.

Phood ermöglicht die Nutzung der Dining Dollars außerhalb des Uni-Campus
Das Start-up Phood bietet Studenten in den USA neue Möglichkeiten für den Einsatz der im Voraus von ihnen bezahlten Verpflegungsprogramme der Colleges. In den meisten Fällen ist für die Studenten die Nutzung auf die Einrichtungen auf dem jeweiligen Uni-Campus beschränkt, nun ermöglicht Phoody die Nutzung auch außerhalb des Campus, berichtet Business Insider. So könnten die Studenten dann auch ihre Essensbestellungen bei Lieferdiensten über die Konten bezahlen oder in Lebensmittelgeschäften einkaufen. Bislang kooperierten fünf Universitäten in den USA mit dem Start-up. Dieses plane aber die Zusammenarbeit mit weiteren Hochschulen, denn diese biete ihnen den Anschluss an externe Gastronomie und Lebensmittelhandel, bei jedem Verkauf erhielten die Universitäten einen Anteil an der Verkaufssumme.



///// TRENDS & TECH

Shopify startet für seine Tools ein Baukastensystem
Shopify hat ein neues Programm entwickelt, mit dem die Unternehmen die benötigten Elemente aus dem Shopify-Portfolio auswählen und individuell zusammenstellen können. Sie können sie dann in ihre Plattformen integrieren und mit den bereits genutzten Systemen kombinieren. Dazu gehören unter anderem flexible APIs sowie Elemente für Check-out, Zahlverfahren oder das Backoffice. Für Tools, die nicht benötigt werden, besteht eine Ausschlussmöglichkeit. Zu den ersten Kunden zählt Mattel, geplant ist der Start unter anderem mit Glossier und Staples meldet Reuters. Die Gebühren für das Baukastensystem "Commerce Components" hänge von den gewählten Tools ab. Shopify habe mit dem neuen System besonders große Handelsunternehmen im Fokus.

Alibaba erwartet in China 2023 fünf Trends für den E-Commerce
Nach dem jahrelangen Wachstum des Online-Handels rechnet der E-Commerce-Riese Alibaba Group in diesem Jahr mit bestimmten Trends für ein weiteres Wachstum. Nach einer Befragung von Experten und Unternehmen zeichneten sich 2023 fünf Trends ab, die den digitalen Handel bestimmen werden. In China habe es durch Corona und den Olympischen Winterspielen eine Verstärkung der Outdoor-Aktivitäten gegeben, für dieses Jahr rechnet Alibaba mit einer Verdopplung von Angebot und Umsatz. Die zweite Bewegung gehe zu Haustieren und ihrer Versorgung. Ein weiterer Trend zeige sich für Metaverse mit Avatars und virtuellen Anproben für Kleidung. Die zentrale Kundengruppe bildet nach Einschätzung des Konzerns die Gen Z. An der Spitze der Verkaufsmaßnahmen stehe der Einsatz von Virtual Influencern.

Snapchat und Amazon Fashion bauen eine neue AR-Welt auf
Nutzer von Snapchat können neue Kleidung in Zukunft in einer Augmented-Reality-Welt einkaufen. In Kooperation mit Amazon Fashion baut Snapchat nach einem Bericht von Fashion United an einer neuen Technologie für eine virtuelle Anprobe. Die Nutzer von Snapchat sollen mit Virtual Try-On den ersten Zugriff auf ausgewählte Marken und Produkte erhalten. Die beiden Partner wollten sich mit ihrem Schritt einen Anteil an den für dieses Jahr prognostizierten rund 142 Milliarden US-Dollar des Marktes für Virtual- und Augmented-Reality sichern.

Wenn das Navi zur Werbefläche wird
Relevante Angebote, in Echtzeit auf dem Navi-Bildschirm eingeblendet: "Vehicle-Commerce" ist der Königsweg zum Kunden, sagt Simon Hecker. Im Interview erklärt der Mitgründer und Geschäftsführer des Münchener Start-ups 4.screen, wie die Display-Werbung funktioniert und warum der Umweg zum beworbenen Standort den Fahrer maximal zwei Minuten kosten darf.


///// NACHHALTIGKEIT

Ebay bildet den größten Second-Hand-Marktplatz in Europa
Ebay hat sich nach einer Untersuchung von Cross Border Commerce Europe in Europa den ersten Platz als Plattform für gebrauchte und überholte Produkte gesichert. Nach Angaben der Marktforscher lag das Volumen im Second-Hand-Markt in Europa 2021 bei 75 Milliarden Euro, bis 2025 erwarten sie eine Steigerung auf 120 Milliarden Euro. Dies entspräche einem Marktanteil von 14 Prozent, zur Zeit liege er bei zehn Prozent. Als Grund für den stärkeren Einkauf gebrauchter Produkte nennen sie die Pandemie, Krieg, Inflation und höhere Energiepreise. Nach Angaben von Ebay gehören derzeit Artikel aus 140 Produktkategorien zum Ebay Re-Store.